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24.02.1995

Alte VAX-Kundschaft im Visier DEC will mit neuen Servern die 32-Bit-Konkurrenz distanzieren

24.02.1995

MUENCHEN (CW) - Noch zur CeBIT will Digital Equipment zwei weitere Hochleistungs-Server vorstellen. Die Rechner basieren auf dem neuesten Alpha-Prozessor "EV-5" mit 300 Megahertz Taktfrequenz. DEC hofft damit die Distanz zu den Konkurrenten aus dem 32-Bit- Lager zu wahren.

Der neue Prozessor wird, so berichtet die CW-Schwesterpublikation "Computerworld", zwei High-end-Server antreiben, die unter dem Namen "Turbolaser" vermarktet werden. Analysten erwarten, dass die Zwoelf-Wege-Maschinen mit symmetrischem Multiprocessing etwa die doppelte Leistung der Server vom Typ "DEC 7000" erreichen, und das bei gleichem Preis. Die Einstiegskonfiguration duerfte rund 125000 Dollar kosten.

Digital wird den EV-5-Chip im Laufe dieses Jahres in der kompletten Alpha-Familie, inklusive des populaeren Servers "Alpha 2100", einfuehren. Die Turbolaser sollen in zwei Varianten mit unterschiedlichen Taktfrequenzen unter der Bezeichnung "Alphastation 5/266" und "5/300" auf den Markt kommen.

Die Turbolaser konkurrieren mit den Kraftmaschinen von Hewlett- Packard, Silicon Graphics, Sun Microsystems oder AT 38;T Global Information Solutions. Fuer DEC-Kunden, die sich einen Spielraum nach oben freihalten wollen und in naher Zukunft Rechner mit mehr als vier Prozessoren brauchen, sollten die Server das richtige Angebot sein, prognostiziert IDC-Analyst Chris Christiansen. "Allerdings duerfte fuer DEC derzeit das Marketing-Geschick wichtiger sein als die reine Prozessorgeschwindigkeit", so der IDC-Mann weiter. Hinzu kommt, dass die Mitbewerber versuchen, Leistungsnachteile der anderen RISC-Prozessoren durch Rechner- Cluster wettzumachen.

Trotz einer Taktfrequenz von 300 Megahertz ist der EV-5 fuer wissenschaftliche Anwendungen, traditionell die Domaene von Supercomputern e la Cray, moeglicherweise nicht schnell genug. Die "Computerworld" zitiert Peter Evans, verantwortlicher Projektleiter der University of Miami's School of Marine and Atmospheric Science, der vor der Entscheidung steht, viel Geld in EV-5-Rechner zu investieren oder weitere 18 Monate auf den Nachfolger "EV-6" zu warten. Man rechnet damit, dass dieser Prozessor mit Taktfrequenzen von 450 bis 500 Megahertz aufwarten wird.

Interessant duerfte es fuer Digital werden, ob man mit diesem Angebot der alten VAX-Kundschaft die Alpha-Architektur schmackhaft machen kann. Eine Umfrage im vergangenen Sommer anlaesslich der Anwendertagung "Decus" ergab, dass 20 Prozent der Anwender bereits von der VAX- auf die Alpha-Plattform gewechselt waren und weitere 50 Prozent das bis Mitte 1995 geplant hatten. Innerhalb von zwei Jahren wollten insgesamt 80 Prozent der VAX-Anwender auf Alpha umsteigen.

DEC buhlt um VAX-Kundschaft

Im Dezember befragte die amerikanische Pacer Software Inc. 66 VAX- Anwender nach ihren diesbezueglichen Plaenen. Die Umfrage erbrachte, dass mehr als ein Drittel der Firmen bis Ende 1995 auf Open VMS fuer Alpha wechseln will. Digital bietet fuer die Alpha-Architektur neben Open VMS auch Windows NT und fuer Unix-Spezialisten OSF/1 an. Glaubt man der Pacer-Studie, so wird Digital allerdings in Zukunft einen Teil der Kundschaft an die Konkurrenz verlieren: Rund ein Drittel der Befragten beabsichtigt, zumindest einige Applikationen auf Rechner anderer Hersteller zu portieren.