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21.02.1975

Alternativen durchdenken

Keine Frage, daß in den EDV-Abteilungen hervorragende technische Leistungen realisiert werden: Umstellungen auf neue Hardware, Übergang auf bessere Betriebssysteme, Einführung vor Datenbank-Management-Systemen und dergleichen mehr.

Frage aber, ob es sich dabei nicht allzuoft um das bloße Fortschreiben der alten Konzeptionen handelt, - jeweils mit dem Allerneuesten garniert. Werden wirklich die Alternativen genügend durchdacht?

Irgend etwas Neues, technisch Kompliziertes tut sich überall und jederzeit, meist unter Zeitdruck. Die Alltags-Probleme halten das EDV-Management in Schwung. Vermutlich bleibt dabei wenig Zeit, die eigenen Lösungen grundsätzlich in Frage zu stellen. Warum auch?

Warum immer noch die alten Budgets?

Es muß doch zu denken geben, daß sich die enorme Verbesserung im Preis/Leistungsverhältnis bei den Minis und in der Tischrechnerei bei der großen EDV kaum auswirkt. Gerade erst abgeschriebene, voluminöse mechanische Rechenmaschinen werden heute durch Taschenrechner ersetzt, die im Kaufhaus für unter hundert Mark zu haben sind. Und Mini-Computer der 10 000-Mark-Klasse erledigen Berechnungen, für die vor Jahren noch ganze Tanzsäle voll Hardware erforderlich waren, One Chip-Processors - komplette 4 K-Rechner in Zigarrenkisten-Größe gibt es für rund 500 Dollar. Eine entsprechende Verbilligung in den Budgets der Groß-EDV-Anwender gab es nicht.

Wer schon studiert das Vordringen der Minis in die kommerzielle EDV? Wer hat bereits Organisations-Kozepte für eine Dezentralisierung der Intelligenz bei gleichzeitiger Entlastung der zentralen Systeme? Wer wagt den geradezu ketzerischen Gedanken, die eigene EDV-Anlage hinauszuwerfen und sich mit intelligenten Highspeed-Terminals über Datenfernverarbeitung an Groscomputer konzerneigener oder fremder Service-Rechenzentren anzuschließen?

Weg vom Upgrade-Wachstumsplad .

Einsparungs-Möglichkeiten auf der Software-Seite werden ebenfalls zu wenig geprüft. Angesichts der enormen Hardware- und Software-Ausgaben etwa für TP-Monitore oder Datenbank-Management-Systeme kann man doch nicht einfach das reichliche Angebot preisgünstiger und zahlreich erprobter, herstellerunabhängiger Standard-Software übersehen, - selbst wenn es viel Mühe macht, die Alternativen zu prüfen. Meist ist die teuerste Lösung nicht die billigste. Die Einsparungen an Hardware-Kapazität beim Einsatz von Fremd-Software sind bei DB-DC-Anwendungen oftmals frappierend.

Es scheint, als gäbe es drei Mentalitäten in der EDV. Die einen arbeiten grundsätzlich jeweils mit dem allerneuesten Release. Andere warten erst einmal ab, bis die Pioniere die Fehler gefunden haben. Dritte sehen sich um, ob es nicht noch bessere Lösungen gibt und kaufen System-Software hinzu.

Es soll sogar Leute geben, die das System 360 wieder für einen ganz vorzüglichen Computer halten, - immerhin hat man es ihnen lange genug beigebracht.

Die Hersteller haben für jeden ihrer Kunden einen "Wachstumspfad", der sicherstellt, daß selbst bei verbessertem Preis/Leistungsverhältnis neuer Anlagen das Mietvolumen nicht zurückgeht. Die Alternativen dazu hört man nicht von seinem Vertriebsbeauftragten.

Projektgruppen für ein Brainstroming über bisher noch nie durchdachte Alternativen!