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06.08.1976 - 

Das PCM-Geschäft nach der 138148-Ankündigung:

"Alle rudern und schwimmen"

"Die Angst der Hauptspeicher-Anbieter nach einer IBM-Ankündigung" könnte es in Abwandlung des bekannten Handke-Titels zur derzeitigen Situation auf dem Memory-Markt heißen. "Alle rudern und schwimmen", bekennt freimütig Günter Müller, Marketing-Chef bei der Memorex GmbH, München. Denn so brutal wie bei der Vertriebsfreigabe der Modelle 370/138 und 148, die ja begleitet war von einer generellen Kaufpreis-Reduzierung sämtlicher 370-Zentraleinheiten, hat der Marktführer noch nie zugeschlagen, darin sind sich auch die Memorex-Mitbewerber einig.

758 K verloren

So bietet bekanntlich IBM die 138er- und 148er-CPUs im Vergleich zu den Fünfer-Modellen 135 und 145 um etwa 15 Prozent (bei Miete) oder 25 Prozent billiger an (bei Kauf) - jeweils bezogen auf das Gesamtsystem. Zudem wurden gegenüber den Modellen 135 und 145 die Mindestausrüstungs-Stufen bei der 138 auf 0,5 und bei der 148 auf 1 Megabyte hochgesetzt, wodurch den PCMs (Plug-compatible Manufacturers) ein "Potential" von 758 K verlorengeht - was Dieter, Huhn, Vertriebsleiter der EMM Electronic Memories & Magnetics GmbH, Bad Homburg, die beinahe resignierende Bemerkung abnötigt, "daß sich IBM für eine Weile gewaltig geschützt hat". Schnell reagiert hat Hermann Reiboldt, Geschäftsführer der Cambridge Memories GmbH, Neu-Isenburg. In ganzseitigen Anzeigen ("Einen Leierkasten kann man rückwärts drehen, die Melodie nicht") wird CMI-seits festgestellt, "daß auch nach der Ankündigung von 370/138 und 370/148 die Welt noch die gleiche ist".

Durchhalteparolen

"Wir mixen fröhlich weiter mit", heißt es weiter unten im (Anzeigen-) Text. Mitbewerber wie Control Data, Telex oder CIG drücken sich vorsichtiger aus, halten "Kriegsrat" und warten ab, wie ihre jeweiligen Speicher-Lieferanten (National Semiconductor und AMS Advanced Memory Systems) reagieren werden.

In die Reiboldt-Kerbe haut Dieter Huhn. der Chancen für Hauptspeicheir-Anbieter bei den Modellen 138, 148 und 158 sieht. Der Anwender habe nämlich - so der EMM-Mann - bei der 148 nur die Wahl zwischen 1 Megabyte oder 2 Megabyte. Wer nur 1,5 MB braucht, der muß für eine 2 MB-Maschine monatlich rund 18 000 Mark mehr bezahlen. EMM biete dagegen Hauptspeicher-Erweiterungen für die 148 in 0,5-MB-Stufen an - zu etwa halbem IBM-Preis. Huhn: "Bei einem Preisvorteil von fast 10 000 Mark pro Monat müßte ein EDV-Leiter doch eigentlich happy sein."

Keine Kompatibilitätsprobleme

Zumal EMM beim 148-Ausbau bis zu 4 MB geht, "ohne daß dabei die Kanäle strapaziert werden". Damit habe Electronic Memories wieder ein bißchen verlorenen Boden zurückgewonnen. Daß EMM-Speicher an den neuen IBM-Modellen von der Technik her problemlos laufen werden, zieht Huhn keinen Augenblick in Zweifel: "Die Interface-Verschiebungen sind so gering, daß wir diesen Ausbau leicht machen können."

Die nahe Zukunft sieht auch Memorex-Müller "zwar wolkenverhangen", aber doch "rosig": "Die PCM-Anbieter werden über kurz oder lang bei den Preisen die alte Relation zu IBM wiederherstellen - schließlich bauen die großen Halbleiter-Hersteller allemal mehr Chips als IBM." Und das müsse sich auf den Preis auswirken.