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01.02.2002 - 

Jeffrey Bezos will sich als Anbieter von E-Commerce-Plattformen etablieren

Amazon.com schreibt erstmals schwarze Zahlen

MÜNCHEN (CW) - Amazon.com hat im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres erstmals eine positive Bilanz erreicht. Zwar hatte Firmenchef Jeffrey Bezos bereits seit langem angekündigt, Ende 2001 schwarze Zahlen schreiben zu wollen. Doch kaum ein Analyst hatte dem Internet-Pionier Glauben geschenkt.

Der erste Quartalsnettogewinn in der siebenjährigen Geschichte des Unternehmens betrug nach Abzug von Zinsen, Kosten für Übernahmen und sonstigen Aufwendungen fünf Millionen Dollar. Für die Anteilseigner bedeutet das einen Profit von einem Cent pro Aktie. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum stand noch ein Defizit von 545 Millionen Dollar oder 1,53 Dollar je Aktie in den Büchern. Den Umsatz steigerten die Amazon-Verantwortlichen von 972 Millionen Dollar im vierten Quartal 2000 auf 1,12 Milliarden Dollar im letzten Viertel des abgelaufenen Geschäftsjahres. Das entspricht einem Wachstum von mehr als 16 Prozent.

Das gute Abschneiden im vierten Quartal 2001 erklären die Verantwortlichen mit dem vor Weihnachten wieder erstarkten Kerngeschäft mit Büchern, Musik-CDs und Videos. Nach einem Einbruch sei der Umsatz in diesem Segment im letzten Quartal 2001 um fünf Prozent auf 538 Millionen Dollar gestiegen. Dagegen ging der Umsatz mit Elektronikartikeln im gleichen Zeitraum um zwei Prozent zurück.

Vor allem das internationale Geschäft trug einen großen Anteil zum guten Geschäftsergebnis bei. So steigerte das Unternehmen beispielsweise in Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Japan seine Einnahmen um 81 Prozent auf 262 Millionen Dollar. In Deutschland wurden laut Angaben der hiesigen Niederlassung in den Wochen vor Weihnachten über 100 000 Postsendungen ausgeliefert. Etwa 3,7 Millionen deutsche Kunden hätten im letzten Jahr bei Amazon eingekauft.

Auch künftig will Bezos verstärkt auf das internationale Geschäft setzen. Strategie ist, Amazon als Anbieter für E-Commerce-Plattformen zu etablieren. So betreibt der Online-Händler zum Beispiel in den USA die Web-Seiten der Elektronikwarenkette Circuit City sowie des Spielwarenhändlers Toys R'' us. In Großbritannien betreuen die Amazon-Entwickler die Auftritte des Weinanbieters Virgin Wine sowie des Buchhändlers Waterstone. Das Geschäftsmodell sieht vor, dass Amazon für jedes via Web verkaufte Produkt einen Obulus bekommt. Dieser Geschäftsbereich, der momentan etwa neun Prozent zum Gesamtergebnis beiträgt, soll weiter ausgebaut werden, vor allem auch in Deutschland. Der Profit für Amazon liegt in diesem Geschäftsfeld besonders hoch, da keine Kosten für Lagerhaltung anfallen. Für das weitere Geschäftsjahr gibt sich Amazon gemäßigt. Im ersten Quartal rechnen die Finanz-Manager mit einem Verlust von bis zu 16 Millionen Dollar. Beim Umsatz will die Internet-Company jedoch um elf bis 18 Prozent von 775 auf 825 Millionen Dollar zulegen. Verbesserungen in der Effizienz der Abläufe sowie weitere Kostensenkungen sollen dieses Wachstum sichern.

Die Analysten bleiben vorsichtig. Ob der Internet-Händler stabil genug ist, langfristig schwarze Zahlen zu schreiben, muss er erst noch beweisen, warnt Kristine Koerber, Analystin bei Hambrecht & Co. Gerade das Kerngeschäft sei Schwankungen unterworfen, die großen Einfluss auf das Gesamtergebnis haben können. (ba)