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11.10.1985 - 

"Computerführerschein für Studenten" vorgestellt:

Als DV-Kursleiter nicht mehr arbeitslos

B0CHUM (lo) - Mit dem "Computerführerschein" sollen arbeitslose Jungakademiker als Kursleiter selbständig Unterricht im Fach DV "fahren" können. So lautet das Ziel eines Lehrangebots für "Studenten ohne Vorkenntnisse" des Uniclub e.V. in Bochum. Ausschlag dazu gab ein Forschungsauftrag des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft.

Das Konzept entwickelten "betroffene" Akademiker, die nicht eines Tages zur "lost generation", an der der Technologiezug vorbeirauscht, gehören wollten. Der Lehrgang umfaßt 30 Doppelstunden, die während der Vorlesungszeit sowie der Semesterferien angeboten werden sollen. Lerninhalt wird strukturiertes Programmieren sein, beschreibt der Veranstalter. Die Teilnehmer - "Hörer aller Abteilungen" - sollen lernen, Algorithmen so zu formulieren, daß sie in jede höhere Programmiersprache übersetzt werden können. Als Sprache dazu sei im Kurs Pascal vorgesehen .

In einem problemorientierten Unterricht sollen allgemeinverständliche Übungsprogramme von einfachen Problemstellungen über komplizierte Aufgaben, etwa den Geschäftsvorfällen einer Bank, bis hin zur selbsterstellten Textverarbeitung führen. Die Ausbildung erfolgt an 16-Bit-Mikros. Am Kursende winkt das Zertifikat "Computerführerschein".

Der Uniclub will diesen Kurs, mit dem er "nicht nur ein bildungspolitisches Ziel verfolgt, sondern auch Brot und Arbeit bringen möchte", an weiteren Hochschulen über die Uni Bochum hinaus anbieten. Damit bestände, beschreiben die Bochumer für pädagogisch talentierte Akademiker "mit unklaren beruflichen Aussichten" die Chance für eine "attraktive haupt- oder nebenberufliche Perspektive".

Allerdings kann und will der Uniclub für die künftigen Multiplikatoren der neuen Technik keine Anstellungsverträge bieten.

Förderung erhalt -das Vorhaben vom Bundesminister fur Bildung und Wissenschaft (BMBW), nachdem ein Forschungsauftrag zur Entwicklung eines solchen Programmierkurses erteilt worden war. Der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft, Paul Harro Piazolo, kommentierte zum "Computerführerschein für Studenten", es sei besonders erfreulich, daß die Basisarbeit der bildungspolitischen Bemühungen auf eine persönliche Initiative aus dem Hochschulbereich zurückgehe. An künftigen qualitativ unterschiedlichen Erfordernissen lasse sich entscheiden, erklärte Piazolo, ob das "Führerschein-Wissen" genüge oder ob etwa mathematische Modelle für das Verhalten informationsverarbeitender Maschinen beherrscht werden müßten.

Informationen: Uniclub e.V., Laarmannsholz 6, 4630 Bochum 1, Tel.: 02 34/7 44 35