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22.05.1981

Als Tisch oder auf dem Tisch - das ist hier die Frage:\ Personal Computer wächst MDT über den Kopf

MÜNCHEN (gr) - Ende der 60er Jahre kamen die Geräte der sogenannten Mittleren Datentechnik - kurz MDT - auf den Markt. MDT-Hersteller waren und sind Unternehmen wie Kienzle, Nixdorf, Phillips, Triumph-Adler, Olympia und Olivetti, um die wichtigsten zu nennen. Im Gegensatz zu den Mainframern sieht man ihnen den europäischen Ursprung an. Die Computer wurden auf vorhandenen, mechanisch funktionierenden Fakturiermaschinen aufgebaut. "Man erkennt sie als Tisch", erklärt ein Personal Computer-Fachmann völlig ohne Spott. Im Gegensatz zu den leistungsvergleichbaren Mikrocomputern, die auf dem Arbeitsplatz stünden, bildeten die MDT-Anlagen selbst einen großen Arbeitsplatz.

"Le roi est mort, vive le roi" - zu Deutsch: "Die Mittlere Datentechnik ist tot, es lebe der Mikrocomputer."

Die Hersteller aus dem MDT-Bereich haben sich nie um den US-Markt gekümmert. In der Bundesrepublik schafften es die Anbieter von MDT-Geräten, die zum Großteil auf ihrer Magnetkonten-Technik aufbauten, sich gegen die Konkurrenz der freien Service-Rechenzentren im Erstanwendermarkt durchzusetzen. Laut Diebold Deutschland GmbH, Frankfurt, leiden die Hersteller von Bürocomputern zur Zeit etwas unter der Zurückhaltung der Großanwender. Hersteller von Minis täten sich hier leichter.

Im Laufe der 70er Jahre dann wurde der Begriff MDT zu bieder. Der von Nixdorf kreierten und von IBM forcierten Mode folgend, tauften die Hersteller ihre Geräte "dezentrale Datenverarbeitung", um mit diesem Namen die Funktionsweise der Maschinen statt ihrer zwittrigen Größe hervorzuheben. Der Mikrocomputer von Triumph-Adler erfüllt auch das vom Hersteller genannte Unterscheidungskriterium. MDT-Systeme oder Anlagen zum Distributed Processing wie die TA 1600 seien mehrplatzfähig, die Alphatronic, der Mikro aus dem Hause dieses traditionellen Büromaschinenherstellers, sei als Einplatzsystem vorgesehen. Weder Nixdorf noch Olivetti wollten sich über ihr Verhältnis zu dem sie bedrohenden Bereich Personal Computer äußern. Denn, so die Kontron Elektronik GmbH, München, "mit Personal Computern können Mehrplatzsystem und Netzwerke errichtet werden".

Ein Zehntel vom US-Markt

In der Bundesrepublik sind gegenwärtig um die 25 000 professionelle Personal Computer installiert. Drei Viertel davon werden im wissenschaftlich-technischen Bereich genutzt, was sich auch dadurch erklärt, daß die Software noch an Komfort zu wünschen übrig läßt. Die Installationszahlen für die USA werden zur Zeit mit rund einer Viertel Million angegeben. Ihren Ursprung nahmen die Mikrorechner aus den Mikroprozessoren. Vor allem liegt ihnen der Z8080 von Intel zugrunde.

Geräte wie ein Telefon

Wie die Mainframer gegenüber der MDT trüge auch die MDT gegenüber den Personal Computer-Herstellern an der Last ihrer Vergangenheit. Auf dem Mikromarkt kriegen sie nur ein Zehchen auf den Boden. In der Bundesrepublik führt Commodore mit rund 15 000 Installationen, was eigenen Angaben zufolge nach Aussagen von Taylorix - Gerhart J. Peil einem Marktanteil von 50 bis 60 Prozent entspricht. Tandy folge mit etwa 6000 Installationen, der auf dem Kapitalmarkt wachsende Apple mit 1500 Anlagen. 2500 verteilen sich auf sonstige Anbieter, meint Pleil. Bei der kommerziellen Anwendung dominiere der Marktführer. Er stattete seine "Rechner für den Kleingebrauch" mit der entsprechenden Branchen-Software aus, ein Weg, den auch Triumph-Adler zu gehen versucht. Die führenden System-Hersteller kommen alle aus dem Mikroprozessorbereich.

Wie ein Telefon, erklärt Helmut Reichel, Produktionsleiter bei Kontron, stehen die Mikros auf dem Arbeitsplatz. Leistungsunterschiede zur MDT könne man vergessen. Ein Mikrorechner wäre auch mit einer Million Bytes auszustatten. Zu haben wäre er - je nach Ausstattung - für 10 000 bis 20 000 Mark. Als Wegbereiter zum "papierlosen Büro" ermöglichten sie die Kommunikation innerhalb des Hauses. Sie erlaubten Zugriffe auf Datenbanken und die Inanspruchnahme der noch im Erprobungszustand befindlichen Dienste der Bundespost. Als Knotenrechner verwendet seien die Personal Computer mitt einer Anzahl von Serialschnittstellen ausgestattet. Im Gegensatz dazu, meint Reichel, hätten die MDT-Hersteller nur Insellösungen entwickelt.