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06.02.1987 - 

Alternativen zu MS-DOS auf der Rollbahn:

Alle sind schneller als Microsoft

FRAMINGHAM (CWN) - Während das Anwenderinteresse an der neuen PC-Generation mit dem 32-Bit-Prozessor 80386 stetig zunimmt läßt Microsoft mit seiner neuen MS-DOS-Version auf sich warten, Insiderschätzungen zufolge noch etwa acht Monate. In der Zwischenzeit drängen alternative Betriebssysteme auf den Markt.

Von der geplanten MS-DOS-Version 5.0 erwartet die DV-Szene die Fähigkeit zu Multitasking und das Ende der 640-Kilobyte-Beschränkung derzeit aktueller Versionen. Aber das Betriebssystem wird immer noch auf den 80286 zugeschnitten sein und die spezifischen Eigenschaften des 80386 nicht oder nicht in vollem Umfang nutzbar machen.

Aufgrund dieser Umstände öffnet sich für die Entwickler alternativer Betriebssysteme ein "Fenster der Gelegenheit", wie sich Norman DeWitt, Analyst beim kalifornischen Marktforschungsunternehmen Dataquest, ausdrückte. Nach seinem Verständnis wird es erforderlich sein, existierende Programme für den Multitasking-Betrieb unter MS-DOS 5.0 umzuschreiben. "Dies würde bedeuten, daß alle die Enduser, die Multitasking benötigen, dazu gezwungen sind, sich komplett neu mit Software einzudecken", sagte er. Außerdem berichteten Softwareentwickler nach seinen Worten, daß DOS 3.X-Anwendungen auf 80386-Maschinen sogar langsamer abliefen als auf den im IBM PC AT verwendeten Prozessor 80286.

Unterdessen gehen konkurrierende Betriebssysteme ihrer Marktreife entgegen. Das VM/386 von Softguard Systems beispielsweise nutzt die virtuelle Betriebsart des 80386 um Multitasking unter MS-DOS und anderen Betriebssystemen gleichzeitig durchzuführen. Ein anderes Produkt, PC-MOS von der Firma The Software Link, nach Angaben seiner Schöpfer eine Übermenge von MS-DOS, soll ebenfalls mehrere MS-DOS-Anwendungen gleichzeitig verwalten. Außerdem könne es spezielle 32-Bit-Anwendungen bearbeiten. Beide genannten Systeme sollen wesentlich früher als das Konkurrenzprodukt von Microsoft am Markt erscheinen. Nun will Microsoft versuchen, so schnell als möglich eine Xenix-Version für die Intel-Prozessoren 80286 und 80386 herauszubringen, die in ihrem Leistungsumfang dem Unix System V Version 3 entspricht. Inwieweit die speziellen Eigenheiten des 80386 dabei erschlossen werden, blieb zunächst offen.

Auch Pick plant ein 80386-Betriebssystem - Pick 386. Dieses soll im zweiten Quartal dieses Jahres lieferfertig sein. Im Unterschied zu den obengenannten ist es allerdings nicht MS-DOS-kompatibel. Pick verzeichnet nach den Worten des Verkaufsleiters bereits einen starken Zustrom. Derzeit existieren über 2000 Anwendungen für Rechner vom Mikro bis zum Mainframe.

Ein weiteres US-Softwarehaus, die Theos Software Corporation, bereitet gegenwärtig sein Produkt "Theos 386" für den Einsatz vor. Theos ist eine Weiterentwicklung des Multiuser-Betriebssystems Oasis, welches Ende der 70er Jahre von Zilog für Z80-Systeme geschrieben wurde. Eine Portierung für den 80386 stehe bevor, teilte die Präsidentin von Theos Software mit.

Unterdessen hat Microsoft mit AT&T eine Vereinbarung getroffen, die es ersterem erlaubt, sein Xenix-Betriebssystem an den Standard der Unix-Systemtechnik anzupassen.