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23.02.2001 - 

Keine Lizenzgebühren für die Hypertransport-Technik

AMD sorgt mit neuem Bussystem für Furore

MÜNCHEN (CW) - Eigentlich wollte Chiphersteller AMD nur ein schnelles Verbindungssystem für die eigenen 64-Bit-Prozessoren entwerfen. Jetzt könnte sich die "Hypertransport"-Technik zu einem De-facto-Industriestandard entwickeln.

Dreieinhalb Jahre entwickelten die AMD-Ingenieure an einer neuen Prozessor-Verbindungstechnik mit dem Codenamen "Lightening Data Transport". Jetzt wurde sie auf der "Platform Conference 2001" in Taipeh unter der Bezeichnung Hypertransport vorgestellt. Ziel der Entwicklung ist es, Informationen innerhalb eines Systems schneller zu transportieren. Das geschieht im Hypertransport-System dadurch, dass die Prozessoren direkt miteinander kommunizieren (point-to-point). Damit würde sich nach Ansicht von AMD die Anzahl der Bussysteme innerhalb eines Geräts verringern. Außerdem, so der Hersteller, unterstütze die neue Architektur bis zu 32 Devices an jedem der vier Kanäle, wobei diese unterschiedliche Busbreiten und Geschwindigkeiten aufweisen dürften (mix and match).

Der Hypertransport kann als Non-Uniform-Memory-Access-(Numa-)basierter Bus bezeichnet werden. Bei Numa-Systemen erhält jeder Prozessor zusätzlich zu gemeinsam benutzten RAM-Speichern seinen eigenen, dedizierten Hauptspeicher zugeordnet. Auf diesen kann die CPU viel schneller zugreifen als auf den gemeinsam benutzten Arbeitsspeicher. Zusätzlich steht dem Prozessor die gesamte Bus-Bandbreite zum Datentransfer zur Verfügung. Entwickelt wurde das Numa-Konzept bereits 1996 von Sequent. Damals brachte auch SGI ein Numa-basiertes System auf den Markt.

Hypertransport wartet mit rasanten Übertragungsgeschwindigkeiten auf: Spitzenwerte von bis zu 6,4 GB in der Sekunde ließen sich mit der ersten Version erzielen. Das ist mehr als das Zwanzigfache dessen, was über den PCI-Bus, die derzeitige Standardlösung, transferiert wird. PCI bietet Transferraten von 266 MB/s. Allerdings arbeiten beide Systeme unterschiedlich. Während bei PCI-Systemen alle Prozessoren die Daten über einen Bus schicken, kann das Hypertransport-Konzept mit einer vierspurigen Autobahn verglichen werden: je zwei Kanäle in jeder Richtung.

Als eines der ersten Industrieunternehmen interessierte sich Grafikspezialist Nvidia für die neue I/O-Technik. Die Company entwickelt das Chipset für Microsofts "Xbox". Das als "Media Communications Processor" (MCP) bezeichnete Produkt soll auf einem Chip Audio-, Peripherie-I/O- und Netz-Controller enthalten. Dazu wurde die Architektur zweigeteilt: Die Nordbrücke beherbergt den Hauptprozessor und die Grafik, während die Südbrücke PCI-Slots, Audio, Modem, USB, Internet-Controller und andere Komponenten beisteuert.

Was bislang fehlte, war die Möglichkeit zur leistungsfähigen und schnellen Kommunikation zwischen beiden Brückenteilen. Dafür will Nvidia Hypertransport einsetzen.

Breite Unterstützung

AMD will interessierten Unternehmen die Hypertransport-Technik kostenlos zur Verfügung stellen. Geplant ist zudem die Einrichtung eines Konsortiums, das an der Akzeptanz der Architektur als Industriestandard arbeitet. Denn nach Ansicht von AMD eignet sich die I/O-Technik nicht nur für PCs und Server, sondern auch für Kommunikations- und Netzsysteme, Embedded-Applikationen und anderes. Branchengrößen wie Sun Microsystems, Cisco oder Broadcom haben Interesse bereits bekundet. Insgesamt sollen bereits über 100 Firmen bei AMD angeklopft haben.