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03.01.1997 - 

Mobile Kommunikation/Mit dem tragbaren Büro unterwegs

Allzeit arbeitsbereit mit Handy und Notebook

03.01.1997

Für den Trend zum mobilen Arbeiten und die hohe Akzeptanz bei den Anwendern gibt es unterschiedliche Gründe. Die einen rechnen mit mehr Produktivität und Kreativität, da man nicht länger an feste Arbeitszeiten gebunden ist, sondern besonders kreative Phasen für seinen Job nutzen kann. Andere wiederum wollen durch Telearbeit schlichtweg dem täglichen Verkehrschaos entfliehen und die so gewonnene Zeit produktiv nutzen. Für eine dritte Zielgruppe ist der Aufenthalt auf der Datenautobahn wichtig, weil sie den ständigen Informationsfluß für ihre Arbeit braucht.

Außendienstmitarbeiter oder Serviceleute, die ihre Arbeit meist vor Ort beim Kunden leisten, sehen in den Komponenten des Mobile Computing eine erhebliche Entlastung. Sie erlauben es, Routineabläufe zu automatisieren, Berichte, Veränderungen in der Kundendatei oder andere Daten ohne Verzögerungen in das Firmennetz einzuspeisen und Zugang zu den Datenpools der Firmenzentrale zu haben.

Unüberhörbarer Einfluß auf unseren Alltag

Besonders der Mobilfunk hat sich in den vergangenen Jahren als Schlüsseltechnologie zu einem wichtigen Element des Mobile Computing entwickelt. Routineabläufe lassen sich fest in eine Kommunikationssoftware integrieren, was erhebliche Kosteneinsparungen möglich macht.

Der Mobilfunk hat in den vergangenen Jahren einen wahren Boom erlebt, dessen Ende noch nicht absehbar ist, auch wenn sich die Zuwachsraten inzwischen etwas normalisiert haben. Der Einfluß, den Handies auf den Arbeitsalltag haben, ist nicht mehr zu übersehen und zu überhören. Nicht selten entscheidet die Möglichkeit, auf Marktgegebenheiten unmittelbar reagieren zu können, über den Erfolg oder Mißerfolg eines Projekts.

Per Notebook und ein für die Datenübertragung ausgestattetes Handy mit Modem kann man Dienste wie E-Mail, Fax- oder Datentransfer in Deutschland von nahezu jedem Standort aus nutzen. Personal Digital Assistants (PDA), auch Palmtops genannt, sowie die neue ultraleichte Generation von Notebooks lassen sich heute mit scheckkartengroßen Modems zur mobilen Kommunikationszentrale hochrüsten.

Standard wird bei der neuen Notebook-Generation eine integrierte Infrarot-Schnittstelle, über die der mobile Rechner auf zahlreiche Peripheriegeräte zugreift oder sich in ein Firmennetz einklinkt, ohne daß aufwendige Verkabelungen notwendig wären. Die High-end-Geräte unter den Portables verfügen über eine vollständige Multimedia-Ausrüstung, die selbst Video-Conferencing mit dem Notebook gestattet. Darüber hinaus bedienen einige Anbieter den Markt mit vorkonfigurierten Kofferbüros, in denen leistungsstarke Notebooks, mobile Drucker und DFÜ-fähige Handies zu einer multifunktionellen Kommunikationseinheit für unterwegs verschmelzen.

Die Einhaltung von Standards ist auch in der mobilen Kommunikation für einen reibungslosen Nachrichtenaustausch zwischen den Komponenten unerläßlich. Die internationalen Betreiber von Mobilfunknetzen haben sich darauf geeinigt, in ihren Netzen festgeschriebene Kommunikationsregeln einzuhalten. Die digitalen Zellularnetze im Mobilfunk basieren weltweit mehrheitlich auf dem Standard Global System for Mobile Communication (GSM). Er wird zur Zeit von rund 130 Betreibern in etwa 70 Ländern unterstützt und ermöglicht die grenzüberschreitende Kommunikation oder den Datenaustausch von unterwegs.

Mobile Computing in Reinkultur ist allerdings nur machbar, wenn die GSM-basierten Mobilfunknetze zügig weiter ausgebaut und technisch verbessert werden. Dazu gehört auch die Bereitstellung einer einheitlichen Rufnummer, wenn ein Anwender sein Handy auch für den Fax- und Dateneingang nutzen will. In den D-Netzen kann heute nur derjenige elektronische Nachrichten oder mobile Faxe erhalten, der für jeden dieser Dienste eine eigene Nummer hat, die nicht mit der Teilnehmernummer für die Sprachkommunikation übereinstimmt.

Das sogenannte Multinumbering ist notwendig, weil der Umsetzer (Codec = Coder/Decoder), der in den Vermittlungsstellen der Funknetze die Sprache digitalisiert und entdigitalisiert, derzeit noch eine Barriere für den Datenverkehr darstellt. Technisch sind die GSM-Netze heute noch nicht in der Lage, automatisch zu erkennen, welchen Dienst ein Anrufer ansprechen möchte. Abhilfe könnte die flächendeckende Verfügbarkeit von ISDN schaffen, denn das digitale System identifiziert die jeweiligen Dienstesignale automatisch und wandelt die eingehende Nachricht in die entsprechenden Impulse für die Daten- oder Sprachübertragung um.

Eine abgespeckte Form der mobilen Datenübertragung ermöglicht Short Messaging Service (SMS), eine Funktion, die es in den Mobilfunknetzen noch nicht sehr lange gibt. Per SMS lassen sich bis zu 160 alphanumerische Zeichen auf das Display eines Funktelefons transferieren. Das unter SMS mögliche Volumen an übertragbaren Zeichen reicht aus, um Kurzinformationen wie Preise, Artikelnummern oder Terminänderungen zwischen mobilen Teilnehmern zu übertragen. SMS stellen die Netzbetreiber kostenlos bereit.

Modacom ist eine weitere Form der mobilen Datenübertragung, die die Telekom seit 1993 anbietet und heute rund 10000 Kunden hat. Ihre Modacom-Aktivitäten hat die Telekom mittlerweile auch auf die Schweiz ausgedehnt und hier eine eigene Modacom-Tochter gegründet. Die strategischen Trassen entlang der Hauptverkehrswege sind in der Alpenrepublik bereits mit Modacom-Stationen versorgt.

Modacom ist ein zellulares Funknetz, das in mehrere Zellen mit separaten Funkstationen aufgeteilt ist. Nachrichten werden aus einer mobilen Arbeitsstation heraus, also dem Notebook, einem Palmtop oder PDA, per Funkmodem an eine Funkstation gesendet, von dort unmittelbar in das X.25-Netz übergeben und an den Empfänger geschickt.

Modacom nutzt hohe Datenübertragungsraten und ist darüber hinaus sehr sicher. Einsatzgebiete für den mobilen Datenfunkdienst sind der Service- und Wartungsbereich, mobile Datenbankzugriffe, Dispositionsanwendungen oder die Fernbedienung und Fernmessung von externen Komponenten oder Stationen.

Die Zahl der Anwender, die mit einer speziellen "Remote Software" von unterwegs auf die Datenpools des Firmen-Servers zugreifen, nimmt kontinuierlich zu. Die am häufigsten genutzte Kommunikationsform zwischen mobilen Mitarbeitern oder zwischen ihnen und der Firmenzentrale bleibt aber die elektronische Post, die auch das mobile Faxen verdrängt.

Hier stört allerdings das Gedrängel im Internet. So erreichen die Übertragungszeiten von Nachrichten heute gelegentlich schon Werte, die sogar die herkömmliche Briefpost unterbietet. Die Internet-Provider treffen zunehmend auf frustrierte Anwender.

Mit einem breitgefächerten Diensteangebot wollen die Service-Provider den enttäuschenden Trend beenden. So ist es beispielsweise bei einigen Betreibern möglich, den Austausch elektronischer Post auf geschlossene Benutzergruppen zu beschränken. Der Schlüssel zu diesem Zirkel und seiner Adreßkartei ist ein Paßwort, das nur Teilnehmern der Gruppenanwendung bekannt ist.

Immer mehr Unternehmmen nutzen das Internet zur Erweiterung ihrer Firmennetze. Hier können sich auch mobile Teilnehmer oder Außenbüros einklinken, wenn sie dazu berechtigt sind. Dies ist zumindest für einen Teil des Datenverkehrs kosteneffizient, denn die Firmen können sich die teuren Mietleitungen sparen.

Aus den Veränderungen in den Firmenhierarchien und den daraus resultierenden Um- und Neustrukturierungen werden sich nach Ansicht von Arbeitswissenschaftlern und Gesellschaftsforschern für das mobile Büro in den kommenden Jahren weitere Ansätze ergeben. Die Technik ist längst nicht bis an ihre Grenzen ausgereizt. Es sei nur auf die Pläne zur Satellitenkommunikation verwiesen.

Die Protagonisten des Mobile Computing versprechen durch mehr Flexibilität in vielen Bereichen eine höhere Produktivität. Um die Jahrtausendwende, so die Ergebnisse einer Studie, die das amerikanische Marktforschungsinstitut BIS Strategic Decisions vorlegt, sollen rund 200 Millionen Anwender auf unserem Globus in irgendeiner Form mobile Kommunikationsmittel einsetzen.

Lexikon

C-Netz

Das analoge Mobilfunknetz der deutschen Telekom ist nahezu flächendeckend verfügbar. Es läßt sich allerdings nicht grenzübergreifend nutzen, da es auf Frequenzen sendet, die es technisch nicht erlauben, Übergänge zu anderen europäischen Mobilfunknetzen zu schaffen.

Multinumbering

ist im GSM-Netz der D-Netze heute noch notwendig, wenn auf dem Handy auch Daten- oder Faxnachrichten empfangen werden sollen.

PCMCIA

Die Personal Computer Memory Card Mannfacturers International Association ist eine Organisation von Hard- und Softwareherstellern, die für Standards der PC-Karten sorgen. PC-Cards (früher PCMCIA-Cards) haben die Größe einer Scheckkarte, unterscheiden sich aber in der Stärke. Eine Typ-III-Karte faßt zwei Karten des Typs II. Zahlreiche Hersteller bieten PC-Cards für Fax- und Datenübertragung an.

SMS

Short Messaging Service: Erlaubt es seit einiger Zeit, Kurznachrichten von bis zu 160 alphanumerischen Zeichen auf das Display eines anderen Funktelefons zu senden.

GSM

Groupe Spéciale Mobile/Global System for Mobile Communications: ein digitaler europäischer Mobilfunkstandard, den weltweit immer mehr Mobilfunkbetreiber einsetzen. Erleichtert die netzübergreifende Kommunikation, da Roaming-Abkommen mit anderen internationalen Mobilfunkanbietern möglich sind.

Mobile Ausrüstung

Das braucht der mobile Anwender:

-Notebook oder Palmtop mit PC-Card-Slot,

-PC-Card-Fax/Datenmodem,

-Kommunikationsprogramm,

-E-Mail-Adresse (Compuserve, Com-Box, Internet etc.),

-Handy für die mobile Datenkommunikation über GSM-Netze,

-Freischaltung der Datenübertragung im Mobilfunknetz sowie

-Freischaltung der SMS-Funktion (Short Messaging Service)

ANGEKLICKT

Die Unternehmen haben ihre Mitarbeiter auch dann an der Leine, wenn diese unterwegs sind. Ausgestattet mit Notebooks und Handies sind jederzeit telefonische Kommunikation und Datenübertragung möglich. Mobile Computing steigert die Produktivität schon dadurch, daß man das Büro quasi immer mit dabei hat.

*Petra Adamik ist freie Journalistin in München.