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04.02.2014 - 

Notebooksbilliger-Chef Arnd von Wedemeyer

"Alle Elektronikversender müssen sich neu erfinden"

Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".

Der Notebooksbilliger-Chef über Media-Saturn, Cyberport und Getgoods

"Repekt für die Kollegen": Notebooksbilliger-Chef Wedemeyer hat seine Einschätzung zu Media-Saturn in Teilen revidiert
"Repekt für die Kollegen": Notebooksbilliger-Chef Wedemeyer hat seine Einschätzung zu Media-Saturn in Teilen revidiert

Lassen wir uns über den Wettbewerb reden. In der Vergangenheit waren Sie ja sehr kritisch im Hinblick auf die Chancen von Media-Saturn im Online-Geschäft. Haben Sie Ihre Meinung diesbezüglich inzwischen revidiert?

Wedemeyer: Was Media-Saturn wirklich gut gelungen ist, ist die Verzahnung von Mobile-App und der Abholung in den Märkten. Allerdings muss man fragen, ob das wirklich Online-Umsätze sind oder nicht eher ein Service für Kunden, die in Wirklichkeit vor allem stationär kaufen wollen. Aber für Media-Saturn macht es auf jeden Fall, ihre lokale Dichte auszuspielen und mit Verfügbarkeitsinformationen bei den Kunden zu punkten. Das ist eine gute Arbeit, die die Kollegen da gemacht haben.

Cyberport hat unter anderem das hohe Tempo von Media-Saturn im Online-Bereich für das schwache Wachstum im vergangenen Jahr verantwortlich gemacht. Nehmen Sie das ähnlich wahr?

Wedemeyer: Im IT-Bereich spüren wir Media-Saturn nicht. Das sind sehr unterschiedliche Käufer und auch Kaufbedürfnisse, die wir bedienen. Das Online-Angebot von Media Markt ist zum Beispiel für Kunden interessant, die eine neue Xbox sofort haben wollen. Das beantwortet zwar noch nicht die Frage, ob es Media-Saturn gelingen wird, die bestehenden Flächen wirtschaftlich sinnvoll zu nutzen. Aber innerhalb der bestehenden Möglichkeiten macht deren Online-Strategie durchaus Sinn. Als echter Onliner nehmen wir das von der Geschäftsentwicklung her aber nicht wirklich wahr.

Wie sieht das im Fall von Conrad Electronic aus, die ihre Online-Aktivitäten in letzter Zeit deutlich ausgebaut haben?

Wedemeyer: Das ist ein ganz anderer Markt mit ganz anderen Käufern. Davon spüren wir gar nichts.

Immerhin hat Conrad Ende letzten Jahres das Überleben der Getgoods-Onlineshops gesichert…

Wedemeyer: Getgoods war nie wirklich lebendig. Was man dort gemacht hat, war nie echter Online-Handel. Dafür muss man sich nur die geringen Traffic-Werte von Getgoods bei Google Analytics anschauen.

Cyberport haben wir in diesem Gespräch schon mehrmals erwähnt. Wie stufen Sie die Entwicklung bei dem Unternehmen ein?

Wedemeyer: Die Neubetrachtung des Store-Konzepts, die bei Cyberport derzeit stattfindet, finde ich sehr interessant. Ich bin gespannt, was hier die neue Strategie sein wird. Schließlich hat Cyberport aufgrund seiner Stores aktuell mit einem sehr hohen Fixkosten-Block zu kämpfen…

"Den Beratungsklau gibt es auch im Netz"

Geht es um den Wettbewerb, vergisst man oft Amazon? Wie groß stufen Sie den Stellenwert von Amazon im ITK-Online-Handel ein?

Wedemeyer: Die Alleinstellung von Amazon und wie Amazon es schafft, diese zu den Kunden zu transportieren, sehe ich als Hauptherausforderung für alle anderen Online-Händler. Amazon ist in vielen Elektroniksortimenten extrem stark und macht einen fantastischen Job für die Endkunden. Wer sich im Netz als Warenverteiler positioniert, muss sich an Amazon messen lassen. Die Alternative ist es, sich zu fragen: Was kann ich bieten, das Amazon nicht kann? Denn Amazon punktet bei den Kunden ja nicht mit einer auf Hochglanz gestylten Webseite, sondern vor allem mit Inhalten und Mehrwerten.

Würden Sie sich auch als "Online-Warenverteiler" bezeichnen?

Wedemeyer: Nein, Notebooksbilliger hat sich inzwischen in vielen Bereichen als Infoportal positioniert. Es gibt Kunden, die sich bei uns informieren und dann mit den Ausdrucken in den stationären Handel gehen.

Den "Beratungsklau" gibt es also auch andersherum?

Wedemeyer: Auf jeden Fall, den Beratungsklau gibt es auch im Netz. Die Mehrheit der Beratung läuft heute nun einmal online. Es gibt auch viele stationäre Händler, die ihre Onlineshops mit unserem Content füttern. Nur jammern wir nicht darüber. Schließlich ist es purer Selbstzweck, dass wir unsere Seite so attraktiv machen wie möglich. Indem wir ein Produkt pushen, erzeugen wir insgesamt eine größere Nachfrage. Und da können wir damit leben, wenn einige Leute auch einmal woanders kaufen.