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Kolumne


16.10.1998 - 

"Alles eine Frage des Geldes"

Wer geglaubt hat, die privaten Telekommunikationsanbieter hätten gegen den Ex-Monopolisten Telekom keine Chance, wird spätestens mit dieser Ausgabe der COMPUTERWOCHE eines Besseren belehrt. Die TK-Studie der CW (siehe Seite 1 und 9) belegt eindeutig den Wechselwillen der Unternehmen.

Zwar stellen die Bonner durch ihr Komplettangebot noch eine schier unbezwingbare Bastion dar. Aber die Festung wird belagert. Das wichtigste Geschütz der Gegner in diesem Kampf ist der Preis. Die billigeren Tarife und (noch) nicht die besseren Services sind es laut CW-Studie, die den Firmen einen Wechsel schmackhaft machen. Kein Wunder. Jeder, der 20 Prozent seiner Telekommunikationskosten sparen kann, zieht das Angebot eines alternativen Carriers ernsthaft in Betracht. Wird auch noch die gleiche Verfügbarkeit garantiert, ist der Vertrag mit der Telekom schnell gekündigt.

Allerdings birgt die Waffe - der günstige Preis - der alternativen Carrier einen erheblichen Nachteil: Sie könnte schnell stumpf werden und sich sogar gegen sie selbst wenden. Im Vergleich zur Telekom sind die Rivalen zum Teil zu klein, um einen langanhaltenden Preiskampf für sich zu entscheiden. Zwar hält die Regulierungsbehörde zur Zeit noch schützend die Hand über sie, aber aufgrund ihres schmalbrüstigeren Angebots haben die Alternativen kaum die Möglichkeit, ihre Kampfpreise im Sprachverkehr durch zusätzliche Dienstleistungen zu subventionieren, die mehr Marge bringen. Schon aus diesem Grund dürften sich in nächster Zeit Fusionen verschiedener Carrier abzeichnen.

Außerdem fehlt ihnen nach wie vor der Massenmarkt. Erst wenn die neuen Anbieter auch den privaten Konsumenten Kommunikation aus der Steckdose anbieten können, sind sie vom Volumen her echte Konkurrenten für den Bonner Ex-Monopolisten. Und an dieser Steckdose (Jargon: entbündelter Teilnehmeranschluß) tut sich einiges. Dabei verlassen sich nicht alle Rivalen auf den Regulierer. Der City-Carrier Netcologne beispielsweise versucht, den Telefonanschluß via TV-Kabel in die Haushalte zu bringen. Außerdem laufen Versuche, Kommunikationsdienstleistungen über Stromkabel anzubieten.

Fazit: Die Deregulierung hat den TK-Markt schon innerhalb des ersten Jahres kräftig durcheinandergewirbelt - zum Wohle des Kunden.