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05.09.2006

Alcatel kauft UMTS-Sparte von Nortel

Die Franzosen wollen zur Nummer drei im Geschäft mit Basistechnik aufsteigen.

Alcatel hat mit dem kanadischen Konkurrenten Nortel Networks eine Absichtserklärung über den Kauf von dessen UMTS-Sparte für 320 Millionen Dollar unterzeichnet. Die Vereinbarung umfasst ausschließlich Funktechnik, also die Basisstationen von UMTS-Netzen ("UMTS Radio Access"). Nach bisherigen Planungen soll die Übernahme im Quartal 2006 abgeschlossen sein.

Von dem Kauf verspricht sich der französische TK-Ausrüster Einsparungen in der UMTS-Entwicklung. Zudem verstärkt der Kauf Alcatels Position im Markt, vor allem in Südkorea, Italien, Frankreich und Großbritannien. Das Management hofft, auch China mit UMTS-Basistechnik beliefern zu können. Der in Paris ansässige Konzern versucht der japanischen NEC Platz drei im UMTS-Business streitig zu machen. Position eins belegt Ericsson, gefolgt von Nokia.

Mit dem Deal erwirbt Alcatel auch Nortels Patente und Kunden, darunter die Mobilfunknetzbetreiber T-Mobile, Orange aus Frankreich und die britische Vodafone. Wie viele Arbeitsplätze verloren gehen, lässt sich nur ahnen: Eine "signifikante Mehrheit" der Mitarbeiter der Nortel-Abteilung soll übernommen werden.

Experten halten den Kaufpreis für gerechtfertigt, da er etwa dem Jahresumsatz von Nortels UMTS-Abteilung entspricht. Andere Beobachter befürchten hingegen, Alcatel überfordere sich mit dem Kauf. Der Grund: Die Franzosen wollen mit dem US-amerikanischen Konkurrenten Lucent fusionieren. Somit müssten sie insgesamt drei Mobilfunkplattformen aufeinander abstimmen und könnten sich daran verheben.

Hoffnungsträger 4G

Nortel Networks hat sich zum Verkauf entschlossen, da das Management keine überzeugenden Wachstumsperspektiven für das Geschäft mit dieser Mobilfunktechnik sieht. Im Rahmen einer Restrukturierung hat das Unternehmen beschlossen, nur noch Segmente zu bedienen, in denen ein Marktanteil von mindestens 20 Prozent realistisch ist. Auf Nortel entfällt derzeit weniger als ein Zehntel des weltweiten Umsatzes mit UMTS-Basisstationen.

Zu den Hoffnungsträgern der Kanadier zählt die vierte Mobilfunkgeneration (4G), die derzeit entwickelt wird. Hier will Nortel eine wichtige Rolle spielen, ebenso im Massenmarkt für mobile Video- und Multimedia-Dienste. 4G folgt auf UMTS (auch als 3G bezeichnet) und liefert noch höhere Datenraten.

Unterdessen geht Alcatels seit April dieses Jahres geplante Fusion mit Lucent in die entscheidende Phase. Gegen den Deal regt sich Widerstand: Aktionärsvertreter des französischen TK-Konzerns halten den Kaufpreis für überhöht. Sie werfen dem US-amerikanischen Unternehmen vor, sich auf Kosten Alcatels sanieren zu wollen. Die Alcatel-Hauptversammlung, auf der die Anteilseigner über die Fusion abstimmen, begann erst nach Redaktionsschluss. (fn)