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05.08.1994

Als Anwendungsumgebung auf dem Power-PC Neben IBM und HP will auch Apple Taligent implementieren

SAN FRANZISKO (qua) - Anlaesslich der Object World in San Franzisko stellte die Taligent Inc. erstmals die Benutzeroberflaeche ihrer Anwendungsumgebung

"Tal AE" zur Schau. Alle drei Investoren des in Cupertino, Kalifornien, ansaessigen Unternehmens - IBM, HP und Apple - kuendigten fuer das kommende Jahr eine Implementierung der Tal AE an.

In puncto Marketing konnte keiner der rund 100 Object-World- Aussteller Taligent das Wasser reichen: CEO Joseph

("Joe") Guglielmi hatte nicht nur - neben Softwarepromis wie Steven Jobs, Philippe Kahn und Bud Tribble - einen Platz auf

dem Eroeffnungspodium, sondern nutzte den Rahmen der Konferenzmesse sowohl fuer eine Pressekonferenz als auch fuer eine grossangelegte Produktpraesentation.

Augenscheinlich ist Taligent in Zugzwang: Waehrend das Konkurrenzprodukt "Nextstep" bereits die Release-Nummer 3.2 erreicht hat und voraussichtlich Ende September in einer Betriebssystem-unabhaengigen Ausfuehrung vorliegen wird, ist die Taligent-Entwicklung bislang nicht viel mehr als Rauch im Spiegel. Auch die Tatsache, dass sich mit HP, Sun und DEC drei der vier wichtigsten Workstation-Anbieter

(IBM fehlt bislang) zur Unterstuetzung der "Openstep"-Umgebung entschlossen haben, liefert eine Erklaerung fuer den PR-Rummel, den Taligent in San Franzisko veranstaltete.

Zu sehen gab es vor allem das User-Interface "People, Places and Things", anhand dessen Taligent demonstrierte, was eine objektorientierte Oberflaeche mit einer unter OS/400 gespeicherten Kundendatei anstellen kann: Ueber Rechnergrenzen hinweg entstanden auf Knopfdruck zusammengesetzte Dokumente, die wiederum mittels einer Drag-Funktion Verbindung zu den integrierten Softwarewerkzeugen aufnahmen.

Noch nicht zur

Auslieferung bereit

Auch wenn die Praesentation ohne Zwischenfall ablief, so ist das Produkt doch offenbar noch nicht reif zur Auslieferung. Vielmehr wird keiner der drei Taligent-Investoren vor Anfang des kommenden Jahres eine Implementierung von Tal AE an die Anwenderunternehmen herausgeben. Seit einem Monat laeuft jedoch ein Betatestprogramm, das Software-Entwicklern ueber ein "Partners Early Experience Kit"

(Peek) Einblick in die Tal-AE-Technik gewaehren soll.

IBM kuendigte an, im Rahmen eines "Early Experience Program" die Entwicklung von Tal-AE-Werkzeugen und Anwendungen zu foerdern. Als Betriebssystem-Plattformen sind zunaechst OS/2, dann AIX und schliesslich "ausgewaehlte Teile" von OS/400 vorgesehen. Eigenen Angaben zufolge will IBM ueberdies die Taligent-Umgebung und den - gemeinsam mit Apple definierten - Compound-Document-Standard Opendoc in Einklang bringen.

Wie IBM, so hat auch Hewlett-Packard fuer das kommende Jahr die Integration von Tal AE mit einem eigenen Betriebssystem in Aussicht gestellt. Als Basis dient das Unix-Derivat HP-UX.

Etwas spaeter als die beiden Partner, naemlich erst gegen Ende des kommenden Jahres, wird Apple mit einer Implementierung der Anwendungsumgebung auf den Markt gehen. Tal AE soll auf dem Power- PC oberhalb von AIX 4.x residieren. Eine Microkernel-basierte Version der "Taligent Object Services" sowie die Integration der Taligent-Oberflaeche mit dem Macintosh-Betriebssystem ist nicht vor 1996 zu erwarten.

Ob Taligent - wie anfangs beabsichtigt - irgendwann einmal ein Native-Betriebssystem ausliefern wird, ist im Augenblick aeusserst fraglich. Wie Guglielmi erlaeutert, haben die Taligent-Eigner die Entwicklung des "Tal OS" zwar noch nicht aufgegeben, angesichts der Marktrealitaet habe die Fertiggstellung der Tal AE jedoch weit hoehere Prioritaet. "Ein Betriebssystem neu zu entwickeln erfordert viel mehr Zeit", so der Taligent-Chef. "Und die wird uns der Mitbewerb nicht lassen."