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13.12.1985 - 

Vistanet mit neuem Industriestandard soll auch in Deutschlands Fabriken Einzug halten:

Allen Bradley präsentiert eigene MAP-Version

ESSEN-KEITWIG (sch) - Erste Gehversuche mit ihrem MAP-kompatiblen Netzwerk Vistanet und darauf aufbauenden Produkten macht derzeit die Allen-Bradley GmbH, Hann-Gruiten, in Deutschland. Die neuen Komponenten für die Industrieautomation können Rechner von Hewlett-Packard, IBM, Digital Equipment sowie den firmeneigenen Computer Vista 2000 unter einen Hut bringen.

Das jetzt der Öffentlichkeit vorgestellte lokale Netz Vistanet soll nach den Vorstellungen von Allen-Bradley zusammen mit dem bereits erprobten "Data Highway" und mehreren Interfaces beziehungsweise Gateways für einen durchgängigen Informationsfluß in Industriebetrieben sorgen. Zunächst ist der Einsatz eines Netzwerk-Schnittstellen-Controllers mit der Bezeichnung NIC zum Computeranschluß und eines Terminal-Servers zur Ankopplung von bis zu zwölf ASCII-Peripherie-Geräten vorgesehen. Die Brücke zu Robotern und sonstigen Automaten schlägt in Allen-Bradleys Fabrik der Zukunft der Netzwerk-Schnittstellen-Adapter NIA, wobei er maximal acht Fabrikations- beziehungsweise Automationsgeräte "verkraftet" und auch Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zu den Leitrechnern herstellen kann. Integrierbar sind unter anderem die Handhabungsanlagen von General Motors und Asea.

Als Dolmetscher zwischen dem Vistanet und dem übergeordneten "Data Highway" dient ein - wie es heißt - voll MAP-kompatibles Spezial-Gateway. Dieser Kommunikationsmittler läßt die Einbindung von zwei Data Highways, in denen dann die speicherprogrammierbaren Steuerungen von Allen-Bradley hängen, zu. So ist jedes an das Vistanet angeschlossene Gerät in der Lage, mit jeder Station auf den beiden Data Highways "in Kontakt" zu treten. Außerdem können die Komponenten der beiden LANs auch über Kreuz einen Dialog betreiben.

Ein weiteres Glied in dem Automationskonzept von Allen-Bradley stellt der Head-End-Remodulator zur Frequenzbandverteilung dar. Diese Zusatzeinrichtung wird benötigt, um die Sende- beziehungsweise Empfangskanäle im Vistanet zu verbinden, etwaige Störungen zu entdecken und eventuell Abbruchsignale zu den Stationen zu senden. Der Head-End-Remodulator ist identisch mit dem IEEE 802.4-Standard für Token-Bus-Systeme. Schließlich und endlich gibt es in der Produktpalette noch einen Netzwerk-Manager, der das gesamte Netz überwacht und darüber hinaus unter anderem Statusinformationen sammelt, Diagnose-Routinen ausführt und Fehlerberichte erstellt. Ferner lädt er Software und Konfigurationsdateien zu den Vistanet-Stationen herunter.

Das nach dem Token-Zugriffsverfahren und mit einer Geschwindigkeit von momentan fünf MB pro Sekunde arbeitende Vistanet basiert physikalisch auf einem CATV-ähnlichen Breitband-Koaxialkabel (CATV: Community Antenna TV). Laut Allen-Bradley soll die Übertragungsrate demnächst auf 10 MB erhöht werden. Ein Realtime-Modus stehe allerdings noch aus. Erst mit dem im Rahmen von MAP angepeilten Proway-Standard könne man der Echtzeitverarbeitung einen Schritt näher kommen.

Neben dem LAN mit Zubehör kann das Unternehmen Allen-Bradley, übrigens einer der ersten Mitstreiter bei dem von General Motors initiierten MAP-Projekt, mit einem Industrie-Computer aufwarten, der weitgehend von Masscomp entwickelt wurde. Diese Hardware mit der Bezeichnung Vista 2000 deckt gleichsam Leitsystem- und Prozeßrechnerfunktionen ab und kann als "aussagekräftige" Anlage zwischen die kommerzielle Rechnerebene und die Fertigungsebene geschaltet werden. Als Bereichsrechner solle sie zum Beispiel die grafische Darstellung von Produktionsdaten und eine selbständige Eingriffsmöglichkeit in den Fertigungsablauf gewährleisten sowie Schwachstellen bei der Produktion analysieren. Der Computer Vista 2000 mit Multitasking-Fähigkeiten ist mit einem fehlererkennenden und fehlerkorrigierenden RAM-Speicher (3 MB), einem virtuellen Speicher (16 MB) sowie einem Winchesterlaufwerk (42 MB) ausgestattet. Das Modell basiert auf den beiden Motorola-Prozessoren 68 000 sowie 68010, arbeitet mit einem Unix-Betriebssystem und bleibt laut Allen-Bradley auch noch bei Temperaturen von unter - 60 Grad Celsius funktionssüchtig.