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27.07.1979

Amdahl sticht mit IBM-Trümpfen

FRANKFURT/STUTTGART - Innerhalb der ersten sieben Monate hat die Amdahl Deutschland GmbH vier Großrechner in der Bundesrepublik unterbringen können und den Amdahl-Installationswert, gerechnet nach Kaufpreis, von 48,6 (1. 1. 1979) auf 69,4 Millionen Mark hochgeschraubt. In Europa sind aus der Basis von acht Rechnern im Mai 1978 inzwischen 47 geworden.

Mit der distinguierten Sprache, derer sich sonst die deutschen Großkunden bedienen, kommentiert Amdahl-Deutschland-Vertriebschef Miltiades Evangolous Zioutas den Erfolg der steckerkompatiblen IBM-Alternative: "Im allgemeinen fangen die Leute langsam an, Fakten zu berücksichtigen. Und wenn Fakten verglichen werden, sehen wir das sehr gerne - da arbeitet die Zeit für uns."

Die Zeit arbeitete auch bei Daimler-Benz für Amdahl. Nach einer im April installierten 470/V5, die zunächst eine IBM 3031 und in der Endphase eine 3032 ausstach, ist Amdahl nun mit einer 470/V7 gegen eine zusätzliche IBM 3033 zum Stich gekommen, weil Daimler-Benz für seine Konstruktion "relativ kurzfristig vor der erwarteten H-Serie eine Kapazität benötigte, die durch die 3033 nicht abgedeckt war", wie Dr. Henning Schiller, Fachbereichsleiter unter dem Untertürkheimer-Sternzeichen, die Mercedes-Problematik umreißt.

Beide Amdahl-Maschinen arbeiten im Verbund mit einer IBM 3032 und spielen hierbei ihre wahren Vorzüge unübersehbar aus, "reibungslos unter IBM-Software mit der IBM zusammenzuarbeiten". Dabei wird die V5 noch unter OS/VS1 und die V7 unter MVS gefahren. Und zuversichtlich sieht Schiller auch "kurz- und mittelfristig keine Problematik in der Weise, daß die Kommunikation und Kooperation zwischen Amdahl- und IBM-Maschinen gestört werden könnte".

Als "echt steckerkompatibler Bewerber" ist Amdahl der IBM-Marketing-Policy zwangsläufig stärker ausgesetzt als andere Hersteller. So klagte John C. Lewis, President der Amdahl Corp., dieser Tage, daß die Ankündigung neuer Produkte durch die IBM und die allgemeinen Ansichten der Kundschaften über den Computermarkt dazu geführt haben daß die Entscheidung über die Anschaffung neuer Geräte verschoben wurde und in vielen Fällen Leasing dem Kauf vorgezogen worden ist. Bei Amdahl reduzierte sich dadurch der Gewinn im ersten Halbjahr auf 14,8 Millionen Dollar (20,6 waren es im Vorjahr), nur der Umsatz kletterte von 137,7 auf 144 Millionen Dollar. Miltiades E. Zioutas, wie sein klassischer feldherrlicher Vornamens-Pate mit strategischem Langmut gewappnet, dechiffriert die IBM-Buschtrommel-Signale gelassen: "Alle diese Gerüchte sind sehr machtvoll, solange sie Gerüchte sind. Wenn die Fakten auf dem Tisch liegen, kann jeder vergleichen. Uns gibt die Entwicklung Grund zur Zuversicht."