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03.05.2002 - 

Hybridprozessoren der Hammer-Serie sollen Intel angreifen

AMD sichert sich Microsofts Hilfe

MÜNCHEN (CW) - AMD hat in der vergangenen Woche einen entscheidenden Coup gelandet: Microsoft wird das Windows-OS an die kommenden 32-/64-Bit-Hybridprozessoren (Codename: "Hammer") des Herstellers anpassen.

Nach der Nürnberger Suse Linux AG, die bereits im Februar die Entwicklung von Erweiterungen des Linux-Kernels für AMDs "x86-64"-Technik ankündigte, hat Microsoft dem Halbleiterhersteller nun ebenfalls seine Unterstützung zugesagt. Welche Versionen des Windows-OS nun für die 64-Bit-Technologie des Intel-Rivalen fit gemacht werden sollen, wurde bislang allerdings noch nicht bekannt gegeben. Detaillierte Pläne würden erst im späteren Verlauf dieses Jahres veröffentlicht, hieß es. "Die Verschmelzung unserer achten Prozessorgeneration mit Microsofts Windows legt den Grundstein für eine stärkere Verbreitung von 64-Bit-Plattformen speziell im Unternehmensumfeld", prognostiziert Dirk Meyer, Vice President von AMDs Computation Products Group.

AMDs Hammer-Familie wird eine Server- und Workstation-, eine Desktop- sowie eine Mobilvariante umfassen. Der Server-Chip (bisheriger Codename: "Sledgehammer"), auf den der Halbleiterhersteller im Rahmen seines aktuellen Feldzugs gegen Intel im Segment der Server-Prozessoren seine ganze Hoffnung setzt, hat mittlerweile auch seinen endgültigen Namen erhalten. Der "Opteron" getaufte x86-kompatible Prozessor soll - anders als Intels 64-Bit-"Itanium" - sowohl 32- als auch 64-Bit-Applikationen unterstützen (siehe CW 11/02, Seite 34) und somit zum einen den reibungslosen Übergang zu künftiger 64-Bit-Software, zum anderen den Investitionsschutz für bestehende 32-Bit-Landschaften garantieren. So lassen sich 32-Bit-Applikationen im 32-Bit-Modus unter einem 32-Bit-OS fahren. Im Kompatibilitätsmodus können - ohne Neukompilierung - unter einem 64-Bit-Betriebssystem ebenfalls 32-Bit-Programme laufen. Für den reinen 64-Bit-Modus hingegen ist die 32-Bit-Anwendungssoftware entsprechend zu portieren. Gerüchte, nach denen Intel ebenfalls an der Entwicklung einer Hybridarchitektur (Codename: "Yamhill") arbeitet, wurden bislang nicht bestätigt.

Erste Hammer-Chips gegen Ende 2002Die drei "Hammer"-Ausführungen basieren laut AMD auf demselben Prozessorkern, unterscheiden sich jedoch in Sachen Level-2-Cache. Das Chipdesign umfasst einen integrierten Controller für DDR-Speicher (DDR = Double Data Rate), der mit CPU-Geschwindigkeit arbeiten und somit für deutlich verkürzte Latenzzeiten sorgen soll. Der im 0,13-Mikrometer-Verfahren unter Verwendung der SoI-Technik (SoI = Silicon on Insulator) hergestellte Chip nutzt die AMD-Bustechnik "Hypertransport" (siehe CW 8/01, Seite 41) und soll zunächst in der Dresdner Fertigungsstätte des Herstellers produziert werden. Das Desktop-Modell der jüngsten Prozessorgeneration wird voraussichtlich im vierten Quartal 2002 verfügbar sein, während die entsprechenden Server- und Mobil-Varianten in der ersten Hälfte nächsten Jahres auf den Markt kommen sollen.

Nach Ansicht von Analysten stellt die Rückendeckung von Seiten Microsofts einen bedeutenden Schritt für die industrieweite Akzeptanz der neuen AMD-Chipgeneration dar. "Das alleine garantiert jedoch noch nicht den Erfolg des Produkts", gibt Insight-64-Analyst Nathan Brookwood zu bedenken. So werde AMD bei Hardwareherstellern, Softwareentwicklern sowie Unternehmenskunden noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten haben. (kf)