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25.09.1992 - 

Über IBMs Aussichten sind sich die Börsianer nicht einig

Amdahl: Verlustankündigung führt zum Absturz des Kurses

NEW YORK (CW) - Zunehmend unbeliebt machen sich gegenwärtig die Mainframe-Hersteller an der New Yorker Börse: Die Attraktivität der IBM-Aktie wurde von einigen Analysten zurückgestuft, und der Kurs von Amdahl stürzte ab, als der PCMer Verluste für das dritte Quartal 1992 ankündigte.

Amdahl-Präsident Joseph Zemke versucht zwar abzuwiegeln, indem er betont, am Quartalsende gebe es meist einen Auftragsschub. Daß das neue Mainframe-Modell 5995M von den Anwendern reservierter aufgenommen wird als erwartet, will er jedoch nicht leugnen. Die Lücke zwischen Kalkulation und tatsächlicher Nachfrage wird aller Voraussicht nach ausreichen, das dritte Amdahl-Quartal mit einem operativen Verlust abzuschließen, der die Aktionäre zwischen zehn und 20 Cent je Papier kosten werde, wie Zemke zugibt. Der Umsatz dürfte wahrscheinlich unter dem vom zweiten Quartal dieses Jahres liegen. Der Amdahl-Kurs an der Wallstreet reagierte höchst sensibel auf die Hiobsbotschaft und fiel von 15 auf 9,5 Dollar.

Amdahl-Erholung nur bei Konjunkturaufschwung

Schon im zweiten Quartal 1992 war der Profit des PCM-Herstellers trotz außerplanmäßig hohen Umsatzes hinter den Erwartungen der Wallstreet-Analysten zurückgeblieben. Für das vierte Quartal kündigte Amdahl zwar schwarze Zahlen an, das Unternehmen sieht jedoch keine Chance, zu alter Profitabilität zurückzukehren, ohne daß sich zuvor die dahinsiechende US-Konjunktur spürbar erholt hätte. Die Analysten des US-Broker-Hauses Salomon Brothers revidierten nach den jüngsten Ereignissen ihre Gewinnschätzung je Aktie von 91 auf 34 Cent.

Mit abnehmender Wertschätzung der Finanziers kämpft auch die IBM Corp.: Eine Reihe von Investment-Häusern nahm gerade die Gewinnschätzungen für die Geschäftsjahre 1992 und 1993 zurück. Die Analysten bei Dean Witter zogen daraus die Konsequenz, von IBM-Käufen abzuraten und den Titel lediglich als Halteposition einzustufen. Einen Schritt weiter gingen die Auguren von Paine Webber, die die IBM-Aktie von einer neutralen Bewertung herunterstuften und nun als "unattraktiv" bewerten. In der Folge ging der Kurs des Papiers um 4,7 Prozent auf 87,875 Dollar zurück.

Optimismus verbreiten dagegen andere Börsenexperten und raten demzufolge zum Kauf. Den gegenwärtig niedrigen IBM-Börsenkurs sieht man etwa bei MMS International als gute Gelegenheit zum Engagement an. Für Dominick & Dominick befindet sich IBM auf dem Wege zu neuer, wenn auch anderer Größe; das Unternehmen sei in einer "Metamorphose" begriffen, heißt es. Die Zurücknahme der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Jahr sehen diese Analysten als übereilt an. IBM werde aus dem Prozeß der Neustrukturierung neue Kräfte schöpfen und künftig höhere Erträge erzielen können als zuvor.