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09.02.1979 - 

"Total Information System " von Cincom:

Allheilmittel gegen Datenbank-Kollaps?

FRANKFURT - Die Teilnehmer des letzten deutschen Cincom-Benutzertreffens durften neben neuen Erkenntnissen auch die Zusage mit nach Hause nehmen, ihr Softwarelieferant werde noch im Frühjahr '79 "das wirksamste Software-Tool der kommenden Jahre" vorstellen. Unter der Bezeichnung "Total Information System" (TIS) wurde ein Software-Werkzeug entwickelt, von dem EDV-Fachleute und -Laien gleichermaßen profitieren sollen: Experten durch direkten Einblick und Zugriff auf Datenbestände, Neulinge durch eine einfache Sprache, über die im Klartext Online-Abfragen möglich sind.

TIS wurde von Cincom Systems anläßlich des zehnjährigen Firmenbestehens in den USA vorgestellt. 800 geladene Gäste erfuhren Anfang Oktober 1978 von Cincom-Präsident Thomas M. Nies erstmals von dem neuen Produkt. In seinem Referat gab sich der ehemalige, IBM-Verkäufer betont selbstbewußt: "TIS", so Nies, "wird die Entwicklungen des Computer-Zeitalters mehr beeinflussen als irgendeine Neuigkeit der -nächsten 10 Jahre."

Wie stark Cincom hierzulande tatsächlich einzuschätzen ist. verdeutlichen die Installationszahlen: In der Bundesrepublik laufen 31 IBM-, zehn CDC-, zwei Honeywell Bull- und zwei NCR-Systeme unter Cincom-Betriebssoftware (vor allem Total und Environ/1).

TIS wird ab April 1979 verfügbar sein. Vorerst ist das Paket auf 370-Anlagen lauffähig. Ähnlich wie das Bestseller-Datenbanksystem Total wird TIS auch auf die Hardwarebedingungen kleinerer und kleinster Computer und Minis herunterentwickelt. (Total für System /34 wird jetzt angeboten, die Implementierung auf System /1 läuft versuchsweise!)

Die Entwicklungszeit für TIS lag nach Nies-Angaben bei 360 Mann-Jahren.

Sicherheits-Codes im Datenbankteil

TIS besteht aus den Komponenten Data Base,- Retrieval-, Update- und Communications Management. Diesen Dienstprogrammen ist das Inhaltsverzeichnis (Directory) vorangestellt. In diesem Modul liegt zugleich das Kommandozentrum für TIS.

Das neue Cincom-Tool ermöglicht das Auslagern von Datenbanken in verteilte Netze. Laut Nies wird mit TIS dafür gesorgt, daß alle Teilnehmer eine hohe Antwortbereitschaft erhalten. Sicherheits-Codes und Zugriffs-Hierarchien sind im Data Base-Teil gespeichert.

Der TIS-Preprozessor und die Data Base Maintenance-Einrichtung ermöglichten Systemteilnehmern mit unterschiedlichen Betriebsarten und Anforderungen individuell Daten zu ändern, hinzuzufügen oder zu löschen - unabhängig von Datenstruktur und Speicherort.

Lesbare Antworten

Protokolle für interne und externe Kommunikation erstellt der Communications Manager. Environ/1 und CICS werden unterstützt. Beim Retrieval Management wird auf eine Programmiersprache verzichtet. Der Benutzer kann Online- und Batch-Abfragen im Klartext starten und erhält vom System lesbare Antworten und Ergebnisse. Bedienerführung ist auf mehreren Ebenen eingebaut. Der Anfragende braucht darüber hinaus keine Kenntnisse über die Datenbank selbst oder ihren Speicherort zu haben.

Größter Vorteil von TIS - so Nies - ist die Hardware-Neutralität. Selbst einschneidende Hardware-Innovationen seines ehemaligen Arbeitgebers fürchtet der Cincom-Präsident nicht. Nies: "Selbst wenn die IBM mit Blasenspeichern kommt, wird TIS uneingeschränkt auf diesen laufen!"

Klaus Rosenthal ist freier EDV-Fachjournalist.