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15.06.2001 - 

Erster Schritt in den Markt für Workstations und Server

AMD stellt Doppelprozessoren vor

MÜNCHEN (kk) - Schritt für Schritt erobert sich AMD Teile der Märkte, die bislang vor allem Intel besetzte: Nach Prozessoren für Desktops und Notebooks bietet der Aufsteiger nun CPUs für Server und Workstations an.

Mit der Multiprozessor-Version (MP) des "Athlon" und dem passenden Chipsatz "AMD-760 MP" versucht AMD erneut, das Image des Billig-Anbieters abzustreifen und die höheren Weihen im Workstation- und Server-Markt zu erlangen. Die mit 1 oder 1,2 GHz getakteten Athlon-MP-Prozessoren passen wie gewohnt in den Socket A und unterstützen zusammen mit dem Chipset bis zu 4 GB DDR-Memory (DDR = Double Data Rate).

Die ebenfalls vorgestellte "Smart-MP-Technik" soll zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der Plattform ebenso beitragen wie die 52 neuen Befehle im Befehlssatz "3D NOW" für Multimedia-Anwendungen, der sich nun "3D NOW Professional" nennt. Der Anwender soll dadurch bis zu 15 Prozent mehr Leistung bei der Fließkommaberechnung erhalten. Smart-MP soll die Datentransferleistung zwischen den beiden CPUs, dem Chipsatz und dem Memory-System steigern. Dazu verwendet AMD das Cache-Coherency-Protocol "Modified Owner Exclusive Shared Invalid" (Moesi).

Das "AMD-760"-Chipset besteht aus zwei Teilen: die Northbridge ("AMD-762"), die zwei separate Front-Side-Bus-Systeme (Punkt-zu-Punkt) und einen bidirektionalen Datenbus enthält. Damit lassen sich nach Herstellerangaben Spitzendurchsatzraten von 2,1 GB/s je System-Bus erzielen. Die Northbridge enthält zudem den Hauptspeicher-Bus mit 266 Megahertz für die DDR-Bausteine, die Grafikschnittstelle (AGP-4X) und den Anschluss für den PCI-Bus (32- und 64-Bit, jeweils mit 33 Megahertz). Die Southbridge ("AMD-766") ist für den Peripherieanschluss zuständig und liefert unter anderem eine ATA-33/66/100-Schnittstelle.

Bislang konnte AMD noch keine großen OEM-Kunden für die neue Mehrprozessor-Architektur gewinnen, was in diesem Bereich nicht ungewöhnlich ist, so die Meinung von Marktbeobachtern. Oft zögerten die großen Server-Hersteller sogar, neue Intel-Prozessoren sofort einzusetzen. AMD konnte bei der Vorstellung der MP-Produkte immerhin einige Anbieter präsentieren. Unter anderem wollen Transtec und Maxdata die Athlon-MP-Chips verwenden.

Das US-Unternehmen Tyan Computer zeigte das mit Technik vollgepackte Motherboard "Thunder K7" (Codename "Guiness"), von dem in den nächsten Monaten auch eine abgespeckte Version - ohne SCSI- und LAN-Anschlüsse - auf den Markt kommen soll. Unter anderm wollen die deutschen Hersteller Transtec und Waibel die Tyan-Boards für ihre Rechner verwenden. AMD verlangt bei einer Abnahme von 1000 Stück für den mit 1 GHz getaktetet Athlon MP 215 Dollar. Die CPU mit 1,2 GHz kostet 50 Dollar mehr.

Abb: AMDs MP-Architektur

Die beiden Athlon-CPUs kommunizieren über den mit 266 Megahertz getakteten Systembus. Beim Hauptspeicher werden DDR-Chips unterstützt. (Quelle: AMD)