Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

09.12.1983 - 

Mehr als 200 Millionen Pfund für Forschung und Entwicklung innovativer Informationssysteme:

"Alvey" soll britischen Ehrgeiz befriedigen

Von CW-Mitarbeiter Egon Schmidt.

Der Erforschung und Entwicklung neuartiger Informationssysteme ist das neue "Alvey-Programm" der britischen Regierung gewidmet, das mit 200 Millionen Pfund ausgestattet wird. Bereits jetzt sind die "Kandidaten" bekannt, die als erste von diesem Finanz-Strom profitieren dürften.

Auf der Liste stehen

- ein Projekt zur Entwicklung von Computern, die dem unkundigen Publikum in einem Frage-Antwort-Dialog knifflige Details der verzwickten britischen Sozialgesetze erläutern sollen,

- die Entwicklung einer "automatischen Fabrik",

- Studien über Robot-Tauchapparate für die Ölfelder der Nordsee und

- fortschrittliche Kommunikations-Bordcomputer für Personenautos und Lastkraftwagen.

Diese vier Projekte werden nun im Rahmen einer dreimonatigen Detail-Spezifikation von den Unternehmenskonsortien, die sie bearbeiten wollen, näher unter die Lupe genommen. Allerdings sollen im Rahmen des Alvey-Programms noch sechs weitere Vorschläge untersucht werden, ehe eine endgültige Entscheidung fällt, welche Studien tatsächlich öffentliche Förderung erlangen sollen und welche nicht.

Die vier Großunternehmen ICL, GEC, Racal und Marconi führen die Liste der Firmengruppen an, die hinter den genannten, ersten vier Studienvorschlägen stehen. Erhalten die Projekte dieser Gruppen das o.K. der Projektleitung, so werden die Unternehmen in den nächsten fünf Jahren versuchen, die vorgeschlagenen Innovationen bis zur Produktionsreife zu bringen. Ziel ist die Schaffung innovativer Erzeugnisse, die sich auf dem Markt behaupten können.

ICL arbeitet im skizzierten Rahmen mit dem Department of Health and Social Security (DHSS) zusammen, dem Gesundheits- und Sozialministerium. Das angestrebte System zur sachgerechten Darlegung der Einzelheiten komplizierter Sozialgesetze fußt auf Vorarbeiten, die das DHSS bereits früher gefördert hat und die der Entwicklung von Terminals für ähnliche Zwecke galten.

Die automatische Fabrik ist eine Konzeption der GEC Electrical Projects, einer GEC-Tochter, die hier mit der Universität Edinburgh sowie mit dem National Engineering Laboratory zusammenarbeitet. Hier geht es darum, innovative Konzepte für den automatisierten, effizienten Materialfluß und die automatisierte Materialbearbeitung zu entwickeln.

Racal Research ist ein Vertreter jener Gruppe, die sich mit Möglichkeiten befassen will, per Computer Informationen an Fahrer von Autos und Lkws zu übermitteln. Zum Racal-Team gehören in diesem Falle noch BL Technology und das "Transport and Road Research Laboratory". Dabei ist der Gesamtrahmen dieser Arbeiten außergewöhnlich weit gespannt. Auch Möglichkeiten, wie der Geschäftsmann von seinem Auto aus Nachrichten senden kann, sind Gegenstand des Projekts. Am Ende dieser Entwicklung soll eventuell sogar

ein mobiles elektronisches Büro stehen, verheißen die geistigen Väter des Vorhabens.

Experten von Marconi Avionics und Offshore Engineering stecken hinter den Entwicklungen, die in Zukunft die Taucher ersetzen sollen, die heute Wartungs- und Inspektionsarbeiten an Gas- und Öl-Anlagen in der Nordsee verrichten. Denn die Entwicklung derartiger Roboter ist schließlich auch eine typische Aufgabe für Computeringenieure und Informatiker. Der Offshore-Roboter ist also ein geeigneter Kandidat für Großbritanniens ehrgeiziges Programm "Alvey".