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01.10.1999 - 

Grove: "Traditionelle Firmen und Startups werden sich angleichen"

Alle Firmen werden zu Internet-Companies

MÜNCHEN (kk) - "In fünf Jahren gibt es keine Internet-Firmen mehr, weil dann alle Unternehmen E-Commerce betreiben." Anhand dieser These erklärte Intel-Chairman Andrew Grove in München seine Sicht des E-Business.

Zum fünften Mal sprach Grove, Aufsichtsratsvorsitzender von Intel, in München vor Vertretern der Industrie und der Presse. Im Gegensatz zu seinem letzten Besuch in Davos, gab es diesmal keine Schelte für die Europäer, die ihre Hausaufgaben in puncto Internet-Adaption gemacht hätten.

Zum Beweis holte der Intel-Senior Gregor Wolf, Chef des gleichnamigen Herstellers von Gartenbaugeräten, auf die Bühne, der seine Händler seit August 1998 über das Internet betreut. Bis März dieses Jahres nahmen schon rund 30 Prozent der Kunden am Extranet teil, Tendenz steigend. Zu kämpfen hatte Wolf allerdings mit der Implementierung innerhalb des eigenen Betriebs, da die alten Strukturen nicht mehr passen wollten und die Geschäftsprozesse geändert werden mußten.

Grove bekräftigte, daß gerade diese zweite Phase bei der Implementierung des E-Business für die Unternehmen die schwierigste sei. "Den ersten Schritt, die Infrastruktur zu errichten, können Sie kaufen. Aber die nächste Phase, die Geschäftsprozesse anzupassen, die müssen Sie selbst bewältigen." Im dritten Schritt schließlich müssen die elektronisch gesammelten Daten ausgewertet und die Erkenntnisse daraus in Folgegeschäfte umgesetzt werden.

Intel selbst hat diesen Prozeß 1997 gestartet und erzielte im vergangenen Jahr bereits 21 Prozent seines Umsatzes über das Internet. In diesem Jahr dürften die Internet-Verkäufe mit zirka zwölf bis 15 Milliarden Dollar rund 42 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachen. "Die Voraussagen von Marktforschern, wonach in den USA der Umsatz mit E-Commerce in diesem Jahr rund 100 Milliarden Dollar ausmacht, sind viel zu niedrig angesetzt, weil sonst ja alleine auf Intel etwa 13 Prozent davon entfallen würden", berechnete Gove.

Das Internet sei so attraktiv, weil es Vorteile sowohl für Konsumenten als auch für Anbieter bringe. Die Kunden könnten ihre Aufträge im Web plazieren und Lieferanten dafür Angebote abgeben. "Die Preisfindung erfolgt damit ähnlich wie an der Börse." Umgekehrt hätten die Unternehmen durch das Netz Zugang zu vollkommen neuen Märkten und könnten effektiver arbeiten. Das gelte im besonderen Maße für die etablierten Firmen (Bricks), deren Reichweite sich durch das Netz erhöhe. Die Startup-Companies, die (Maus-)Klick-Firmen, müßten andererseits ihr Geschäftsmodell erweitern und beispielsweise eine funktionierende Distribution mit Lagerhaltung und dergleichen aufbauen.