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Zurück zu den Wurzeln

Altavista konzentriert sich wieder auf sein Suchmaschinengeschäft

22.09.2000
MÜNCHEN (CW) - Altavista will sich aus dem Portalgeschäft zurückziehen und wieder verstärkt als Suchmaschinenanbieter auftreten. Im Rahmen der Neuausrichtung sollen 25 Prozent der US-Belegschaft entlassen werden. Betroffen sind in erster Linie Mitarbeiter, die im Content-Bereich tätig waren.

Im Mittelpunkt der neuen Altavista-Strategie steht der Ausbau von professionellen Search Engines. So wird das Unternehmen künftig verstärkt in seine Suchtechnik investieren und diese auch an andere Firmen lizenzieren. Mit einer "Suchmaschine der dritten Generation" will man bei Recherchen qualitative Aspekte - etwa Anwenderinteressen oder kontextbezogene Inhalte - stärker berücksichtigen. Zudem sollen im Laufe des kommenden Jahres neue Altavista-Sites in 35 verschiedenen Ländern an den Start gehen. Die heute sehr unterschiedlich gestalteten Sites für die einzelnen Länder sollen zunehmend vereinheitlicht werden - etwa um bei Änderungen schneller reagieren zu können. Im Rahmen der Restrukturierung werden die Büros in Irvine und San Mateo geschlossen - alle Aktivitäten sollen künftig in der Zentrale in Palo Alto gebündelt werden. Der E-Commerce-Anbieter Shopping.com wird eingestellt.

"Uns ist in den letzten Monaten klar geworden, dass im Suchmaschinengeschäft noch ein großes Potenzial steckt", begründete CEO Rod Schrock die gewandelte Ausrichtung. Die neue Altavista verstehe sich nicht mehr als Content-Anbieter, sondern eher als "Marktplatz für den Austausch von Informationen zwischen Anwendern, die nach Informationen suchen, und Content-Providern".

Investor CMGI hofft auf bessere ZeitenDavid Wetherell, Vorstandsvorsitzender und CEO von Altavistas Muttergesellschaft und Risikokapitalgeberin CMGI, erhofft sich von den Maßnahmen, die Internet-Company in die schwarzen Zahlen bringen zu können und das Vertrauen der Investoren wiederzugewinnen. Altavista hatte im ersten Quartal dieses Jahres einen Verlust von 428 Millionen Dollar verzeichnet. Dank der Umstrukturierung rechnet man bereits zum 31. Januar des kommenden Jahres mit Gewinnen. Wann der Börsengang, der im April dieses Jahres verschoben worden war, erfolgen wird, steht laut Altavista Deutschland noch nicht fest.

Experten sehen in der neuen Strategie einen Schritt in die richtige Richtung. Emily Meehan von Yankee Group bezeichnet die Rückkehr zum Suchmaschinengeschäft als sinnvoll. "In diesem Bereich gibt es noch einen Riesenbedarf", so die Analystin. Wenn Altavista seine Pläne in die Tat umsetze, werde es künftig eine wichtige Position in der Web-Navigation einnehmen. Rob Enderle von der Unternehmensberatung Giga Information Group sieht das ähnlich. Er habe noch nie viel von dem derzeitigen Trend unter den Internet-Firmen gehalten, erfolgreiche Content-Anbieter wie Yahoo zu kopieren. Die Kosten, die mit dem Aufbau eines kompletten Portals verbunden seien, überforderten viele Unternehmen. Die Konzentration auf die Suchfunktionen sei - zumindest kurzfristig - der bessere Weg. Auf lange Sicht sei es allerdings fraglich, ob sich der Fokus auf einen einzigen Bereich bewähren werde. Hier komme es im Wesentlichen darauf an, in welcher Form das Unternehmen seine Ziele in die Tat umsetze. Davon wird es auch nach Ansicht von Martin Marshall, Analyst bei Zona Research, in den kommenden Jahren abhängen, welche Suchmaschinen im Internet überleben werden.