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18.06.1976 - 

Neues Spitzenmodell 80 der Sperry Univac-Serie 90

Alternative für 370/145-Aufsteiger

SULZBACH/TAUNUS - Für das Sperry Univac-System 90 wurde kürzlich ein neuer Großrechner unter der Bezeichnung 90/80 auf den Markt gebracht (CW-Nr. 24 vom 11. 6. 76),der gegenüber dem bisherigen "Top-of-the-line-Modell" 90/70 eine Reihe von Verbesserungen in der Systemarchitektur und in den Leistungsdaten aufweisen.

Die 90/80 (512 KB bis 4,1 MB) soll in erster Linie als "Ablösemaschine" gegen die IBM-370-Modelle 145 und 158 konkurrieren. "Sie ist von der Leistung her mit der 158 vergleichbar - zum Preis einer 145", erklärte Sperry-Univac-Vertriebsleiter R. Kobler auf der Ankündigungs-Pressekonferenz in Frankfurt.

Diese vermeintliche Produktlücke beim Haupt-Mitbewerber versuchen freilich auch Siemens mit der 7755 und Honeywell Bull mit den Systemen 66/40 und 66/60 abzudecken.

Das neue Flaggschiff charakterisiert schnellere Zentraleinheiten und Speicher, so daß - nach Univac-Angaben - der Systemdurchsatz im Vergleich zur 90/70 auf das 2,5fache gesteigert werden konnte.

Die Zentraleinheiten 90/80 besteht aus dem Hauptspeicher mit Hauptspeicher-Zugriffseinheit sowie Rechenprozessor und E/A-Prozessor, die - mikroprogramm-gesteuert - vollständig getrennt arbeiten - ein Systemkonzept, das von Univac als "Distributed architecture" bezeichnet wird.

120 Programme gleichzeitig

Rechenprozessor und Hauptspeicher verwenden - auch das ist neu bei Univac - emitter-gekoppelt Halbleiterschaltungen (ECL-Logik), die sich durch kurze Schaltzeiten und eine hohe Packungsdichte (4 KB pro Chip) auszeichnen.

Die Kapazität des Hauptspeichers beginnt bei 512 KB und kann in Stufen von je 512 KB auf 4,1 MB ausgebaut werden. Die Lesezykluszeit beträgt 450 Nanosekunden bei 8 Bytes Zugriffsbreite.

Bei einer Speicherkapazität von über 1 Megabyte besteht der Hauptspeicher aus zwei voneinander unabhängigen Einheiten mit jeweils eigener Stromversorgung, so daß bei einer Störung nur ein Teil des Speichers ausfällt.

Schnelle Bänder

Die 90/80 arbeitet mit virtueller Speichertechnik, wobei der Hauptspeicher in 4 K-Pages unterteilt ist.

Betriebssystem für die 90/80 ist VS/90. Es ermöglicht praktisch unbegrenzten Mehrprogrammbetrieb (bis zu 120 Teilnehmer) und unterstützt sowohl Batch- und Remote-Batch-Verarbeitung wie Dialog- und Realtime-Betrieb.

Von Anfang an für virtuelle Speichertechnik konzipiert, sorgt VS/90 nach Univac-Angaben für eine effiziente Nutzung des verfügbaren Hauptspeichers und der Peripherie, zu der bei der 90/80 die in Hannover angekündigten intelligenten Terminals UTS 400/700 ebenso gehören wie die neue Familie von Magnetbandeinheiten Uniservo 30 mit Übertragungsleistungen bis zu 1,25 Mio. Bytes bei einer Packungsdichte von 6250 Bpi. Wie auch der Vorschaltrechner MCC zur Steuerung von bis zu 256 Datenübertragungsleitungen das Plattensystem Sperry Univac 8405/8430/8433 und schließlich die konventionellen Ein-/Ausgabegeräte der Serie 90.

Eine typische Konfiguration mit 1024 KB Hauptspeicher, 8 Plattenspeichern (je 100 MB), 4 Magnetband-Einheiten (je 96 KB/s), Schnelldrucker (1400 Zeilen/Min.), Lochstreifenleser (1000 Karten/Min.), Datenübertragungsrechner MCC (32 KB) sowie 10 Bildschirmstationen (1920 Zeichen) kostet 5 714 750 Mark. Monatliche Miete einschließlich Wartung: 141 815 Mark.