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23.03.2001 - 

BDU sieht Berater-Landschaft im Wandel

Am E-Business scheiden sich die Geister

BONN - Die Realisierung von E-Business-Projekten nimmt in der Consulting-Szene immer mehr Raum ein. Dabei rückt die Zusammenführung bestehender Geschäftsprozesse mit Web-Technologien und -Lösungen zunehmend in den Mittelpunkt, was wiederum ganzheitliche Beratungsleistungen erfordert. Von Beate Kneuse*

Das Wachstum der hiesigen Beratungsbranche ist ungebrochen. Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater e.V. (BDU) erwartet für das laufende Jahr einen Anstieg des Gesamtumsatzes auf 26,7 Milliarden Mark. Gegenüber den 23,8 Milliarden vom Vorjahr entspräche dies einem Plus von mehr als zwölf Prozent. Den Löwenanteil wird dazu laut BDU mit 10,3 (Vorjahr: 9,4) Milliarden Mark der Bereich IT-Beratung und -Service beisteuern. Danach folgen die Strategieberatung mit 6,7 (5,9) und die Organisationsberatung mit sechs (5,3) Milliarden Mark. Das Umsatzvolumen im Bereich Human Resource Management dagegen wird nur moderat von einer auf 1,1 Milliarden Mark zunehmen. Darüber hinaus rechnet der BDU mit einer weiteren Zunahme an Beratungsprojekten, die sich entweder ganz oder zumindest teilweise um E-Business drehen. Belief sich dieser Anteil im vergangenen Jahr auf 38 Prozent, so werden es den Prognosen zufolge im laufenden Jahr bereits 50 Prozent sein.

Diese Entwicklung dürfte in der deutschen Beratungsszene in naher Zukunft dazu führen, dass sich die Spreu vom Weizen trennt. Denn längst geht es bei E-Business-Projekten um mehr als um die Gestaltung von Internet-Auftritten zur Imageförderung. Im Vordergrund stehen Kundenfindung und -bindung via Web genauso wie Auftragsabwicklung und Produktbeschaffung sowie Personalmanagement. Vor allem aber gilt es, dies mit den traditionellen Geschäftsprozessen zu verknüpfen.

Eine Aufgabe, der sowohl die klassischen Beratungshäuser als auch die inzwischen zahlreichen Internet-Agenturen nicht immer gewachsen sind. Zwar hob Erwin Lammenett, BDU-Mitglied und Chef der Aachener Team in Medias GmbH, unlängst vor der Presse in Bonn hervor, dass deutsche Konzerne "monatlich bereits Millionen durch clevere E-Business-Lösungen verdienen oder einsparen". Er musste aber auch einräumen, dass ebenso viele Millionen mit erfolglosen E-Projekten verbrannt wurden und Beratungshäuser - welcher Couleur auch immer - daran nicht ganz schuldlos gewesen sind.

Michael Sarbacher, Partner der Wiesbadener Plenum Management Consulting GmbH, sprang ihm allerdings bei besagter Pressekonferenz zur Seite, indem er darauf verwies, dass der E-Business-Boom letztlich alle überrollt und "jede Menge schwarzer Schafe" in der Beratungsszene hervorgebracht habe: "Solange es nur darum ging, einen schönen Internet-Auftritt zu realisieren, fiel das nicht weiter auf. Dann wurden die Budgets in den Unternehmen größer, und der komplexe Prozess der Integration von alter und neuer Welt geriet immer mehr in den Blickpunkt des Interesses." Die Transformation zu integrierten Geschäftsmodellen erfordere aber ganzheitliche Beratungsansätze. "Und die fallen nicht vom Himmel", so Sarbacher.

*Beate Kneuse ist freie Journalistin in München

Abb: Beratungsfelder 2001

Die IT-Beratung bleibt das wichtigste Geschäftsfeld. Quelle: BDU