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23.03.1984 - 

Der Dolmetscher muß noch korrigieren:

ALPS-System übersetzt in fünf Sprachen

PROVO/UTAH (VWD) - Ein EDV-System, das Texte in andere Sprachen übersetzen kann, stellt jetzt die Automated Language Processing Systems (ALPS), vor. Die Ergebnisse des Rechners müssen jedoch danach von einem Dolmetscher überprüft werden.

Wie aus den USA berichtet wird, erwartet die ALPS-Geschäftsleitung, daß ihre Kombination von Mensch und Maschine dem Benutzer helfen kann, Erzeugnisse im Ausland schneller, wirtschaftlicher und billiger anbieten zu können. Die Zielgruppe seien multinationale Unternehmen, deren Bedienungs- und Wartungsanleitungen oder andere technische Dokumente übersetzt werden müssen, sagte Gene Barduson, ALPS-Executive-Vice-President.

Das System übersetzt Schriftstücke automatisch in fünf Hauptsprachen, wobei für jedes Wort in einem eingespeicherten Wörterbuch die Übersetzung und Wortstellung abgerufen wird. Der Dolmetscher ist jedoch erforderlich, um Fragen des Rechners über Satzbau und Definition zu beantworten, wenn es zu Zweideutigkeiten kommt.

Seit einiger Zeit schon werde vielfach an automatischen Übersetzungssystemen gearbeitet, sagte Barduson. Jeder wolle, daß bei Eingabe eines Wortes die Übersetzung automatisch geschehe, aber dies funktioniere nicht, die Qualität sei ungenügend. Die "Pioniere" hätten die Möglichkeiten des Computers über- und die Komplexität der Sprachen unterschätzt. ALPS wolle nicht den Dolmetscher durch einen Computer ersetzen, sondern dem Dolmetscher seine Arbeit erleichtern sowie Geschwindigkeit und Qualität der Übersetzung steigern.

Das ALPS-System entstand in den 70er Jahren an der Brigham Young University, nachdem Forscher eine neue mathematische Sprachentheorie - Junction Grammar - verwendeten, um ein Maschinenübersetzungssystem zu entwickeln. Das Unternehmen ALPS wurde 1980 von Rick Warner, Geschäftsmann aus Salt Lake City, und 16 Forschern der Brigham Young University gegründet. Das beste Übersetzungssystem des Unternehmens kostet 110 000 bis 160 000 Dollar. Der Kundenstamm, derzeit 22, reicht von der privaten Sprachschule Monterey Institute of California bis zu Computervision, dem weltgrößten CAD/CAM-Unternehmen. Weil die Hälfte des Marktes in Europa ist, will ALPS in Brüssel innerhalb der nächsten zwei Monate eine Vertretung einrichten.