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26.04.2005 - 

CW-Wert

Alles für den Bürger

Der Falke oder besser der Uhu der deutschen Innenpolitik hat mal wieder Recht behalten. Otto Schily will - wie es seine vornehmste Aufgabe ist - immer nur das eine, den deutschen Bürger schützen. Wir, seine Schutzbefohlenen, sind leider allzu oft zu dumm, um das einzusehen. Am Beispiel des "biometrischen" Reisepasses lässt sich die Genialität des bundesdeutschen Innenministers am besten spüren. Eigentlich wollte die Bundesregierung dieses hochsichere Dokument mit integriertem Chip erst 2007 in Verkehr bringen. Doch die Amerikaner verlangen diesen Reisepass viel früher. Ab Herbst dieses Jahres, sagen sie, kommt niemand mehr ohne Visum in ihr Land, der nicht im Besitz eines solchen Hightech-Passes ist. Schily beeilt sich, er will den Termin schaffen. Obwohl Datenschützer Zeter und Mordio brüllen, weil der Umgang mit den sensiblen Daten keineswegs geklärt ist (werden die später an Mc Donalds oder, Gott bewahre, an die Deutsche Telekom verkauft?), drückt Schily ohne Rücksicht auf den Koalitionspartner und weniger gusseiserne Parteifreunde aufs Gas. Wohlwissend: Visumspflicht wäre das größere Übel. Aber nur, wer schon mal aus beruflichen Gründen in einer US-Botschaft um ein Visum vorstellig wurde, kann das nachvollziehen. Persönliches Erscheinen in Frankfurt oder Berlin, stundenlanges Warten, Schlange stehen und Botschaftsangestellte, die offenbar die Erteilung des Visums als Gnadenakt betrachten. Nein, danke. Dann doch lieber ein Reisepass mit all meinen persönlichen Daten; nur nie wieder eine amerikanische Botschaft von innen sehen. Und das war Herrn Schily von vornherein klar. Danke, Herr Minister.