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11.05.2001 - 

Preiskampf bei Desktop-CPUs verschärft sich

AMD kommt auf dem Server nicht zum Laufen

MÜNCHEN (CW) - Auf dem Markt für PC-Prozessoren ist der Preiskampf zwischen Intel und AMD voll entbrannt. Nachdem Intel seine CPUs teilweise drastisch verbilligt hat, ist nun AMD deutlich früher als ursprünglich vorgesehen nachgezogen. Unterdessen musste der Intel-Rivale Verzögerungen bei seinen Server-Plänen bekannt geben.

Die jüngsten Preissenkungen von Intel zeigen offenbar Wirkung. Nachdem der Chipgigant den Preis für den neuen Pentium 4 mit 1,7 Gigahertz Taktfrequenz auf das Niveau des AMD-Topmodells Athlon von 1,33 Gigahertz gesenkt hat, zieht Letzterer nun nach. Der Hersteller hat die Listenpreise seiner Athlon- und Duron-Chips um bis zu 28 Prozent herabgesetzt, statt 350 Dollar kostet nun die 1,33-Gigahertz-Variante 253 Dollar in Tausender-Stückzahlen. Gegenüber Journalisten beschwichtigte CEO Jerry Sanders, dass keinesfalls von einem Preiskampf gesprochen werden könne, da die Preise für Komplettsysteme mit AMD-CPUs nach wie vor unter denen der Intel-basierten Pendants liege.

Trotz steigender Marktanteile, die derzeit bei über 20 Prozent liegen, hat AMD einige entscheidende Wettbewerbsnachteile gegenüber dem Marktführer. So fehlen dem kleinen Rivalen nach wie vor Produkte für den viel lukrativeren Server-Markt. Und solange diese Aufholjagd nicht gelingt, kann Intel seine Desktop-Chips zu Dumpingpreisen verhökern und mit den Server-Prozessoren "Xeon" Geld verdienen. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass sich die Einführung von AMDs 64-Bit-CPU mit dem Codenamen "Clawhammer" weiter verzögern wird. Die ersten Muster des Prozessors sollen Ende des Jahres an die Hersteller geliefert werden, mit einer Massenfertigung ist erst im zweiten Halbjahr 2002 zu rechnen.

Nach Angaben von AMD ist die Umstellung des Herstellungsprozesses auf die Silicon-on-Insulator-(SOI-)Technik der Grund für die Terminverschiebung. Dieses von IBM patentierte Verfahren reduziert die Verlustleistung auf den Leiterbahnen und ermöglicht dadurch schnellere und stromsparendere Chips. Einen ersten größeren Deal im Server-Bereich hat AMD mit NEC abgeschlossen. Der japanische Hersteller will Internet Streaming Server auf der Basis von Athlon-CPUs anbieten.

Während AMD einerseits dem beständigen Druck von Intel ausgesetzt ist, könnten auch von Taiwans größtem Chipproduzenten Via Gefahren für das Unternehmen ausgehen. Das Geschäft mit den Athlons und Durons floriert derzeit mit kräftiger Unterstützung von Via, das den überwiegenden Anteil der Chipsätze liefert. AMD stellt zwar eigene Chipsätze her, belegt damit jedoch nur verschwindend geringe Marktanteile. Seit Via die Prozessorschmiede Cyrix übernommen hat, setzt der Hersteller alles da-ran, um neben seinen Chipsätzen auch mit den CPUs stärker ins Geschäft zu kommen. Auf der CeBIT hat Via bereits seinen "C3"-Prozessor mit 733 Megahertz Taktfrequenz vorgestellt, der in Verbindung mit Pentium-III-Boards eingesetzt wird. Noch können die Chips leistungsmäßig nicht mit den Pendants von Intel und AMD mithalten. Sobald die Taiwaner jedoch leistungsfähigere Versionen fertiggestellt haben, könnten sie versucht sein, den Konkurrenten AMD mit Preiserhöhungen bei den Chipsätzen unter Druck zu setzen.

Ein vergleichbares Szenario gab es bereits vor etwa zwei Jahren. Damals hatte Intel durch Lieferengpässe bei den eigenen Chipsätzen einige taiwanische Pentium-Motherboard-Hersteller in Schwierigkeiten gebracht, die zu sehr mit Via liebäugelten.

AMD ist sich dieser Risiken offenbar bewusst und hat mit dem größten Grafikchiphersteller Nvidia eine Kooperation vereinbart. Nach Angaben des britischen News-Dienstes "The Inquirer" sollen die beiden Unternehmen einen Chipsatz entwickeln, der vor allem im 3DBereich den bisherigen Produkten deutlich überlegen sei.