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01.08.2006

Altiris SVS: Mal ganz anders virtualisieren

Anwender können ihren PC in Zukunft sehr effektiv vor Datenmüll schützen.

Neue Software testen, ohne dass man sich sein Windows-System mit Datenbergen zuschüttet - bislang war das mehr Wunschdenken als Realität. Zwar gibt es verschiedene Wiederherstellungs- und Reparatur-Tools, diese müssen den PC jedoch meist neu starten, also ein zeitintensiver Vorgang. Ganz anders die Altiris-Lösung "Software Virtualization Solution" (SVS). Wie der Name schon verrät, sichert die Software nicht den Systemzustand, sondern nutzt eine Virtualisierungstechnik. Diese überwacht alle Zugriffe auf das Betriebssystem und zeichnet sie auf. Schaltet der Nutzer die Virtualisierung ab, verschwinden sämtliche Spuren aus dem System - und das komplett ohne Reboot.

Fazit

Die Altiris Software Virtua- lization Solution ist sehr gut geeignet, wenn man öfter Software ausprobieren oder eigene Programme entwickeln will.

• Die Lösung erlaubt es, potenziell instabile An- wendungen sicher zu testen.

• DLL- und Registry-Konflikte werden bereits im Vorfeld verhindert.

• Die Hardwareanforderungen sind anders als bei anderen Lösungen moderat. Laut Hersteller benötigt das Programm selbst unter Volllast weniger als ein Megabyte Speicher.

• Für Privatanwender ist die Software kostenlos.

• Die Programm-Layer lassen sich einfach deaktivieren oder löschen.

• Zusätzlich baut Altiris unter http://juice.altiris.com eine aktive Community auf, die kompetente Hilfe und Tipps liefert. Hier finden sich auch Best-Practice- Beispiele.

Cool Tools

www.computerwoche.de/

Interessante Productivity-Tools für den Desktop finden Sie auf der CW-Site in der Rubrik "Cool Tools".

So zum Beispiel:

578940: Fiese Phisher finden;

578655: Linux-Partitionen im Griff;

578105: Schlanker Web-Editor NVU.

Altiris bietet die Software in zwei Versionen an. Privatnutzer erhalten eine kostenlose Lizenz; wer SVS kommerziell einsetzt, muss 29 Euro pro installiertes Programm zahlen. Dennoch benötigen auch Privatnutzer einen Lizenzschlüssel, der direkt online generiert wird. Der Eintrag für den Newsletter ist optional.

Die Technik hinter SVS

Altiris arbeitet in seinem Produkt mit virtuellen Schichten (Layern), die sich auf das Betriebssystem legen. Jede Anwendung und jeder Datensatz wird in ein Virtual Software Package (VSP) umgewandelt. Diese Pakete enthalten sämtliche Informationen, die zum Ausführen der Programme notwendig sind, so etwa die Registry-Einträge. Jedes dieser virtuellen Programmpakete beinhaltet zudem ein separates Verzeichnis, das die notwendigen Informationen speichert. Derzeit ist das Verzeichnis noch nicht veränderbar - SVS legt immer auf der Festplatte C:\ den Ordner "fslrdr" an.

Zusätzlich kommt ein so genannter Filter Driver ins Spiel. Diese Komponente überwacht die virtualisierten Anwendungen und täuscht einen direkten Zugriff auf die Standardpfade vor. Damit sieht es sowohl für den Nutzer als auch für das Programm so aus, als wäre die Anwendung direkt auf dem System installiert. Ein Beispiel: Der Browser Opera ist virtualisiert, und sämtliche Dateien liegen in dem physikalischen Verzeichnis C:\fslrdr\7\ [_B_]PROGRAMFILES[_E_]\ Opera 9 Beta\. So lange der Filter Driver aktiv ist, scheint es jedoch für den Anwender und die Programme, als ob die Anwendung aus dem Verzeichnis C:\ Programme\Opera 9 Beta heraus arbeite.

Diese Umleitung verhindert das Überschreiben wichtiger Systemdateien. Zudem erhält jede Anwendung einen eigenen, exklusiven Zugriff auf die zum Ausführen notwendigen DLL-Dateien. So kommen Konflikte durch fehlerhafte oder veränderte DLL-Dateien gar nicht erst auf.

Die verschiedenen Download-Mirrors von Altiris SVS findet man unter http://juice.altiris.com/ node/86. Zusätzlich wird eine Lizenznummer benötigt, Privatanwender erhalten die Seriennummer gratis unter http://www.altiris.com/Download/svsPersonal. aspx. Wie bereits erwähnt, ist die E-Mail-Adresse optional. SVS bietet zusätzlich noch die Installation des "Software Virtualisation Admin Tool" an. Dieser Programmteil ist notwendig, um später eigene virtuelle Archive zu erzeugen. Nach dem Neustart ist die Software einsatzbereit, eine weitere Konfiguration ist nicht notwendig.

Man sollte jedoch beachten, dass SVS die gesamten notwendigen Daten auf der Festplatte C:\ ablegt, weshalb dort genügend Platz zur Verfügung stehen sollte. Derzeit lässt sich dieser Pfad nur über einen Registry-Eingriff ändern. Sobald SVS installiert ist, findet man unter HKey_Local_Machine\SYSTEM\ Altiris\FSL\ den Eintrag DefaultFileRedirect. Ist hier eine Änderung gewünscht, sollte man sie vornehmen, noch bevor man den ersten virtuellen Layer erstellt. Laut Altiris soll es in einer der nächsten Versionen von SVS möglich sein, den Speicherplatz direkt im Programm festzulegen.

Einen neuen Layer einrichten

SVS eignet sich hervorragend, um neue Software "mal schnell zu testen". Dazu wird ein neuer Layer erstellt, der dann die installierten Programme vom Rest des Betriebssystems trennt. Bevor man allerdings einen neuen Layer anlegen kann, müssen sämtliche aktiven virtuellen Schichten deaktiviert werden. Der Assistent findet sich unter Datei -> Neue Schicht erstellen. Zu wählen ist der erste Punkt "Anwendung installieren". Im nächsten Fenster gibt man der Schicht einen eindeutigen Namen. In diesem Beispiel soll die aktuelle Betaversion des Browsers Opera unter der Bezeichnung "Opera Beta" installiert werden.

Im nächsten Bildschirm wählt man die Installationsdatei des neuen Programms aus. Weitere Parameter lassen sich angeben, in der Praxis ist das aber kaum notwendig. Im letzten Bildschirm zeigt SVS eine Zusammenfassung der vorgenommenen Einstellungen an. Sobald "Fertigstellen" angeklickt wird, beginnt die Installation des eigentlichen Programms. Das Einzige, was sich vom normalen Programmablauf unterscheidet, ist ein kleines Symbol in der Task-Leiste, das anzeigt, dass SVS aktiv ist. Sobald die Installation des Programmpakets abgeschlossen ist, aktiviert sich der virtuelle Layer, und die Software steht zur Verfügung.

Fertige Pakete zum Download

Mit dem bereits erwähnten Software Virtualization Admin Tool lässt sich aus einem bereits eingerichteten Layer ein eigenständiges Programmpaket erstellen. Der Vorteil: Diese Pakete enthalten alle Informationen, die das Programm zum Betrieb benötigt. Damit eignet sich diese Funktion besonders zur Weitergabe von Programmen. Die Homepage SVSDownloads.com ist das beste Beispiel für diesen Einsatzbereich. Die Betreiber der Seite stellen dort eine Reihe von Programmen zum Download bereit, die nur noch in die virtuelle Umgebung importiert werden müssen. Systempfad, Registry-Einträge, DLLs - alles ist bereits im Programmpaket hinterlegt.

Die Installation funktioniert wie folgt: Man sucht sich ein interessantes Softwarepaket aus wie etwa die Office-Anwendung "AbiWord". Nach dem Download des Pakets ist auf der Oberfläche von Altiris SVS der Menüpunkt "Datei -> Aus Archiv importieren" zu wählen. Hier wird die heruntergeladene VSA-Datei geklickt und die Auswahl bestätigt. Im Anschluss importiert der Assistent die Daten, und AbiWord ist wie nach einer normalen Installation einsatzbereit. Das funktioniert mit jeder Datei im VSA-Format.

Ist das Software Virtualization Admin Tool schon von Beginn an installiert, lassen sich auch eigene Archivpakete erzeugen. Man deaktiviert zunächst eine installierte Schicht, markiert diese im Anschluss und wählt unter Datei den Punkt "In Archiv exportieren". Anschließend muss die VSA-Datei nur noch gespeichert werden, schon ist das Archiv fertig.

Wird die Software nicht mehr benötigt, gibt es mehrere Wege für das weitere Vorgehen. Zum einen kann man den entsprechenden Layer einfach deaktivieren. Damit bleiben die Daten im aktuellen Zustand auf der Festplatte, allerdings verschwinden sämtliche Spuren des Programms aus dem System. Das betrifft auch Änderungen am System, beispielsweise Downloads oder neu erstellte Bookmarks.

Bei Nichtgefallen: Weg damit

Die zweite Möglichkeit besteht darin, die virtuelle Schicht zurückzusetzen. Damit bleiben die Dateien zwar auch auf der Festplatte, allerdings werden sie in den Zustand zurückgeführt, in dem sie nach der Installation vorlagen. Auch in diesem Modus verschwinden die Anwendungen aus dem System. Die inaktiven Layer lassen sich jederzeit wieder aktivieren, sämtliche Verknüpfungen und Einstellungen der Programme werden dann wiederhergestellt.

Sollte ein Programm nicht den Vorstellungen entsprechen, kann der entsprechende Layer komplett gelöscht werden. SVS tilgt dann alle Informationen aus dem System. (ue)