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Internationale Karriere bei DV- Unternehmen (Teil 1)


17.05.1991 - 

Am Anfang stehen Mobilität und Fremdsprachen-Kenntnisse

FRANKFURT/MAIN (hk) - Berufsein- und -umsteiger schauen sich ihren zukünftigen Arbeitgeber in der Regel sehr genau an. Nur wer auf Dauer attraktive Arbeitsplätze anbietet wird die Guten erreichen. Die DV-Beratung Andersen Consulting versucht es mit einem internationalen Umfeld, sechs Wochen Weiterbildung im Jahr und von an Arbeit in kleinen Teams.

Hochschulabsolventen, aber auch Umsteiger nutzen die Gunst der Stunde. Angesichts der knappen Personaldecke vieler Unternehmen in der DV-Beratungsbranche versuchen sie das Beste für sich herauszuholen. Glücklich können sich in dieser Situation diejenigen Unternehmen schätzen, die nicht erst seit gestern als attraktiver Arbeitgeber am Personalmarkt bekannt sind.

Dazu zählt Günther Conrad ganz selbstbewußt auch sein Unternehmen. Der Andersen-Geschäftsführer hat festgestellt, daß wir ein sehr gutes Image unter den Berufsanfängern haben". Sein Ziel ist es deshalb, eines Tages ganz ohne Stellenanzeigen auszukommen. Jetzt schon wurden 20 Prozent der insgesamt 4000 Bewerber ihre Unterlagen ohne Anzeigenbezug zuschicken.

Davon werden nach seinen Angaben in diesem Geschäftsjahr 180 bis 200 Bewerber eingestellt. Andersen sucht als eine der größten Unternehmensberatungen in der DV weltweit in erster Linie Techniker, also Ingenieure und informatiker, aber auch Betriebswirte und Wirtschaftsingenieure.

Conrad verlangt vom Bewerber fließende Englischkenntnisse, er muß unter 30 Jahre alt sein, wenigstens eine Programmiersprache, beherrschen und Berufserfahrung mitbringen oder im Studium gearbeitet haben". Für den Andersen-Berater gibt es zwei Arten von Technikern. Da ist zum einen der sehr fachlich orientierte und wenig kommunikative Kandidat, "das ist nicht der Richtige für uns, weil wir als Architekten arbeiten". Zum anderen gibt es den Techniker, der kommunikationsorientiert sei.

Auf den Einwand, daß ein Betriebswirt in vielen Fällen eher den Anwender verstehe und sprachgewandter sei als ein Informatiker, entgegnet Conrad: "Ein Informatiker schafft es schneller, sich betriebswirtschaftliche Kenntnisse anzueignen als ein Kaufmann Informatik-Know-how." Es sei nicht einfach zu verstehen, wie ein Compiler oder ein Datenbanksystem funktioniere. Hinzu komme, daß die Mitarbeiter zu Beginn ihrer Karriere sehr stark technikbezogene Aufgaben wahrnähmen.

Die Andersen-Pyramide ist zwar sehr dynamisch, aber auch hierarchisch klar gegliedert. Das heißt, in den ersten beiden Jahren ist der Assistent oft sehr stark in der Programmierung tätig. Anschließend steigt er zum Senior-Berater auf, nach etwa fünf Jahren darf er sich dann Manager nennen. Nach mehr als neun Jahren engagiertem Andersen-Dasein besteht die Möglichkeit, Partner zu werden.

Während sich am Anfang der Karriere das Gehalt nicht von dem der anderen Berufsanfänger unterscheidet - es liegt zwischen 56 000 und 62 000 Mark -, streicht der Partner ein Geschäftsführer-Salär ein.

Von Anfang an wissen die zukünftigen Consultants, worauf sie sich einlassen. Conrad: Wir schenken unseren Kandidaten reinen Wein ein", das bedeutet: Sie müssen die Bereitschaft mitbringen, sehr oft im Jahr den Einsatzort zu wechseln und regelmäßig Überstunden abzuleisten. Ein Zehn- bis Zwölf Stunden-Tag sei demnach nichts Ungewöhnliches.

Demgegenüber stünde aber ein attraktiver Arbeitgeber, rechtfertigt Conrad die hohen Ansprüche von Andersen. Das Unternehmen sei mit seinen etwa 150 Niederlassungen weltweit aktiv und marschiere im sich schnell verändernden DV-Markt an vorderster Front.

Als Pionier könne aber nur arbeiten, weiß Conrad aus mehr als 20jähriger Berufserfahrung, wer in die Weiterbildung seiner Mitarbeiter investiere. Zehn Prozent des Konzernumsatzes gibt Andersen nach eigenen Angaben für die betriebliche Schulung seiner Mitarbeiter aus. Einen Riesenvorteil dieser Fortbildung sieht Conrad darin, daß alle Andersen Consultants am firmeninternen St. Charles Colleges in der Nähe von Chikago ausgebildet werden.

Das bedeute dann, daß bei der Auswahl eines Projektteams nicht berücksichtigt werden müsse, aus welchem Land der Mitarbeiter komme, da man inhaltlich weltweit die gleiche Sprache spreche.

"Es ist ein beeindruckendes Erlebnis, zusammen mit Menschen aus über 50 Ländern zu lernen und dazu noch einem Unternehmen anzugehören, schildert Claas Kühnemann seinen Eindruck vom St. Charles College: Dies bedeutet gelebte Unternehmenskultur, ergänzt der Andersen-Berater.

Er hat sich für dieses Unternehmen entschlossen, weil ihm unter anderem das niedrige Durchschnittsalter der Mitarbeiter gefiel - es liegt bei unter 30 Jahren - und weil man von Anfang an in Projektteams beim Kunden eingesetzt wird - und natürlich die Internationalität

des Unternehmens.