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04.08.2000 - 

COO Galli verlässt das Unternehmen

Amazon.com: Umsatz und Ergebnis im zweiten Quartal enttäuschend

MÜNCHEN (CW/IDG) - Amazon.com musste für das zweite Quartal erneut unbefriedigende Zahlen bilanzieren. Neben anhaltenden Verlusten bereitet den Analysten nun auch die Umsatzentwicklung des Internet-Händlers Sorgen.

Das Unternehmen konnte zwar beim Umsatz im Vergleich zumVorjahr um 84 Prozent auf 577,9 Millionen Dollar zulegen, die ursprüngliche Prognose von 585 Millionen Dollar wurde allerdings verfehlt. Zudem ergab sich im Vergleich zum ersten Quartal (574 Millionen Dollar) nur ein Umsatzplus von einem Prozent. Den Nettoverlust bezifferte Amazon.com auf 115,7 (Vorjahr: 82,8) Millionen Dollar. Im Kerngeschäft mit Büchern, CDs, DVDs und Videos sei allerdings nach einem Fehlbetrag von elf Millionen Dollar im Vorjahr ein Betriebsgewinn von zehn Millionen Dollar erwirtschaftet worden, hieß es.

Die Wallstreet zeigte sich mit diesem Ergebnis nicht zufrieden. Bereits vor Veröffentlichung der Quartalszahlen hatten die Investmentbanken Lehman Brothers und Bank of America Securities ihre Empfehlungen von "Strong Buy" auf "Buy" zurückgestuft. Teilweise wurde sogar die Liquidität des Unternehmens in Frage gestellt. Die Aktie gab daraufhin um weitere acht Prozent nach und rangierte teilweise nur knapp über 30 Dollar.

Amazon-Site ging vorübergehend in die KnieAusschlaggebend für die schlechte Stimmung an der Börse dürfte auch der überraschende Rücktritt von Amazon-President und Chief Operating Officer (COO) Joseph Galli gewesen sein, der nach nur 13-monatiger Amtszeit auf den Chefsessel des Internet-Dienstleisters Verticalnet wechselt. Zu allem Überfluss "glänzte" dann auch noch am Mittwoch vergangener Woche die US-Internet-Site des Unternehmens mit einem nicht gerade publicityträchtigen 40-minütigen Systemausfall.

Viele Anleger und Analysten haben nach wie vor Zweifel, dass die Company in absehbarer Zeit die Gewinnzone erreichen kann. Amazon.com kann es sich nicht mehr oft leisten, die Prognosen nicht zu erfüllen, heißt es in New Yorker Finanzkreisen. Kritisiert werden zum einen die hohen Lager- und Logistikkosten der neuen Geschäftssparten Küchengeräte und Gartenmöbel. Ihren Unmut begründen die Investoren aber vor allem damit, dass sich Amazon. com bis dato nicht auf einen Termin für das Erreichen der Profitabiliät festlegen wollte - gilt doch die Entwicklung des Unternehmens als ein wichtiger Gradmesser für die gesamte US-Internet-Branche. Chief Financial Officer Warren Jenson, der die enttäuschende Umsatzentwicklung im zweiten Quartal mit "saisonalen Schwankungen" begründete, stellte lediglich in Aussicht, dass der Betriebsverlust bis zum vierten Quartal von derzeit 15 Prozent des Umsatzes auf unter zehn Prozent reduziert werden kann.