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20.11.1987

Also, COS oder ACU binnen 14 Tagen im Kurs halbiert:Im AG-Ländli verfallen die Computeraktien

ZÜRICH (CWS) - Auch in der Schweiz, einem Land, in dem die AG die normale Betriebsform ist, hat der weltweite Rutsch der Kurse seine Spuren hinterlassen. Computeraktien sind "out", berichtet CWS-Autor Matthias Camenzind. Notierte der Durchschnitt nach zwei Wochen um rund 25 Prozent tiefer, haben sich die Computertitel Also, ASP, ACU und COS in etwa halbiert.

Börsenhändler sagen: "Der Crash ist irrwitzig. Ohne Rücksicht auf Qualität und Wachstumspotential der einzelnen Firmen wurden die Kurse zusammengestaucht." Also-Partizipationsscheine (PS) sackten von stolzen 4500 auf 1900 Franken ab und liegen nur um 100 Franken über dem Emissionspreis. Auf die Frage, ob es unter den Also-Mitarbeitern - die gleichzeitig PS-Inhaber sind - angesichts der negativen Kursentwicklung keinen Ärger gebe, meint Finanzchef Urs Christen: "Die Möglichkeit, daß ein oder zwei Mitarbeiter ausziehen, besteht schon."

"Stützungskäufe nach amerikanischem Muster wollen wir nicht machen", unterstreicht Christen. "Es hat keinen Sinn, Mittel zu binden, die man möglicherweise auf Monate oder Jahre hinaus nicht mehr zurückbekommt."

Der andere Going-Public-Novize, die ASP-Holding AG, kam ebenfalls unter die Räder. Die via Bankverein gehandelten Namenaktien der Softwareboutique sind von 3000 auf knapp 1600 Franken abgesoffen. Auch bei diesem Unternehmen - insgeheim auch "Berner Also" genannt - erstaunt der Kursrutsch kaum.

Aber auch etablierte, eingesessene Spezialfirmen wie COS und ACU-Informatik wurden an der Börse "gerupft wie die Hühner", so ein Ringhändler. Signifikant schwächer notiert der Inhabertitel der ACU-Informatik Holding. Im Sturzflug tauchte er von 1400 auf 490 Franken ab, was einem Verlust von 75 Prozent gleichkommt. Damit liegt der aktuelle Börsenkurs sogar unter dem Emissionspreis von 500 Franken. Kommentiert Martin Forster, Vorsitzender des ACU-Verwaltungsrats: "Die Börsenentwicklung der letzten Tage ist irrational. Der Emissionspreis unserer Aktie wurde sehr sorgfältig festgelegt und ist - gemessen am Potential unserer Gruppe - ausgesprochen günstig."

Auch der zweite "Quality-Share" in der schweizerischen DV-Dienstleistungsszene, die COS-Aktie, ist nach Meinung vieler Analytiker zu Unrecht derart tief in den Keller gejagt worden. "Die COS ist in Europa im Computer-Leasing führend", unterstreicht man am Paradeplatz.