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07.11.2006 - 

Kolumne

Alles eine Frage des Preises

Jetzt ist es wohl amtlich: Mit Linux und den damit angebotenen Services allein lässt sich offenbar nicht genug Geld verdienen, um die Existenz eines Unternehmens zu sichern. Verhielte es sich anders, hätte Novell in Sachen Suse-Linux nicht den Schulterschluss mit Microsoft gesucht, um das Produkt zu vermarkten sowie die Virtualisierung von Linux unter Windows und umgekehrt (siehe Seite 1) voranzutreiben. Auf der anderen Seite erkennt Microsoft mit dem Deal Linux offiziell an und stuft es nicht mehr - wie in den vergangenen Jahren die ganze Open-Source-Bewegung - als volkswirtschaftlich schädlich ein.

Microsoft-Chef Steve Ballmer hat sich im Umgang mit dem Konkurrenten eine neue Strategie überlegt, die man mit dem Begriff "friedliche Koexistenz" beschreiben könnte. Damit ist keineswegs gemeint, dass Microsoft seine Ambitionen mit Windows zurücknimmt. Im Gegenteil: Das Softwarehaus gibt lediglich zu, dass es an Linux nicht mehr vorbeikommt. Um im Enterprise-Markt vor allem im Server-Segment weiter wachsen zu können, muss Windows mit Linux zusammenarbeiten können. Sonst würde Microsoft die Anwender zu einer Entweder-oder-Entscheidung zwingen, die immer öfter zugunsten des Open-Source-Betriebssystems ausfallen könnte.

Um das zu verhindern, ist Microsoft sogar bereit zu zahlen und Suse jährlich 70000 Support-Coupons abzukaufen, die es angeblich an Kunden mit beiden Systemen weitergeben will. Ob das wirklich geschieht, ist nicht relevant. Wichtig ist, dass die Zahlungen Suse Linux helfen zu überleben.

Damit schlägt Microsoft mehrere Fliegen mit einer Klappe. Einerseits sichert es sich als mit Abstand größter "Kunde" erheblichen Einfluss auf Suse, was bei den gegenseitigen Virtualisierungsbemühungen und den anderen Vorhaben hilfreich sein dürfte. Andererseits schwächt Microsoft mit dem Schulterschluss die zurzeit am weitesten verbreitete Linux-Distribution von Red Hat.

Aus Microsoft-Sicht könnte es zurzeit nicht besser laufen. Mit dem Deal wird - paradoxe Welt - das Suse-Linux-Lager abhängig von Microsoft als einem wichtigen Geldgeber. Red Hat dürfte den laufenden Preiskampf mit Oracle ebenfalls nicht schadlos überstehen. Beides zusammen wird - so Ballmers Kalkül - zu einer erheblichen Schwächung der Open-Source-Bewegung führen. Ein Ziel, das Microsoft mit der Verteufelung des Gegners niemals erreicht hätte.

Diese Kolumne finden Sie auch im Blog der computerwoche unter blog.computerwoche.de. Dort können Sie Ihre Meinung abgeben und sofort veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.