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08.03.1996 - 

CeBIT-Rundgang/Vom Dokumenten-Management bis zu Simulationswerkzeugen

Alles fliesst: Heraklit goes Business Process Management

Fast alle Besucher beginnen in der Halle 1 damit, ihr Messepensum abzuarbeiten. Dieser Rundgang hingegen soll in der Haupt- und Kassenhalle enden. Folglich beginnt er in Halle 2. Dort - genauer gesagt: auf dem Microsoft-Partner-Stand D02 - hat die Dialogika Gesellschaft fuer angewandte Informatik mbH, Saarbruecken, das neue Release 2.1 ihres Workflow-Management-Systems "Multidesk Access" in den Mittelpunkt der Praesentation gerueckt. Das Produkt soll "MS-Office"-Anwendungen und Fremdapplikationen zu einer Vorgangsbearbeitung zusammenfuegen.

Wie Dialogika erlaeutert, umfasst Multidesk Access eine grafische Vorgangsplanung fuer die - groesstenteils durch Drag and drop realisierbare - Modellierung von Geschaeftsablaeufen und Datenfluessen. Die Vorgangssteuerungs-Komponente sorgt dafuer, dass die definierten "Akten" termingerecht von einem Arbeitsplatz zum anderen geleitet werden. Mit Hilfe des grafischen Personalverzeichnisses lassen sich Zustaendigkeiten kontrollieren. Seinen "Schreibtisch" kann sich jeder Sachbearbeiter individuell konfigurieren. Die juengste Version der Software akzeptiert auch Anwendungen, die nicht kompatibel zum Microsoft-Standard Object Linking and Embedding (OLE) sind.

Zudem hat Dialogika eine Kooperation mit der ebenfalls in Saarbruecken ansaessigen IDS Prof. Scheer GmbH, angekuendigt. Die beiden Unternehmen wollen gemeinsam eine Schnittstelle entwickeln, ueber die sich mit Scheers "Aris"-Werkzeugen modellierte Geschaeftsprozesse in eine "Multidesk-Access"-Umgebung transferieren lassen. In einem weiteren Schritt planen sie, die Workflow-Daten an das Aris-Toolset zurueckzufuehren, wo sie dann fuer Simulationen zur Verfuegung stehen.

Gleich gegenueber auf dem Stand C02 zeigt die SAP AG, Walldorf, Flagge. In der Version 3.0 seines "R/3"-Pakets hat der Softwaregigant eine Vorgangssteuerungssoftware mit der Bezeichung "Business Workflow" implementiert, die die notwendigen Verbindungen zwischen den einzelnen Komponenten des SAP-Systems schaffen soll. Dieses gemeinsame Rueckgrat dient einer Reihe von Software-Anbietern als Andockstation fuer eigene Produkte.

Am konkreten Beispiel nachpruefbar ist das bei der Mummert + Partner Unternehmensberatung, Hamburg, die als Unteraussteller auf dem SAP-Stand zu Gast ist.

Unter der Bezeichnunung "Dokflow" offerieren die Nordlichter eine Loesung fuer die Belegverarbeitung im Rechnungswesen, die auf SAPs Business Workflow und dem elektronischen Archivierungssystem "Easys" von der Gotthard Computer GmbH & Co. KG, Koblenz, basiert.

In der Naehe der SAP-Praesentation hat die Ixos Software GmbH, Grasbrunn, ihre Zelte aufgeschlagen (Stand B16). Ixos zaehlt zum engsten Kreis der "SAP-Technologiepartner". Die Grasbrunner demonstrieren unter anderem, wie die aktuelle NT-Version ihres Dokumenten-Management-Systems "Ixos-Archive" mit der Workflow- Komponente der SAP kooperiert. In der Ixos-Diktion ergaenzt das Archivsystem die R/3-Vorgangssteuerung um "digitales Papier".

Ein wenig weiter den Gang hinunter stoesst der CeBIT-Besucher auf die Symantec GmbH, Duesseldorf (B40). Dort kann er die formularbasierte Vorgangsbearbeitung "Delrina Formflow" unter die Lupe nehmen. Die Windows-Software ist dafuer konzipiert, Formulare zu entwerfen beziehungsweise von Papiervorlagen abzunehmen, sie dann am PC auszufuellen und schliesslich - nach festgelegten Regeln - durch das Unternehmen zu schleusen. Laut Anbieter lassen sich Formflow-Dokumente direkt in Lotus Notes oder "Microsoft Exchange" einbinden.

Microsoft wird seinen "Exchange Server" voraussichtlich erst zum Ende dieses Monats freigeben. Inwieweit das Messaging-Produkt einen eigenen Third-party-Markt initiieren wird, ist noch fraglich. Ganz anders verhaelt es sich mit "Notes" von der Lotus Development GmbH, Muenchen, deren Stand in diesem Jahr die Nummer C38 traegt. Die juengst adoptierte IBM-Tochter nutzt die CeBIT, um Version 4 ihres Groupware-Produkts der hiesigen Oeffentlichkeit vorzustellen. Das Produkt bietet zwar selbst nur rudimentaere Workflow-Funktionalitaet, dient aber als Entwicklungsbasis fuer eine Reihe von Third-Party-Loesungen.

Dazu gehoert beispielsweise "Groupflow" von der Pavone Informationssysteme GmbH, Paderborn, einer Tochter der Peacock AG. Eigenen Angaben zufolge laesst das westfaelische Software-Unternehmen seinen Kunden die Wahl zwischen fest definierten Geschaeftsprozessen und einer Vorgangsbearbeitung, die flexibel auf veraenderte Ablaeufe reagiert. Das System kann am Lotus-Stand in Augenschein genommen werden.

Ebenso die Produktreihe "Orgaprocess" von der COS Computer Organisation GmbH, Trier. Zu den Mitgliedern der Softwarefamilie zaehlen Systeme fuer Qualitaets-Management, Maschinenwartung, Personalverwaltung, Einsatzplanung fuer Mitarbeiter sowie Vertriebssteuerung. Nach Aussagen des Anbieters eignen sich die Orgaprocess-Werkzeuge vor allem fuer die Optimierung von Geschaeftsprozessen, die weniger streng normiert sind, beispielsweise fuer Service-Organisationen oder Forschungs- und Entwicklungs-Abteilungen.

Lotus Notes hat in den vergangenen Jahren erstaunliche Akzeptanz bei Grossanwendern erfahren. Diese Zielgruppe duerfte sich auch fuer die angekuendigte Softwareverbindung zwischen Notes und dem Anwendungssystem der SAP interessieren. Ob diese Schnittstelle auf der CeBIT bereits ein Thema sein wird, ist allerdings fraglich.

Einen letzten Stop in Halle 2 koennte die Ausstellungsflaeche der Banyan Systems GmbH, Ismaning, wert sein. Der Kommunikationsexperte bewirbt sein E-Mail-System "Beyond Mail 2.0" als "Workflow-Plattform fuer das Re-Engineering der Arbeitsablaeufe im Unternehmen". Die Faehigkeit, Unterlagen automatisch weiterzuleiten, ist allerdings nur in der "Professional Edition" des Windows-basierten Softwareprodukts voll ausgebildet. Anwender der "Standard Edition" muessen die "Workflow Option" separat erwerben. Banyan belegt Stand C51.

Halle 7

Wer einen kurzen Spaziergang durch die frische Luft nicht scheut, sollte quer ueber das Messegelaende zur Halle 7 wandern. Auf dem Stand der Berliner PSI AG (A39) zeigt die deutsche Niederlassung der Documentum Inc., Pleasanton, Kalifornien, wie sich ihr "Enterprise Document Management System" (EDMS) ueber die Zusatzsoftware "Accelera" mit dem World Wide Web (WWW) verbinden laesst. Accelera ermoeglicht marktgaengigen Web-Browsern wie den Tools von Netscape, Spyglass, Sun und Microsoft, auf das "Docbase" genannte EDMS-Repository zuzugreifen. So laesst sich das WWW als Basis fuer eine unternehmensweite Vorgangsbearbeitung nutzen.

Ihre Zielgruppe sieht die in Eschborn ansaessige deutsche Documentum-Niederlassung vor allem bei Unternehmen mit grossen, weltweit verteilten Datenbestaenden - insbesondere dann, wenn sie das Internet bereits firmenintern nutzen. Dieser Klientel will sie auch dadurch entgegenkommen, dass sie EDMS mit SAP R/3 und Lotus Notes integriert.

Halle 5

Weiter geht's in die Halle 5. Hier bietet die Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG (SNI) am Stand E2/F1 eine der zahlreichen Moeglichkeiten, Neues ueber das Produkt "CSE/Workflow" zu erfahren. Die SNI-Tochter Sietec GmbH, Berlin, hat eine speziell fuer oeffentliche Verwaltungen zugeschnittene Produktvariante mitgebracht. Sie vermarktet sie mit dem Namenszusatz "Sinad".

Entwickelt wird das Basissystem vom oesterreichischen Softwarelabor CSE Systems, Klagenfurt. CSE unterstuetzt mit seinem Vorgangs- und Prozessleitsystem das Referenzmodell der Workflow Management Coalition (WfMC). Ein SQL-Interface erlaubt es, Daten aus relationalen Datenbanken einzubeziehen. Mit Hilfe einer Programm- Schnittstelle koennen die Anwender eigene Applikationen oder Fremdsoftware - beispielsweise fuer Kostenrechnung, Buchhaltung, Warenwirtschaft oder CAD/CAM - in die Vorgangsbearbeitung einbeziehen. Als Server-System kommen sowohl Unix als auch Windows NT in Frage, waehrend als Clients Windows- oder OS/2-Rechner fungieren.

Gezeigt wird CSE/Workflow auch in der angrenzenden Halle 4 bei der Unisys Deutschland GmbH, Sulzbach im Taunus, die dort den Stand E04 einnimmt. Bei der Garmhausen & Partner GmbH, Ismaning (Halle 3, Stand C03) steht ebenfalls jemand bereit, um Fragen bezueglich des Produkts zu beantworten.

Last, but not least erstellt auch die Debis Systemhaus IAS GmbH, Ottobrunn, fertige Workflow-Loesungen auf der Grundlage des CSE- Produkts. Dabei ruehmt sie sich, sowohl Microsoft-Umgebungen als auch die SAP-Welt einzuschliessen. Debis Systemhaus stellt in Halle 3 aus (Stand C45).

Ein Konzept fuer die Einfuehrung von CSE/Workflow hingegen hat die Interface Connection Gesellschaft fuer Kommunikationssoftware und Datenverarbeitung mbH, Unterhaching bei Muenchen, entwickelt. Sie nennt es "Office Engineering". Ziel dieser Vorgehensweise ist es, das Workflow-System so bald wie moeglich unter Normalbedingungen einzusetzen, um zuverlaessige Kennzahlen fuer die anschliessende Analyse und die darauffolgende Optimierung zu gewinnen.

Aber es lohnt sich vielleicht, noch ein paar Augenblicke in der Halle 5 zu verweilen. Auf dem Stand D46 rueckt sich die Easy Elektronische Archivsysteme GmbH, Muelheim an der Ruhr, ins rechte Licht. "Easy/Workflow" heisst das Paket, das sie aus der eigenen Archivierungssoftware und einer automatisierten Vorgangsbearbeitung auf der Grundlage der CSE-Software geschnuert hat.

Halle 4

Als Kombination aus Workflow und Dokumentenverwaltung bezeichnet auch die MIS GmbH, Darmstadt, ihre Produktfamilie. "Alpha Solutions" ist in der Halle 4 am Stand D68 zu begutachten. Neu ist das Workflow-Modul "Reach Workman", das fremde E-Mail- und Workgroup-Systeme wie MS-Mail, cc:Mail, Lotus Notes oder Microsoft Exchange benutzt, um Vorgaenge von einem Sachbearbeiter zum naechsten zu uebergeben.

Mit einer "Applikation-Route & Track"-Funktion wollen die Darmstaedter ihr Dokumenten-Management-System "Docs Open" in die Vorgangsbearbeitung einbeziehen. Direkt aus dem Docs-Open-Menue heraus koennen die Anwender Vorgaenge starten beziehungsweise empfangen. Die neue Version 3.0 des Dokumenten-Management-Systems wird voraussichtlich Ende Maerz fuer den Markt freigegeben.

In der Halle 4 ist auch das Softwarezentrum Mittelstand (B12) untergebracht. Die Box mit der Nummer 422 belegt hier die Aibas Geschaeftsprozessmodellierung und Softwarewerkzeuge GmbH, Reinhardshagen. Das Unternehmen hat seine "Allgemeine individuelle betriebliche Anwendungssoftware", kurz "Aibas", kuerzlich um ein Modul fuer die (Neu-)0Gestaltung betrieblicher Ablaeufe erweitert.

Aibas wurde urspruenglich an der Gesamthochschule Kassel entwickelt, mit der die Aibas GmbH ein Kooperationsabkommen unterhaelt. Die neue Komponente "Aibas-Team" ist als Werkzeug fuer die Selbststeuerung von Arbeitsgruppen, aber auch fuer das Ablauf- Controlling gedacht. Sie benoetigt als Betriebssystem DOS oder Unix und kann die relationalen Datenbanksysteme von Informix und Oracle anzapfen.

Halle 3

Die Notes-Gemeinde wird auch in der Halle 3 fuendig. Am dortigen Stand C57 macht die Dr. Materna GmbH, Dortmund, auf ihr Dokumenten-Management-System "Hyperdoc" aufmerksam, das - mit Hilfe des Produkts "Sernotarch" von der Sercon GmbH, Hilden - jetzt an die Lotus-Groupware angebunden ist. Der Notes-Benutzer kann in Hyperdoc gespeicherte Archivdokumente anschauen, ohne das Programm zu wechseln.

Mit einem neuen Dokumenten-Organisationssystem tritt die Kuehn & Weyh Software GmbH, Freiburg, auf der CeBIT an (Stand D32). "M/PDO" ist eingebunden in die Vorgangsbearbeitungs-Werkzeuge der "Serie M/...", die sich auf drei Saeulen stuetzt: den Workflow- Manager "M/Teambridge", die Benutzerprofil-Datenbank "M/User" und den grafischen "Workflow-Designer".

"M/PDO" soll eine applikationsuebergreifende Oberflaeche schaffen, mit deren Hilfe sich der Dokumentenbestand in individuellen oder projektbezogenen Arbeitsmappen organisieren laesst. Das Produkt laeuft unter Windows 3.x, Windows 95 und Windows NT. Um die Dokumente zu versenden, kann sich das System - neben dem hauseigenen M/Teambridge - auch gaengiger E-Mail-Produkte wie CC:Mail oder MS-Mail bedienen. Fuer die revisionssichere Ablage hat Kuehn & Weyh das Modul "M/Archiv" zu bieten.

Die Freiburger planen, die Teambridge-Komponente zu einem Workflow-Management-Werkzeug fuer durchorganisierte Geschaeftsprozesse auszubauen. Fuer sich genommen eigne sich das Produkt nur, um schwach strukturierte, grossenteils durch die Benutzer selbst kontrollierte Vorgaenge zu unterstuetzen.

Eines der bekannteren Workflow-Systeme ist "Cosa" von der Software-Ley GmbH, Pulheim bei Koeln (Stand E18). Die Rheinlaender heben den Vorhang vor ihrer juengsten Produktversion 2.0, die unter anderem mit einem direkten Interface zu Lotus Notes aufwartet.

Das Lotus-Produkt soll als Nachrichtenprotokoll zwischen mehreren Cosa-Servern nutzbar gemacht werden. Zudem will Ley seinen Kunden ermoeglichen, jeden Notes-Client in den Workflow einzubinden. Ausserdem macht ihnen der Anbieter Hoffnung, dass sie spaeter einmal Notes-Applikationen generieren koennen, die sich automatisch an den aktuellen Prozesszustand beziehungsweise die jeweilige Nutzerberechtigung anpassen.

Auch zu Prof. Scheers Aris-Tools bekommt Cosa ein Interface. Es soll den Austausch der Modellierungsdaten zwischen beiden Produkten vereinfachen. Als neue Features zaehlt Ley weiter auf: eine datenobjektorientierte Sicht auf die Prozesse, eine "Workbench" fuer die Verwaltung der unterschiedlichen Benutzertypen sowie die Moeglichkeit, ad hoc einen Workflow oder einen Modellierungsvorgang anzustossen.

Mit der Produktlinie "Teamware" ist schliesslich auf dem Stand E03 die ICL Technology GmbH, Duesseldorf, praesent. "Teamware Flow" heisst deren Workflow-Tool fuer die Arbeitsorganisation in LAN- Umgebungen. Es bietet einen Formular-Editor, ein grafisches Planungsinstrument, eine Funktion zur Anlage von To-do-Listen, einen Viewer sowie Kontroll- und Ueberwachungs-Features. ICL verweist insbesondere auf die Moeglichkeit, die in Teamware definierten Vorgaenge "unterwegs" zu veraendern.

Halle 1

An den diesseitigen Ausgang der Halle 3 schliesst fast unmittelbar die Eingangshalle 1 an. Wer den internen Uebergang benutzt, wendet sich gleich nach rechts, um den Partnerstand der Sun Microsystems GmbH, Grasbrunn bei Muenchen, (8A2) zu besuchen. Dort werden gleich zwei vielversprechende Produkte gezeigt: die fuer Software- Entwickler konzipierte Workflow-Software der Continuus Software GmbH, Muenchen, und das "Componentware"-System von Faba.

Laut eigener Formulierung will die Fallmann und Bauernfeind Ges.m.b.H. (Faba), Linz, mit Componentware die technologischen Vorteile der Objektorientierung fuer die Optimierung von Geschaeftsprozessen nutzbar machen. Unter einer grafischen Benutzeroberflaeche soll der Benutzer "Geschaeftsobjekte" abbilden, sie miteinander in Beziehung setzen und die zugehoerigen Prozesse definieren.

Als Alleinstellungsmerkmal ihrer Software bezeichnen die Oesterreicher deren Teamorientierung und Flexibilitaet. Das Produkt koenne seine Staerken vor allem dort ausspielen, wo externe Partner - beispielsweise Kunden, Lieferanten, Banken oder Informationsdienste - in die Geschaeftsprozesse einbezogen wuerden. Die objektorientierte Struktur sei der Garant fuer die Erweiterbarkeit der Componentware-Applikationen.

Indem er die Spezifikationen des "Component Object Model" (COM) von Microsoft implementiert hat, haelt der Anbieter seinen Kunden die Option offen, Fremdkomponenten aus dem Windows-95-/Windows-NT- Umfeld einzuschliessen. Allerdings laeuft Componentware nicht nur auf den Microsoft-Betriebssystemen, sondern auch unter Unix.

Waehrend Faba auf dem Sun-Stand das Thema "Geschaeftsprozesse im Internet" propagiert, heisst das Motto beim frischgebackenen IBM- VAR Inteco GmbH, Filderstadt: Workflow fuer den oeffentlichen Bereich am Beispiel einer Componentware-Loesung - zu sehen am IBM- Partnerstand, der fast das gesamte Suedostviertel der Halle 2 mit Beschlag belegt (D28). Wer noch mehr ueber Componentware wissen will, kann sich auch bei der Ditec Informationstechnologie GmbH & Co. KG, Villingen-Schwenningen, informieren (Halle 4,Stand G04).

Componentware ist das Nachfolgesystem fuer das Groupware-Produkt "Linkworks", das Faba im April 1993 an die Digital Equipment Corp., Maynard, Massachusetts, uebergeben hat. Bis zur Mitte des vergangenen Jahres zeichneten die Linzer zwar fuer die Weiterentwicklung des Systems verantwortlich. Im Juni 1995 entschied Digital jedoch, das Produkt vollstaendig unter die eigenen Fittiche zu nehmen.

Linkworks wurde weniger fuer streng strukturierte Ablaeufe, sondern vor allem fuer Ad-hoc-Vorgaenge konzipiert. Lauffaehig ist die Software in Unix- und Windows-Umgebungen - neuerdings auch mit NT- Server und voraussichtlich ab April mit Native-32-Bit-Clients. Zudem bekundet Digital die Absicht, das kurz vor der Auslieferung stehende MS-Exchange als Mail-Backbone integrieren zu wollen. Gespraechspartner zum Thema Linkworks sind auf dem Stand 4h2 zu finden.

Dort kann der Messebesucher auch nachfragen, wie weit Digital und die Industrieanlagen Betriebsgesellschaft mbH (IABG), Ottobrunn, den Austausch der Workflow-Komponente von Linkworks durch das Workflow-Management-System "Prominand" vorangetrieben haben. Das IABG-Produkt ergaenzt die Linkworks-Moeglichkeiten insofern, als es durchstrukturierte Vorgaenge in komplexen Organisationen anstossen und ueberwachen kann.

Auf dem Digital-Stand ist auch die GMD GmbH, Sankt Augustin, vertreten. Sie entwickelt gemeinsam mit der VW-Gesellschaft fuer technische Datenverarbeitungssysteme mbH (VW-Gedas), Berlin, eine Linkworks-Applikation namens "Politeam". Die Anwendungsloesung soll Bueroprozesse innerhalb grosser, raeumlich verteilter Organisationen leichter handhabbar machen. Die Voraussetzungen dafuer schafft sie, indem sie Ablagen und Laufmappen organisiert, elektronische Unterschriften und "handschriftliche" Anmerkungen toleriert sowie den Anschluss eines Bildtelefon-Systems ermoeglicht. Das WWW- Interface zu Politeam und eine Benutzeroberflaeche mit Virtual- Reality-Elementen sind als Prototypen vorhanden. VW-Gedas stellt sich in der Halle 3 am Stand C04 den Fragen der Politeam- Interessenten.

Ebenfalls in Halle 3 zeigt die Condat DV-Beratung GmbH, Berlin, eine auf Linkworks aufbauende Anwendung - am Stand C64. Das von Condat vorgefuehrte Beispiel betrifft die Genehmigung von Anlagen in einer Umweltbehoerde. Um die Geschaeftsprozesse abzubilden, verwendet das Software- und Beratungsunternehmen eine eigene Beschreibungsmethode.

Vier Staende in Halle 1 sollten noch auf dem Tagesplan derjenigen stehen, die sich grundsaetzlich fuer das Thema Workflow interessieren. Da waere zunaechst die Praesentation der Siemens Nixdorf Informationssysteme AG, Muenchen, (Stand 5e2). Neben ihrem Engagement fuer CSE/Workflow hat die SNI in ihrem Produktportfolio naemlich auch ein eigenes Produkt fuer das Geschaeftsprozess- Management: "Workparty", einen der Klassiker des Workflow-Markts.

Unmittelbar an die Ausstellungsflaechen von Digital Equipment und Siemens-Nixdorf grenzt der Hauptstand der IBM Deutschland Informationssysteme GmbH, Stuttgart, an (4g2). Im Workflow- Geschaeft mischen die Stuttgarter mit, seit sie ihr Produkt "Flowmark" fertiggestellt haben. Das Release 2.2 des unter OS/2 und AIX betriebsfaehigen Systems ist laut IBM bis zu fuenfmal schneller als die Vorgaengerversion. Dadurch sei das Produkt neuerdings auch in der Lage, zeitkritische Geschaeftsprozesse abzuwickeln.

Flowmark gehoert zu den Workflow-Systemen, die sich besonders fuer stark formalisierte Ablaeufe eignen. Prozesslogik, Anwendungslogik und Geschaeftsdaten sind strikt voneinander getrennt, wodurch sich Fremdapplikationen leichter integrieren lassen sollen.

Der neue "Service Broker Manager" hat die Aufgabe, Daten aus grossen Anwendungsprogrammen, beispielsweise aus "Lotus Smartsuite" oder "Staroffice", schnell hin- und herzuschaufeln. Flowmark 2.2 wird voraussichtlich im Sommer auch in einer deutschen Version zu haben sein. Fast von selbst versteht sich, dass IBM auch die Integration mit Lotus Notes vorantreibt.

Auf zwei Workflow-Hochzeiten will die Filenet GmbH, Bad Homburg, tanzen. Unter der Bezeichung "Visual Workflo" offeriert sie eine Software-Umgebung fuer die Entwicklung und den Betrieb von Vorgangsbearbeitungs-Systemen. Mit anderen Worten: Das System ist einerseits besonders flexibel, erfordert andererseits aber auch ein Gutteil Eigenentwicklung. Fertige Visual-Workflo-Loesungen fuehren Filenet und seine Partnerunternehmen auf dem Stand 5a2 vor.

Die fuer das zweite Quartal erwartete Produktversion 2.0 arbeitet mit Unix- und NT-Servern. Auf der Client-Seite koennen neben dem 16-Bit-Windows dann auch Windows 95 und NT zum Einsatz kommen. Das Vollprodukt unter OS/2 ist in Arbeit, aber zum Hannoveraner Grossereignis noch nicht vorzeigbar.

Darueber hinaus hat der Software-Anbieter fuer die CeBIT die Vorstellung eines neuen Workflow-Tools angekuendigt: "Ensemble" ist ein Gemeinschaftsprojekt von Filenet und dem Netzwerk-Spezialisten Novell. Im Gegensatz zu Visual Workflo, das fuer den Einsatz in durchstrukturierten Produktionsumgebungen mit zentraler Systemverwaltung bestimmt ist, richtet sich Ensemble an Benutzer mit nur gelegentlichem Bedarf an Vorgangsbearbeitungs-Funktionen. Filenet hat versprochen, Ensemble ueber eine Schnittstelle an Visual Workflo anzubinden.

Dieser Rundgang endet am Stand der Staffware Vorgangssteuerungssysteme GmbH, Sulzbach bei Frankfurt am Main, einer Tochter der Staffware Plc., London. Der Anbieter zaehlt zu den Pionieren des Workflow-Geschaefts und hat nach eigenen Aussagen weltweit 100000 Arbeitsplaetze mit seinem gleichnamigen Softwareprodukt ausgeruestet. "Staffware" dient zur Steuerung komplexer, strukturierter Geschaeftsvorgaenge - sowohl in LAN- Umgebungen als auch in Wide-Area-Netzen.

Den Kunden, die hohe Ansprueche an die Flexibilitaet ihres Systems stellen, will Staffware die Integration unstrukturierter Geschaeftsvorgaenge ermoeglichen - durch eine Schnittstelle zu Lotus Notes. So sollen sich die in Arbeitsgruppen gesammelten Informationen in Prozesse wie Produktplanung oder Kostenermittlung ueberfuehren lassen. Das Workflow-System kann im Client-Server- Betrieb unter Unix, Windows NT und OS/2 gefahren werden. Der Staffware-Stand traegt die Kennung 3e7.

Wessen Aufnahmekapazitaet jetzt immer noch nicht erschoepft ist, der kann sich noch bei der Workflow Management Coalition (Halle 1, Box 2h8) mit den Standardisierungsbemuehungen rund um die Vorgangsbearbeitung auseinandersetzen. Die anderen werden jetzt in den Strom der CeBIT-Mueden eintauchen, der langsam in Richtung Taxi oder Strassenbahn-Station fliesst.

Die Palette der Workflow-Tools

Die informationstechnische Unterstuetzung von Geschaeftsablaeufen, gemeinhin Workflow genannt, gilt mittlerweile in vielen Unternehmen als wirkungsvolle Schlankheitskur fuer aufgeblaehte Verwaltungsapparate. In Ausnahmefaellen bildet sie sogar - eine Reminiszenz an das gute alte Computer Integrated Manufacturing (CIM) - eine Schnittstelle zwischen Produktion und Administration. Die angebotenen Werkzeuge reichen vom blossen Dokumenten-Management ueber die vollautomatisierte Vorgangsbearbeitung bis hin zu Simulations-Tools fuer die Geschaeftsprozess-Optimierung.