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08.08.2006

Allianz verkleinert ihren IT-Dienstleister

Der interne IT-Provider der Allianz lagert Desktop- und Netzdienste aus. Rund 780 Mitarbeiter müssen gehen.

Die Agis, der interne Dienstleister der Allianz, steht erst am Anfang des Outsourcing-Vorhabens, einen Partner für den Betrieb der Desktops sowie der Netz- und TK-Infrastruktur hat die Allianz- Tochter noch nicht. Agis-Geschäftsführer Kurt Servatius erklärte gegenüber der computerwoche lediglich, dass man einen der großen Dienstleister auswählen werde, bei dem die Services zum Kerngeschäft gehören. Man strebe eine langfristige Partnerschaft über fünf bis zehn Jahre an. Firmennamen nannte er nicht. Aufgrund des Anforderungsprofils kommt vor allem T-Systems in Frage, zumal die Telekom-Tochter bereits im vergangenen Jahr eine Agis-Niederlassung samt Rechenzentrums- und Netzbetrieb in Singapur übernommen hat. Unternehmensnahen Quellen zufolge sind jedoch IBM und Hewlett-Packard die aussichtsreichsten Anwärter. Den Umfang des Projekts schätzt Nadia Adnane, Beraterin bei Pierre Audoin Consultants (PAC) auf 90 Millionen Euro pro Jahr. Damit ergibt sich je nach Laufzeit ein Auftragsvolumen von 450 bis 900 Millionen Euro. Fortsetzung auf Seite 4

Offiziellen Darstellungen sind von der Auslagerung 600 Stellen, also knapp ein Drittel der Agis-Belegschaft, betroffen. Insgesamt seien aufgrund von Teilzeitregelungen jedoch rund 780 Mitarbeiter betroffen. Nach Vorstellungen von Servatius soll der Betriebsübergang gemäß Paragraf 613a des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) erfolgen. Das Gesetz sichert den ausgelagerten Mitarbeitern ein Jahr lang die bisherigen Bezüge und Bedingungen zu. Üblicherweise gehen vor allem in umfangreichen Outsourcing-Deals die Zusagen, die die Unternehmensleitung der Mitarbeitervertretung macht, über das gesetzliche Mindestmaß hinaus.

Große Outsourcing-Deals in Deutschland

Unternehmen Provider Volumen Laufzeit

Deutsche Bank IBM 2,5 Mrd. E 10 Jahre

Volkswagen T-Systems 2,5 Mrd. E 7 Jahre

Thyssen-Krupp HP > 1,0 Mrd. E 7 Jahre

Karstadt-Quelle Atos Origin > 1,2 Mrd. E 8 Jahre

Allianz ?? 0,45 - 0,9 Mrd. E 5 - 10 Jahre

RAG SBS 0,5 Mrd. E 7 Jahre

West-LB HP 0,5 Mrd. E 5 Jahre

Das Outsourcing-Vorhaben der Allianz gehört zu den fünf größten Abkommen in Deutschland.

Servatius verneinte die Frage nach weiteren Outsourcing-Aktivitäten zusätzlich zu dem jetzt angekündigten Schritt. "Wir reden über ein Outtasking von Teilfunktionen. Die Agis bleibt Full-Service-Dienstleister gegenüber der Allianz Deutschland", betonte er. Er bestritt auch einen Zusammenhang mit den Konsolidierungsplänen des Mutterkonzerns. Der Allianz-Konzern möchte im Inland knapp 7500 Stellen streichen.

Finanzdienstleister lagern aus

Die Auslagerung kommt spät: "Ich hätte diesen Schritt schon früher erwartet", wundert sich etwa Adnane. "Die Versicherungen sind in der Regel etwas vorsichtiger als die Banken." Unter Finanzdienstleistern sind Auslagerungsprojekte mittlerweile üblich. Große Outsourcing-Deals haben etwa die Deutsche Bank, West LB und Zurich Financial Services vereinbart. Zudem drängen die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken ihre IT-Dienstleister zu Einsparungen. So kündigte kürzlich erst die Finanz-IT, Dienstleister der Sparkassen im Norden und Osten Deutschlands, an, in den kommenden zwei Jahren 600 Stellen zu streichen.

"Die Unternehmen stellen alles auf den Prüfstand, was nicht zum Kerngeschäft zählt. In der Regel werden - so wie bei der Agis - zunächst die Desktop-Services ausgelagert", beschreibt PAC-Analystin Adnane. Nicht betroffen von Auslagerungsplänen ist zumeist der Teil der Anwendungsentwicklung, der eng mit den Geschäftsabläufen verknüpft ist. Im Allianz-Konzern ist die Agis vor allem für infrastrukturnahe Dienste wie Rechenzentrum und Druckservices verantwortlich, nicht jedoch für die Anwendungsentwicklung. (ciw/jha)