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07.09.2001 - 

Leistung statt Geschwindigkeit

AMD will nicht mehr um Gigahertz kämpfen

MÜNCHEN (CW) - Der Prozessorhersteller AMD zieht die Konsequenzen aus dem verlorenen Rennen um die Gigahertz-Krone: Die nächste CPU-Generation wird nicht mehr nach ihrer Taktzahl, sondern nach einem "Performance Rating" benannt. Damit sollen sich Kunden ein besseres Bild von der Leistungsfähigkeit des Chips machen können.

AMD will die Nomenklatur mit den neuen "Athlon"-CPUs einführen, die im Oktober auf den Markt kommen. Dabei handelt es sich um vier Prozessoren mit Taktraten von 1,33 bis 1,53 Gigahertz. Die Chips laufen unter den Namen "XP 1500+" bis "XP1800+". Ein mit 1,33 Gigahertz getakteter XP 1500+ wäre also ähnlich leistungsfähig wie ein Intel-Chip mit 1,5 Gigahertz. Offiziell zielt die AMD-Strategie darauf ab, den Anwendern einen anderen Maßstab als die reine Taktfrequenz für den CPU-Vergleich an die Hand zu geben.

Ausschlaggebend für die Marketing-Wende ist der Verlauf des traditionellen Rennens der Anbieter um den höchsten Takt. Nachdem AMD als erster Hersteller über die Gigahertz-Barriere gesprungen war, konnte Intel in den vergangenen Monaten zuerst auf- und dann schließlich überholen. Inzwischen liegen die AMD-CPUs bei maximalen Taktraten von 1,4 Gigahertz, während Intel Ende August die 2-Gigahertz-Schwelle überwunden hat. Da diese Lücke in der nächsten Zeit technisch nicht zu füllen ist, hat der Nachzügler nun einen anderen Marketing-Plan ausgeheckt.

Das kommende Performance Rating beruht auf der langjährigen Überzeugung von AMD, dass auch Prozessoren mit einer langsameren Taktrate in der Lage sind, einige Anwendungen schneller ausführen zu können als ihre hochgezüchteten Wettbewerber. Diverse Benchmarks haben diese Aussage in weiten Teilen bestätigt. Für den Endanwender sei dieser Punkt schließlich entscheidend, heißt es dazu in einem Whitepaper (www.amd.com/products/cpg/athlon/overview.html).

Solange die CPU-Architekturen identisch waren (x86), hätte es laut AMD ausgereicht, die Taktraten zu vergleichen. Inzwischen sei Intel jedoch ausgeschert und habe dem Pentium 4 die Architektur namens "Epic" verpasst. Diese könne weniger Befehle pro Takt abarbeiten als das alte System, so eine Managerin von AMD. Daher wäre Intel auch darauf angewiesen, den Takt drastisch zu erhöhen, um die gleiche Leistung zu erzielen. Im Gegensatz zum reinen Taktvergleich sei es AMD zufolge daher nun angebracht, die "Instructions per clock" (IPC) mit der Frequenz zu multiplizieren, um eine Aussage über die Leistungsfähigkeit des Prozessors zu erhalten.

Schon vor einigen Jahren hatten AMD und der Rivale Cyrix versucht, einen von der Taktrate losgelösten Maßstab zu etablieren. Der Ansatz setzte sich nicht durch, da viele Kunden das damalige "P"-Rating mit dem CPU-Takt verwechselten und die Unsicherheit gesteigert wurde. Schwierig wird ein objektiver Leistungsvergleich der Chips zudem durch die gezwungenermaßen unterschiedlichen Systemumgebungen (Chipsatz, Sockel, Speicher) von AMD- und Intel-Prozessoren. Beobachter befürchten daher, dass ein Performancerating ähnlich vage wie die reine Angabe der Taktzahl ausfallen wird.