Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

22.09.2000 - 

Plus visuelles Tool für Java Server Pages

Allaire ergänzt Server-Angebot um Java-Enterprise-Funktionen

MÜNCHEN (ws) - Die Allaire Corp., Hersteller des bekannten Applikations-Servers "Cold Fusion", verstärkt mit "Jrun 3.0" seine Ausrichtung auf Java. Das visuelle Tool "Jrun Studio" soll die Entwicklung Java-basierter Websites erleichtern.

Anstatt den gut etablierten Cold Fusion, der über rudimentäre Corba- und Java-Unterstützung verfügt, mit den zugekauften Technologien (siehe Kasten) aufzurüsten, stellt ihm Allaire nun Jrun als Ergänzung zu Seite. Cold Fusion richtet sich mit seiner proprietären und relativ leicht erlernbaren Sprache "CFM" besonders an HTML-Autoren und eignet sich in erster Linie für dokumentorientierte Umgebung. Diesen Aspekt unterstreicht auch das Content-Management-System "Spectra", das auf Cold Fusion aufsetzt. Mit Jrun möchte Allaire ebenfalls Web-Entwickler ansprechen, zielt aber aufgrund der geforderten Java-Kenntnisse auf ein stärker technisch ausgerichtetes Publikum ab.

Zumindest Java Server Pages (JSP), die nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren wie CFM, möchte Allaire auch seiner bestehenden Anwenderschaft nahebringen. Zu diesem Zweck bietet das Unternehmen Jrun Studio an, das auf dem beliebten HTML-Editor "Homesite" beruht. Dieser bildet schon die Grundlage für "Cold Fusion Studio", der bevorzugten Entwicklungsumgebung für CFM. Deshalb - so die Kalkulation von Allaire - werden mit steigender Bedeutung von Java bestehende Kunden den Umstieg auf die Sun-Technik in der ihnen vertrauten Umgebung machen.

Neben dem Migrationsangbot auf Tool-Ebene zeichnet sich ein solches auch bei den Server-Produkten ab. Phil Costa, Senior Manager für strategisches Marketing, äußerte im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE, dass Allaire derzeit die Portierung des CFM-Interpreters auf Jrun erwäge. Anwender könnten dann ihre bestehenden Cold-Fusion-Applikationen auf Jrun übernehmen und dort gleichzeitig Java nutzen. Die sonst von Cold Fusion her bekannten Funktionen wie das Pooling von Datenbankverbindungen oder Clustering mittels der hauseigenen Technik "Cluster Cats" beherrscht Jrun ohnehin. Dennoch soll Cold Fusion dann als eigenes Produkt weiterbestehen und ein ähnliches Zielpublikum ansprechen wie bisher.

Während die Servlet- und JSP-Funktionen eine logische Erweiterung des Allaire-Angebots darstellen, ist die Positionierung des TP-Monitors und der Messaging Middleware derzeit noch unklar. Als Neueinsteiger in diesen Markt bekommt es Allaire dort mit Schwergewichten wie Bea, IBM oder Microsoft zu tun, deren umfangreiches Produktportfolio derartige Software entsprechend ergänzt. Hingegen verfügt Allaire über kein Entwicklungswerkzeug, das Enterprise Javabeans (EJB) erstellen kann. Auch die Forderung an transaktionsorientierte Applikations-Server, vorhandene ERP- oder Legacy-Anwendungen einzubinden, kann das Unternehmen nicht erfüllen.

Harter Konkurrenz ist Allaire übrigens nicht nur mit dem TP-Monitor ausgesetzt: Cold Fusion gerät zunehmend durch das quelloffene "PHP" unter Druck, Jrun muss sich gegen "Tomcat" behaupten. Dabei handelt es sich um eine freie Referenzimplementierung für Servlets und JSPs, die Sun in Zusammenarbeit mit der Apache Group entwickelte.

Jrun 3.0Der Java-Applikations-Server Jrun geht aus der Servlet-Engine hervor, die von Live Software entwickelt wurde und durch Übernahme dieser Firma zu Allaire gelangte. Für die EJB-Unterstützung floss das Know-how eines ebenfalls zugekauften Unternehmens namens Valto Systems ein. Der Anwendungs-Server implementiert die neuesten Spezifikationen der Java 2 Enterprise Edition (J2EE), darunter das Servlet API 2.2, JSP 1.1, EJB 1.1 und den Message Service 1.0 (JMS). Aufgrund der Konformität mit Java Transaction Server (JTA) beherrscht Jrun nicht nur den Two-Phase-Commit über mehrere Datenbanken, sondern ist wegen der Umsetzung von JMS auch zu Message Queuing in der Lage. Die Konfiguration des Servers erfolgt über eine grafische Management-Konsole, die auch eine Reihe so genannter Wizards umfasst.

Jrun 3.0 läuft auf allen gängigen Server-Betriebssystemen und unterstützt die nativen APIs der Web-Server von Apache, Microsoft und I-Planet (ehemals Netscape). Eine kostenlose Entwicklerversion kann von http://www.allaire.com heruntergeladen werden.