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31.10.1975

Amdahl - Fujuitsu - CGK - Siemens

Ganz nebenbei war bei den CW-Recherchen zum Thema "Rechner für das Leibniz-Rechenzentrum, München in Erfahrung zu bringen, daß die Japan-Kontakte des Hauses Siemens vielleicht doch substantieller sind, als man - trotz weltweiter Elektro-Konzern-Tätigkeit - der Zentrale mit bayerischer Siemens-Beamten-Mentalität zugetraut hätte. Eine angenehme Überraschung.

Bei der Vergabe des 30-Millionen-Mark-Auftrages für das Leibniz-Rechenzentrum wären die Würfel wohl nach Votum der Senatskommission der Deutschen Forschungsgesellschaft (basierend auf ungewöhnlich aufwendigen Hardware-Tests) eigentlich für Control Data gefallen, wenn nicht Siemens (zuvor ausgeschieden, weil ein Rechner mit 20facher TR-440-Kapazität nicht einmal auf dem Papier stand) im letzten Moment geschickt durch die Hintertür erneut in Erscheinung trat. Für dieses Auftragsvolumen lohnt sich, das Undenkbare für machbar zu halten.

Zur Zeit verhandeln - dem Vernehmen nach - Top-Manager der Siemens-Tochter Computergesellschaft Konstanz (vormals AEG-Telefunken) in Japan mit Fujuitsu über Details eines Angebots, das der DFG und dem BMFT in letzter Minute als "Informations-Angebot für den Leibniz-RZ-Auftrag vorgelegt wurde.

Bekanntlich hat Fujuitsu bei der Amdahl Corp. eine Mehrheitsbeteiligung, Nixdorf ist mit 10 Millionen Dollar Minderheit-Aktionär. Daß die Amdahl-Maschine 470 V/6 (4 steht für Vierte Generation - alles wie sonst nirgendwo VLSI - , V =virtuell, 6= Konkurrenz zur 168 ) jetzt verfügbar ist und die 370/168 zum gleichen Preis um das Doppelte schlägt, hat man in München sicherlich nicht erst aus der Computerwoche erfahren. Bekannt war, daß Amdahl bereit ist, sein Know-How-der-Vierten-Generation mit nichtamerikanischen Partnerfirmen zu teilen Gene Amdahl selbst war zu entsprechenden Gesprächen in Deutschland (Interview der Woche in CW Nr. 24 vom 13. Juni 75). In der Unidata-Linie wird es keinen Jumbo der Leibniz-RZ-Größenordnung geben. Was liegt näher, als die Großrechner-Toditer CGK mit Amdahl-Mehrheitsaktionär Fujuitsu zusammenzubringen - zumal der Know-How-Austausch für die anlaufende Entwicklung oder Nach-Uni-data-7000-Linie so wichtig sein könnte. Allein der 30-Millionen-Mark-Auftrag würde die Spesen lohnen.

Hier München, dort Tokio. Zwei Welten? Warum eigentlich? Der gemeinsame Gegner der Beteiligten heißt IBM.

Hier läßt sich für das BMFT mit einem 30Millionen-Mark Auftrag Politik machen.