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20.04.2001 - 

Elektronikartikel laufen besser als Bücher

Amazon: Licht am Ende des Tunnels

MÜNCHEN (CW) - Das Online-Warenhaus Amazon.com wird im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2001 die Erwartungen der Analysten übertreffen. Da jedoch das Geschäft im Büchersegment stagniert, muss sich das Unternehmen jetzt neue Partner in der realen Welt suchen.

Die Umsätze steigen, die Verluste schrumpfen - der Online-Laden Amazon.com hat für das erste Quartal ein für viele Beobachter überraschend gutes Ergebnis angekündigt. Demnach klettern die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 20 Prozent auf rund 700 Millionen Dollar, während die Wallstreet 670 Millionen Dollar erwartet hatte. Ähnlich positiv sieht es auch bei den Verlusten aus, denn laut Amazon wird ein halbiertes Minus von 22 Cent je Aktie erwartet (50 Millionen Dollar), während Analysten von 30 Cent ausgegangen waren.

Ein Geheimnis hinter den erfreulichen Zahlen nennt sich "operatives Pro-forma-Ergebnis", bei dem viele Posten nicht berücksichtigt werden, die im regulären operativen Ergebnis aufgeführt sind. Darunter fallen beispielsweise Zinsaufwendungen und Abschreibungen auf den Firmenwert, aber auch Verluste aus Beteiligungen und Einmalkosten. Rechnet man diese hinzu, ergibt sich für das erste Quartal des Geschäftsjahres ein operativer Verlust von 255 Millionen Dollar. Im gleichen Vorjahreszeitraum betrug dieser Wert allerdings noch 308 Millionen Dollar.

Die Umsatzsteigerung resultiert in erster Linie aus Geschäften mit Artikeln der Unterhaltungselektronik. Hingegen habe Amazon bei Büchern, CDs und Videos - dem eigentlichen Kerngeschäft - nur ein knappes Wachstum erzielen können, hieß es in Seattle. Rund 60 Prozent der Einnahmen stammen gegenwärtig aus dem traditionellen Bereich. Besser lief es bei den ausländischen Tochtergesellschaften, während in den USA anscheinend im Buchsegment eine Sättigung eingetreten ist.

Um dies zu kompensieren, hat Amazon einen Vertrag mit der US-Buchhandelskette Borders abgeschlossen. Deren Online-Angebot Borders.com hatte die letzten Jahre stets tiefrote Zahlen abgeliefert. Amazon übernimmt den Betrieb der Borders-Website, die im August runderneuert an den Start geht. Finanzielle Details wurden nicht bekannt gegeben, jedoch erhält Amazon einen Obolus für die Entwicklung des Web-Auftritts. Daneben kümmert sich die Company um das Lager, die Auslieferung und den Kundendienst von Borders.com, wobei deren 70 Angestellte entlassen werden sollen.

Amazon-Firmenchef Jeffrey Bezos wiederholte die Prognose, dass sein Unternehmen wie geplant Ende des laufenden Jahres im operativen Pro-forma-Ergebnis schwarze Zahlen schreiben wird. Dann betrage die Liquidität des Kaufhauses auch wieder 900 Millionen Dollar, gegenwärtig liegt sie bei rund 640 Millionen Dollar. Investoren honorierten die positiven Aussichten, der Kurs der Amazon-Aktie stieg an einem Tag um über 30 Prozent an. Am 24. April will das Unternehmen die endgültigen Zahlen für das Quartal vorlegen.