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29.03.1991 - 

Der Krieg ist noch nicht gewonnen

AMD stellt leistungsstärkste 386-Prozessoren offiziell vor

MÜNCHEN (jm) - Nachdem Richter William A. Ingram Anfang des Monats seine Entscheidung verkündete, die Bezeichnung "386" sei kein geschütztes Warenzeichen,

verlor Advanced Micro Devices (AMD) keine Zeit und stellte nun auch offiziell seine Version eines 386-Bausteins vor. Mit 40 Megahertz Taktrate ist er nicht nur der schnellste 386-Chip am Markt, vielmehr gibt es ihn auch in einer extrem stromsparenden Version mit statischen Registern.

In verschiedenen Versionen will AMD den Intel-Konkurrenten anbieten: In Stückzahlen sofort verfügbar sei der 386DX-40 (40 Megahertz), die energiefreundliche CMOS-DXL-Variante werde umgehend folgen. Daneben wurden bereits Muster von 33-Megahertz-CPUs an PC-Hersteller vergeben. Diese wie auch 25- und 20-Megahertz-Versionen will AMD später auch in CMOS-Technologie liefern.

Bereits auf der Herbst-Comdex 1990 hatte der Chip-Hersteller aus Sunnyvale, Kalifornien, einem ausgewählten Kreis von Zuschauern demonstriert daß man den Intel-386-Prozessor problemlos gegen die eigene "Am386"-CPU austauschen kann, ohne kompatibilitätsbedingte Schwierigkeiten gewärtigen zu müssen.

Nun wurde der AMD-Baustein weltweit offiziell präsentiert. Mit dem "Am386DX-40" beziehungsweise dem "Am 386 DXL 40" kann AMD sich rühmen, den schnellsten 386-Prozessor am Markt zu produzieren. Gegenüber der mit 33 Megahertz getakteten momentan stärksten 386 CPU von Intel sollen die AMD-Prozessoren nach eigener Aussage etwa mit einer 21prozentigen Leistungssteigerung aufwarten können.

Unternehmenssprecher Peter von Bechen von der Advanced Micro Devices GmbH, München, teilte zu den PreisvorstelIungen des in langen Gerichtsverhandlungen mit Intel etwas gebeutelten Unternehmens mit: "Man kann sich durchaus vorstellen, das unsere 40-Megahertz-CPU zum Preis von Intels 33-Megahertz-Prozessor auf den Markt kommen wird." Allerdings wolle man auch Geld verdienen, da die Entwicklung der 386-"Clones" doch sehr an den Finanzen geknabbert hätte. Bei der Vorstellung in den USA wurde für den DX-Prozessor ein Preis von je 306 Dollar bei Hunderter-Stückzahlen genannt.

"Wir werden nicht zu günstig mit unseren Preisen liegen, sondern nehmen, was der Markt hergibt", relativiert von Bechen. Auf Gerüchte, AMDs Chips würden mehr als die Intel-Prozessoren kosten, reagierte der Unternehmenssprecher jedoch verständnislos. Es sei für einen Newcomer doch blödsinnig, wenn er mit einem teureren Konkurrenzprodukt den Markt betrete.

Der Pin für Pin zur Intel-CPU austauschbare Mikroprozessor in 0,8-Mikron-Technologie kann aber vor allem gegenüber der Intel-Architektur auf eine innovative Stromversorgung und -konsumtion verweisen, da die internen Register der DXL-CPU-Versionen statisch und nicht dynamisch ausgelegt sind.

Das bedeutet zum einen einen geringeren Stromverbrauch während des Rechenbetriebs selbst: Die 20- und 25-Megahertz-Versionen sollen gegenüber den Intel-Bausteinen nur ein Drittel an Energie benötigen. Die 33-Megahertz-Chips von AMD benötigen mit 275 Milliampere immer noch nur die Hälfte der Energie einer vergleichbaren Intel-CPU (550 Milliampere).

Von ebenso großer Bedeutung vor allem für den Laptop- und Notebook-Markt dürfte eine andere Eigenschaft des DXL-Prozessors sein: Wegen der statischen Register benötigt er keine Refresh-Zyklen für das interne Memory. Gibt es etwa keine Tastatur-Eingaben und der Rechner arbeitet auch nicht an sonstigen Aufgaben, läßt sich der DXL-Chip in einen sogenannten Sleep-Modus schalten. Die Taktgeschwindigkeit wird dann auf Null herabgesetzt, weswegen die CPU weniger als 1 Milliampere Strom verbraucht. Nach AMD-Angaben liegt der Mindeststromverbrauch eines 386DX-Prozessors von Intel bei 133 Milliampere.

Über die Aussichten des Intel-Konkurrenzproduktes am Markt können nur Vermutungen geäußert werden, da sich bislang keiner der bedeutenden PC-Hersteller öffentlich zu AMD bekannt hat Wie von Bechen erklärte, gäbe es aber keinen einzigen der Großen, der sich wegen der Verwendung des Am 386-Prozessors nicht schon an AMD gewandt hätte: "Wir haben auch schon Verträge geschlossen ."

Chip Offensive mit aggressiven Preisen

Außerdem muß man abwarten, wann Intel mit ihrem "AMD-Killer" auf den Markt kommt. Dabei handelt es sich um eine 486 SX-CPU-Version (20 Megahertz) - Codename P23 - , die im Gegensatz zu den handelsüblichen 486-Bausteinen keinen auf dem Chip integrierten Koprozessor besitzt. Die CPU soll etwas mehr als der mit 33 Megahertz getaktete 386DX-Prozessor kosten. Außerdem meinen Branchenkenner, daß Intel auf AMDs Offensive mit aggressiven Preisen in ihrer 386-Palette reagieren wird.