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09.06.2000 - 

Später Einstieg mit neuer Softwarestrategie

Amdahl will sich im SAN-Geschäft profilieren

MÜNCHEN (CW) - Spät, aber doch will nun auch Amdahl in den viel versprechenden Markt mit Storage Area Networks (SANs) einsteigen. Doch während die Konkurrenten mit kompletten Angeboten aus Hardware, Software und Services um die Kunden kämpfen, möchte sich der Mainframe-Spezialist mit einer unabhängig agierenden Software-Division seinen Anteil am Speichergeschäft sichern.

Nach dem Willen der Amdahl-Verantwortlichen soll die jüngst gegründete Software-Division das Geschäft mit den Speichernetzen kräftig ankurbeln. Dabei werde die Abteilung als Independent Software Vendor (ISV) auftreten, also auch Produkte anderer Firmen in die eigenen Softwarepakete integrieren, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Der Mainframe-Spezialist verfolgt mit dieser Strategie ein ehrgeiziges Ziel: Bis zum Jahr 2003 will das im kalifornischen Sunnyvale ansässige Unternehmen unter die Top Five im Markt für Speichernetze.

Wie das genau funktionieren soll, bleibt allerdings unklar. In einem Gespräch mit dem britischen Nachrichtendienst "Computergram" erklärte Steven Murphy, President der neuen Geschäftseinheit, die Strategie. So könne die Softwareabteilung völlig unabhängig von Amdahls Hardware- und Serviceeinheit im Markt agieren. Dies schaffe eine breitere potenzielle Kundenbasis, hofft Murphy. Auch ein Börsengang der neuen Geschäftseinheit sei nicht auszuschließen.

Amdahls Open Standards bieten wenig NeuesUm sich von der Konkurrenz im SAN-Markt abzuheben, soll die Software hochskalierbar sein und offenen Standards entsprechen. Was das genau bedeuten soll, vermochte der Amdahl-Manager jedoch nicht zu beantworten. Auch darf bezweifelt werden, dass sich der Hersteller mit seiner Open-Standard-Strategie von den Konkurrenten zu unterscheiden vermag. Inzwischen haben sich praktisch alle Anbieter im Geschäft mit Speichernetzen das Motto "Open Standards" oder "Open SAN" auf die Fahnen geschrieben und schlachten dies für ihre Marketing-Kampagnen aus.

Auch Amdahls Software bietet bislang wenig Revolutionäres. So sind Produkte wie das "Transparent Data Migration Facility (TDMF) Storage Management", das "Sunrise Storage Application Recovery Management" oder die "En View Service Level Management Software" keineswegs neu. Mit zusätzlichen Modulen sollen die Programme für den Einsatz in Speichernetzen vorbereitet werden. Außerdem plant Murphy die Management-Tools in Frameworks wie zum Bespiel Hewlett-Packards "Openview" zu integrieren. Das alles ist im Augenblick noch Zukunftsmusik. Konkrete Produkte für den SAN-Einsatz liegen noch nicht vor.

Ein weiterer Stützpfeiler für die Storage-Kampagne von Amdahl ist die Kooperation mit Partnern. Diesem Zweck dient auch die Mitgliedschaft in der Open-Storage-Networking-(OSN-)Initiative. Diese wurde erst vor kurzem von den Firmen Network Appliance und Quantum aus der Taufe gehoben. Weitere Teilnehmer sind Cisco, Veritas und Legato. Ziel der OSN-Mitglieder ist, eine offene Architektur für Speicheranwendungen zu schaffen.

Ob der neue Vorstoß verwertbare Ergebnisse bringt, wird die Zukunft zeigen. Bislang waren entsprechende Initiativen wenig erfolgreich. Glaubt man Branchenbeobachtern, sind die Anwender angesichts des Durcheinanders bei den Standards im Speichermarkt momentan nicht gut auf die Hersteller zu sprechen.