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23.09.1994

Allianzen sollen Daytona den Ruecken staerken Fuer NT-Server-Offensive braucht Microsoft dringend Verbuendete

FRAMINGHAM (IDG) - In wenigen Wochen will Microsoft mit der Auslieferung von Daytona (Windows NT 3.5) beginnen. Das neue Release duerfte mehr bringen als hoehere Performance und reduzierten Speicherbedarf. Vor allem die von Microsoft im Laufe eines Jahres klug eingefaedelten Kooperationen sollen dafuer sorgen, dass NT im Bereich der High-end-Server endlich ernstgenommen wird.

Unter der Bezeichnung "Back Office" faehrt der Softwarekroesus einen neuen NT-Kurs, mit dem er seinen Erfolg im Bereich der Front-ends nun auch auf die Server-Seite ausweiten will. Das Bundle fuer die zentrale Betriebs-DV umfasst ausser Daytona ein Update des Microsoft-Datenbanksystems "SQL Server 4.2.1" und den IBM-Host- Link "SNA Server 2.1". Hinzu kommt das neue Programm "Systems Management Server", ein Kontrollwerkzeug fuer die Administration.

In Richtung Groupware zielen in Daytona die bereits vorhandenen Kommunikationsbausteine MS-Mail sowie der Exchange-Server. Das Bundle aus Betriebssystem und Server-Applikationen legt den Verdacht einer voelligen Vereinahmung des Back-ends durch Microsoft nahe.

Doch bei der "geballten Server-Kraft" allein hat es Microsoft nicht bewenden lassen. Die Gates-Strategen scheinen bereits fruehzeitig erkannt zu haben, dass der im Sommer 1993 anvisierte Jahresabsatz von einer Million NT-Kopien nicht zu erreichen war. Um das Update ernsthaft im Bereich von High-end-Servern positionieren zu koennen, bedurfte es mehr als der verbesserten Skalierbarkeit fuer Multiprozessor-Umgebungen oder einer direkten TCP/IP-Unterstuetzung auf 32-Bit-Basis.

Den Schluessel zum NT-Erfolg sieht Microsoft in zahlreichen Kooperationen, vor allem mit Branchengroessen aus der Unix-Welt. Sie wurden im Laufe der letzten zwoelf Monate geschlossen und sollen in ihrer Gesamtheit NT derart den Ruecken staerken, dass US-Experten inzwischen von einer ernsthaften Konkurrenz fuer die Unix-Welt sprechen. So entwickelt zum Beispiel AT&T eine Netzwerkloesung, die den Einsatz von NT als Peer-to-peer mit Unix- und OS/2-Servern erlaubt. Unter der Bezeichnung "Advanced Server for Unix" soll dieses Produkt in entsprechenden Varianten auch von SCO und anderen Unix-Herstellern im naechsten Jahr angeboten werden.

Ausserdem wollen AT&T und Digital Equipment ihre jeweiligen NT- Maschinen fuer den Zusammenschluss in Clustern konfigurieren. Daytona erhaelt damit die Moeglichkeit, sich in den symmetrischen Multiprozessor-Umgebungen von zwei weiteren Herstellern auszubreiten.

Darueber hinaus bereitet DEC derzeit einen DCE-Support (Distributed Computing Environment) fuer NT vor. Bereits seit laengerem ist ein Gateway fuer die Anbindung von Microsofts Objekttechnik an DECs Implementierung des Corba-Standards von der OMG (Object Management Group) geplant. Unisys hat im vergangenen Fruehjahr angekuendigt, dass es sein X/Open-kompatibles OLTP-System (Online Transaction Processing) auf NT portieren wird.

Unter diesen Voraussetzungen spricht Bob Kruger, zustaendig fuer Microsofts Kooperationen und Standards, von einer friedlichen Koexistenz zwischen Windows NT und Unix in der DV-Landschaft - zumindest vorlaeufig. Unix wird nicht abgeloest, das ist Kruger klar. Die Motivation fuer Anwender, zunehmend auch unternehmenskritische Anwendungen unter NT laufen zu lassen, liegt seiner Ansicht nach in den guenstigeren Kosten von Daytona-Servern.