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08.08.1997 - 

Übernahme macht Japaner zum zweitgrößten Mainframe-Anbieter

Amdahl sucht Schutz im Fujitsu-Konzern

Fujitsu hat den Amdahl-Aktionären am 5. August 1997 ein Übernahmeangebot gemacht, das zunächst bis zum 5. September 1997 gelten soll. Die Japaner teilten mit, daß der Name Amdahl sowie das bisherige Management beibehalten werden. Vertreter des von Gene Amdahl gegründeten Unternehmens gehen davon aus, daß sich an seinen Geschäfts- und Kundenbeziehungen nichts ändern wird. Dies soll auch für den wahrscheinlichen Fall gelten, daß Amdahl eine hundertprozentige Tochter des japanischen Unternehmens wird. Entlassungen wollen die Beteiligten vermeiden.

In ersten Stellungnahmen äußerten sich Analysten positiv zu der Firmenübernahme, die Amdahl selbst Ende Juni initiiert hatte. Fujitsu werde mit dem Merger im Markt der Integrationsdienstleistungen ein starkes Entree bekommen. Zudem sicherten sich die Japaner Amdahls große Kundenbasis, zu denen Unternehmen wie AT&T, American Express sowie die drei großen US-Automobilkonzerne gehören.

Amdahl hatte Anfang der 90er Jahre, als das Geschäft mit Großrechnern erheblich zurückging, begonnen, sich auf den Integra- tions- und Servicemarkt zu konzentrieren. Diese Strategie war im Prinzip erfolgreich.

Allerdings hatte der Anbieter im ersten Halbjahr 1997 noch einen Verlust von 8,9 Millionen Dollar zu verkraften.

Das zweite Quartal 1997 konnte das Unternehmen jedoch mit 2,1 Millionen Dollar Gewinn positiv gestalten.

Gemeinsam mit Amdahl wird Fujitsu weltweit an die zweite Stelle im Mainframe-Markt rücken. Nach wie vor absolute Nummer eins bleibt die IBM. Auf Platz drei folgt nach der Firmenvereinigung die Hitachi Ltd., die insbesondere in den vergangenen Jahren ihre Marktposition erheblich verbessern konnte. Amdahls Anteil am Geschäft hat sich allerdings laut Zahlen des Marktforschungsinstitutes IDC allein im vergangenen Jahr von acht auf 4,7 Prozent fast halbiert.

Amdahl hatte in der jüngeren Vergangenheit und mit der Konzentration auf das Software- und Servicegeschäft immer mehr Hardware-Aktivitäten an Fujitsu übertragen. Von den Japanern wurde Amdahl praktisch mit kompletten Rechnersystemen versorgt.

Gefährden könnte die Übernahme ein Gerichtsverfahren, das Amdahl-Aktieneigner sofort nach Bekanntwerden des Deals angestrengt haben. Sie argumentieren, Fujitsus Vorhaben, für 850 Millionen Dollar alle verfügbaren Amdahl-Anteile aufzukaufen, sei ein "unfaires und völlig unzureichendes" Angebot. Die von Fujitsu angebotenen zwölf Dollar pro Aktie übertreffen nur geringfügig den aktuellen Kurs der Amdahl-Aktie von 11,81 Dollar. Allerdings lag deren Wert am 21. Juli 1997 noch unter zehn Dollar.

Die Antragsteller erklärten gegenüber dem "Wall Street Journal", das Fujitsu-Angebot sei auch deshalb nicht adäquat bemessen, weil darin das zu erwartende Wachstum von Amdahl nicht berücksichtigt würde.