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27.04.2006

Alternative Transaktions-Engine für MySQL

Solid bringt einen OLTP-Ersatz für das inzwischen von Oracle kontrollierte Produkt "InnoDB".

Solid Information Technology präsentierte auf der MySQL Users Conference 2006 in Santa Clara den Prototyp der "SolidDB Storage Engine for MySQL", eine an die quelloffene Datenbank angepasste Online-Transaktions-Processing-(OLTP-)Engine. Das Unternehmen stellt der Open-Source-Community damit einen Ableger seiner hochverfügbaren Storage-Engine zur Verfügung, die laut Solid weltweit bereits rund drei Millionen Mal in Produkten von Herstellern wie Alcatel, Cisco, HP oder NEC im Einsatz ist - etwa in TK-Netzen, medizinischen Geräten oder Kassensystemen. Laut Solid wird im Juli eine Betaversion des unter GPL gestellten Produkts veröffentlicht. Die endgültige Version soll im vierten Quartal 2006 bereitgestellt werden. "Immer mehr Unternehmen sind dazu bereit, Open-Source-Datenbanken für geschäftskritische Anwendungen einzusetzen", begründete Paola Lubet, Vice President Marketing und Business Development bei Solid, den Schritt im Gespräch mit der computerwoche.

Neues Zertifizierungsprogramm

MySQL hat eine Zertifizierungsprogramm für die diversen Datenbankspeicher-Engines aufgelegt. Das Programm soll sicherstellen, dass neue Produkte in die modulare Architektur von MySQL passen. Gleichzeitig erleichtert eine neue Schnittstelle es Partnern und Drittanbietern, zusätzliche kundenspezifische Storage-Engines für MySQL zu entwickeln. MySQL wolle Anwendern und Kunden eine größere Auswahl an Storage-Engines bieten, erklärte MySQL-CEO Marten Mickos in einer Stellungnahme. Für MySQL sind derzeit unter anderem die von dem Unternehmen selbst entwickelten Engines MylSAM, Cluster, Federated und Archive sowie die Neuentwicklung "Falcon" verfügbar. Partner-Engines kommen vorerst von InnoDB und Solid. Zu den von der Community bereitgestellten Engines zählen aktuell PrimeBase XT von der Snap Innovation GmbH, OpenOLAP und die Thinking Networks Storage Engine.

Das Produkt des kalifornischen Datenbankspezialisten wäre eine Alternative zu der von MySQL verwendeten Transaktions-Engine "InnoDB" des inzwischen von Oracle übernommenen Anbieters Innobase. Marktbeobachter hatten nach der Akquisition durch Oracle befürchtet, dass die langjährige Kooperation zwischen Innobase und MySQL ausläuft. Entgegen den Erwartungen hat der Datenbankriese jedoch den Vertrag mit MySQL erneuert und sich verpflichtet, die Storage-Engine für einige Jahre weiterzuentwickeln. Unabhängig davon arbeiten die Schweden jedoch an einem Exit-Szenario. Dieses beinhaltet eine gegenseitige Reseller-Vereinbarung mit Solid. Um die Entwicklung weiterer Storage-Engines anzustoßen, haben die Schweden zusätzlich ein neues Zertifizierungsprogramm aufgelegt (siehe Kasten).

Gleichzeitig bestätigte das Unternehmen, dass es selbst an einer alternativen Transaktions-Engine, Codename Falcon, arbeitet. Entwickelt wird diese von Jim Starkey, den die Schweden mit dem Kauf von Netfrastructure Inc. im Februar dieses Jahres binden konnten. Starkey avancierte bei MySQL sofort zum Senior Software Architect.

Vergleichbare Leistung

Marktbeobachter schätzen, dass sich SolidDB technisch durchaus dem Vergleich mit InnoDB und anderen Storage-Engines für MySQL stellen kann. Zu den Kernfunktionen des Produkts zählen die Steuerung konkurrierender Datenbankzugriffe (Multi-Version Concurrency Control, MVCC), Transaktionsintegrität mit robuster ACID-Unterstützung (Atomic, Consistent, Isolated, Durable), die Möglichkeit von Online-Backups, eine hohe Verarbeitungsleistung bei unterschiedlichen Lasten, eine verlässliche Sicherheit durch rollenspezifische Zuteilung von Datenbankrechten und dynamisch konfigurierbare Parameter. (mb)