Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

09.02.2001 - 

1,4 Milliarden Dollar Verlust in einem Jahr

Amazon entlässt mehr als 1300 Mitarbeiter

MÜNCHEN (CW) - Der Online-Händler Amazon, bisheriges Paradebeispiel für Internet-Geschäftsmodelle, schreibt weiterhin tiefrote Zahlen. Für das vergangene Geschäftsjahr meldete das Unternehmen ein Minus von 1,4 Milliarden Dollar. Außerdem kündigte Firmengründer Jeff Bezos die Entlassung von 15 Prozent der Mitarbeiter an.

Erstmals in der sechsjährigen Geschichte des Unternehmens nannten Bezos und sein Finanzchef Warren Jenson einen konkreten Termin, wann die vom Online-Buchhändler zum Internet-Kaufhaus avancierte Company die Gewinnschwelle überschreiten will. Demnach soll Amazon im Schlussquartal 2001 zumindest mit dem Pro-Forma-Ertrag im Plus liegen, hieß es. Ausgeklammert aus diesem Wert sind allerdings Posten wie die Mitarbeiterentlohnung über Aktien, Zinsaufwendungen, Firmenwertabschreibungen sowie Verluste aus Beteiligungsgeschäften und Einmalkosten. Diese Ausgaben machten im vergangenen Geschäftsjahr immerhin rund eine Milliarde Dollar aus. Relativiert wird die positive Gewinnprognose von einer deutlichen Rücknahme der Umsatzerwartungen für das laufende Geschäftsjahr. Während im Fiskaljahr der Umsatz noch um 68 Prozent auf 2,76 Milliarden Dollar kletterte, schraubten die Amazon-Verantwortlichen ihre Vorhersage mit Blick auf die schwächelnde US-Konjunktur auf einen Umsatzzuwachs von 30 bis 35 Prozent auf 3,3 bis 3,6 Milliarden Dollar herunter. Noch im Oktober waren Einnahmen von vier Milliarden Dollar in Aussicht gestellt worden.

Im Schlussquartal ließ die Kaufbereitschaft nachBereits im Schlussquartal des Jahres 2000 hatte der Online-Händler die nachlassende Kaufbereitschaft seiner Kunden zu spüren bekommen. Als Folge des schwächelnden Weihnachtsgeschäftes kletterte der Umsatz im letzten Jahresviertel nur noch um 44 Prozent gegenüber dem Vorahreszeitraum von 676 Millionen auf 972 Millionen Dollar und blieb damit unter den ursprünglich angekündigten Einnahmen von einer Milliarde Dollar. Der Pro-forma-Verlust schrumpfte gegenüber dem Vorjahresquartal von 185 Millionen auf 90 Millionen Dollar. Inklusive Abschreibungen auf den Firmenwert (Goodwill) sowie Verlusten aus Engagements mit anderen Online-Händlern summierte sich das Quartalsminus allerdings auf 545 Millionen Dollar (1999: 323 Millionen). Mit einem Wachstum von 24 Prozent - in den USA waren es elf Prozent - blieb das ursprüngliche Kerngeschäft, der Buchhandel via Internet, hinter dem Durchschnitt zurück. Umsatztreiber waren nach Unternehmensangaben vor allem die internationalen Ableger mit Großbritannien und Deutschland an der Spitze sowie Einnahmen aus neuen Geschäftsfeldern. Der Erlös aus dem Verkauf von Elektronik, Küchengeräten, Spielwaren und Werkzeug verdoppelte sich binnen eines Jahres von 145 Millionen auf 315 Millionen Dollar in den letzten drei Monaten des Geschäftsjahres.

Um Kosten einzusparen, will Amazon 1300 seiner derzeit 8500 Mitarbeiter entlassen und das im Juni 1999 eröffnete Vertriebszentrum in McDonough, Georgia, schließen. Außerdem gibt das Unternehmen sein Kundenzentrum am Firmensitz in Seattle auf und stellt das dortige Vertriebszentrum auf Saisonarbeit um. Insgesamt werden die Kosten für diese Umstrukturierung auf rund 150 Millionen Dollar geschätzt.