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26.01.2007

Alter bleibt der große Hemmschuh

Die deutsche Wirtschaft hat den Wert älterer Mitarbeiter nicht erkannt. In Firmen erhalten diese zu wenig Chancen, sich weiterzubilden, und auf dem Arbeitsmarkt stehen ihnen kaum noch Türen offen.

Unternehmen tun derzeit wenig, um erfahrene Mitarbeiter im Unternehmen zu halten und einzusetzen - obwohl ihnen die möglichen Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt bewusst sind. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt die IT-Beratung Capgemini, die Personalentscheider in 51 der 440 umsatzstärksten deutschen Unternehmen für ihre Studie befragt hat. Zwar sind sich die Personaler bewusst, dass das Angebot an Arbeitskräften abnehmen und damit zum Problem werden wird. Allerdings rechnet die Mehrheit der Befragten erst ab 2010 mit einem Mangel an Bewerbern. Derzeit haben 80 Prozent der Unternehmen noch keine Probleme, Arbeitskräfte zu gewinnen. Entsprechend gering ist die Bereitschaft, ältere Mitarbeiter einzustellen: 43 Prozent der Befragten sagen "gering" oder "sehr gering", immerhin 46 Prozent "mittel". Diese Ergebnisse bestätigt eine breitere Untersuchung von Capgemini mit über 1200 Teilnehmern aus dem Jahr 2005. Damals war es für 57 Prozent der befragten Unternehmenschefs nicht denkbar, einen über 50-jährigen Bewerber einzustellen.

Die größten Hindernisse bei der Einstellung älterer Mitarbeiter sind das zu hohe Gehalt (51 Prozent) und ein zu starres Kündigungsrecht (44 Prozent). An dritter Stelle wird angeführt, dass ein jüngerer Mitarbeiter der Vorgesetzte wäre. Unternehmen fordern einen gelockerten Kündigungsschutz sowie mobilere und flexiblere Arbeitnehmer als Voraussetzung, um mehr ältere Mitarbeiter zu beschäftigen. Ein geringerer Lohn wäre nur für jeden dritten befragten Personaler ein Grund, auch einmal einem älteren Bewerber eine Chance zu geben.

Mangelnde Flexibilität und Mobilität nennen die Unternehmen denn auch generell als Schwäche älterer Mitarbeiter. Punkten können diese hingegen mit Attributen wie Erfahrung, Loyalität und Disziplin. "Die Silbergeneration stellt aus Sicht der Personalentscheider den genauen Gegenentwurf zur jungen Generation dar", so Sigmund Dawidowicz von Capgemini. "Von daher sollten Unternehmen schauen, wie sie das Beste aus den Generationen verbinden können, etwa durch altersgemischte Teams oder Mentorenprogramme."

Allerdings investieren heute die wenigsten Unternehmen in eine gezielte Weiterentwicklung ihrer älteren Mitarbeiter. Obwohl fast alle Befragten meinen, Ältere würden von Weiterbildung profitieren, findet diese im erforderlichen Umfang nicht statt. Begründet wird dies unter anderem damit, dass "ältere Mitarbeiter bereits viel Weiterbildung genossen hätten", "kein Interesse seitens der betroffenen Mitarbeiter" bestehe und - zu einem geringen Teil – "die Investition sich nicht mehr lohne". Einige Unternehmen hätten die demografische Gefahr jedoch erkannt und spezielle Entwicklungsprogramme für ältere Mitarbeiter aufgelegt, so Dawidowicz: "Das ist das positive Ergebnis unserer Untersuchung. Gefahr gebannt? Das sehen wir noch nicht. Theoretisch können Personalabteilungen schon heute eine solide demografische Mitarbeiterplanung vornehmen. Die Instrumente, um demografische Gefahrenherde zu finden, sind da, sie müssen nur angewendet werden." (am)