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23.10.1987

Als CW-Sonderpublikaltion erschien in dieser Woche: "Karriere-Service - Berufe in der Datenverarbeitung". In dieser Begleitbroschüre zum "Karriere-Zentrum" der COMPUTERWOCHE auf der Systems '87 in München schreiben Personal-Fachleute führender deutscher

Als CW-Sonderpublikaltion erschien in dieser Woche: "Karriere-Service - Berufe in der Datenverarbeitung". In dieser Begleitbroschüre zum "Karriere-Zentrum" der COMPUTERWOCHE auf der Systems '87 in München schreiben Personal-Fachleute führender deutscher Automobilhersteller. Auch die Kreditwirtschaft sowie High-Tech-Firmen der Elektronik-Branche und der DV-Industrie kommen zu Wort. In seinem Editorial "Deutsche Krankheit" unterstreicht Dieter Eckbauer die Bedeutung von Unternehmens- und Mitarbeiter-Initiativen. Auszug:

Es ist nicht ohne Logik, wenn Arbeitsmarktforscher nachzuweisen versuchen, daß ein höherer Ausstoß an Informatikern mit Fach- oder Hochschulabschluß das Kardinal-Problem der DV-Branche ein für allemal lösen würde, das Problem nämlich, daß qualifizierte Mitarbeiter an allen Ecken und Enden fehlen.

Andererseits - und das ist in den Stellenteilen der Tages- und Fachzeitschriften nachzulesen - sind eben nur Spitzenleute gefragt, fertige Allrounder, die dicke DV-Bretter bohren können. Den Anfangern bläst ein unangenehmer Wind ins Gesicht - noch nie hatten Einsteiger in die Informations- und Kommunikationstechnik mit so vielen Startschwierigkeiten zu kämpfen.

Darin liegt kein Widerspruch. Man wird sich daran gewöhnen müssen, daß die Informatikausbildung mit dem enormen Tempo der technischen Entwicklung nicht mithalten kann. Qualifikation im Vorgriff auf mögliche Veränderungen muß folglich eine Wunschforderung bleiben. Harte Realität als Folge davon ist, daß wenige Topleute von vielen Unternehmen umworben werden, was die Ablösesummen in die Höhe treibt.

Der sprichwörtliche Hoffnungsschimmer am Horizont zeigt sich in dem Bemühen einiger Unternehmen, mehr in den Komplex der Ausbildung ihrer Mitarbeiter zu investieren - auch auf die Gefahr hin, daß technologiekompetentes Personal später zur Konkurrenz abwandert.

Doch derartige Aktivitäten sind noch die Ausnahmen. Es ist erstaunlich, daß gegen die "deutsche Krankheit", für die eine "Hannemann-geh-Du-voran"-Haltung symptomatisch ist, kein (Heil-)Kraut gewachsen scheint: Solange der offiziellen Politik zu den Themen Umschulung, Weiterbildung und Qualifikation nichts einfällt, solange können auch die Personal-Verantwortlichen in den Betrieben guten Gewissens die Hände in den Schoß legen.

Innovative Firmen haben die Bedeutung des Faktors "Personal" für die Erhaltung und Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit erkannt. Mit Ausbildungs-Initiativen, die die Bereitschaft des einzelnen zum lebenslangen Lernen einfordern, werden ermutigende Zeichen gesetzt. Gleichwohl: Das Problem ist nicht trivial. Zur Erkenntnis, daß es sich nicht von selbst erledigt, müssen ja noch Entschlußkraft und Handlungsbereitschaft kommen.

Der Weg ist auch hier kurz zum "entschiedenen Vielleicht", das mit deutscher Gründlichkeit begründet wird: Es fehle die individuelle Motivation. Dem stellen die Initiatoren des "Karriere-Zentrums" ihre These gegenüber: Wer sich nicht über die neuen Berufschancen in der Informationstechnik informiert, der schenkt ein elementares Grundrecht freiwillig her.