Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Bald auch in Deutschland?

America Online startet freien Internet-Service in England

23.07.1999
LONDON (CW) - Nächsten Monat startet der Online-Dienst AOL in Großbritannien einen kostenlosen Internet-Zugangsdienst. Das Unternehmen reagiert auf den scharfen Wettbewerb mit einer Reihe von gebührenfreien Angeboten, die den klassischen Service-Providern das Leben auf der Insel schwermachen sollen.

Bisher kannibalisierten nur Unternehmen aus traditionellen Branchen ihr Stammgeschäft mit Online-Angeboten, um gegen den Wettbewerb aus dem Internet bestehen zu können. Nun schuf sich mit dem Online-Dienst AOL erstmals auch eine Internet-Company Wettbewerb im eigenen Hause. Offenbar sah sich die britische Niederlassung des Service-Providers angesichts einer Vielzahl von kostenlosen Internet-Services, allen voran "Freeserve", gezwungen, nun selbst einen gebührenfreien Zugangsdienst anzubieten. Beim neuen Service "Netscape Online", der Mitte August starten soll, zahlen die Kunden lediglich für die Telefonverbindung, Grund- sowie Online-Gebühren fallen im Gegensatz zu AOLs orginärem Dienst nicht an. AOL UK gehört wie AOL Deutschland zu AOL Bertelsmann Online, einem Joint-venture des deutschen Medienkonzerns aus Gütersloh und von America Online Inc. mit Sitz in Dulles, Virginia.

Freeserve lehrt AOL das Fürchten

Im Vereinigten Königreich zählt AOL zur Zeit etwa eine Million Mitglieder, hinzu kommen 400 000 Nutzer des Angebots der Tochterfirma Compuserve. Newcomer Freeserve, Ableger der TV- und Hi-Fi-Ladenkette Dixons, kommt bereits auf 1,32 Millionen aktive Mitglieder, die aber nichts für den Zugang bezahlen. Trotzdem macht Bob Pittman, President und Chief Operating Officer (COO) von America Online, Freeserve und Konsorten nicht als Gefährdung der Marktposition des Online-Dienstes AOL aus. Vielmehr hätten sich diese Anbieter ein neues Kundensegment der preisbewußten Internet-Nutzer geschaffen, sagte Pittman gegenüber der "Financial Times". Diesen Nutzertypus wolle man nun mit Netscape Online ansprechen. Der Provider möchte seinen Vorstoß ins Lager der kostenfreien Dienste daher als Ergänzung seiner Mehrmarkenstrategie verstanden wissen, zu der auch Compuserve zähle. Neben dem Netzzugang erhalten die Kunden von Netscape Online eigenständige Inhalte und können den Chat-Service "Instant Messager" gebührenfrei in Anspruch nehmen.

Kostenlose Internet-Dienste konnten sich in Großbritannien schnell verbreiten, da durch die Liberalisierung des britischen TK-Marktes die Carrier dort gezwungen sind, sich einen Teil ihrer Einnahmen aus dem Wählnetz mit den Providern zu teilen.

In Deutschland werben Telekommunikationsfirmen wie beispielsweise Mobilcom, Talkline, Viag Interkom und Arcor ebenfalls mit "kostenlosen" Internet-Diensten. Der Kunde zahlt dabei eine Minutenpauschale, mit der sowohl der Wählzugang als auch die Online-Gebühren abgegol-ten werden. Anders als in Großbritannien müssen hiesige Carrier für die Nutzung des Ortsnetzes der Telekom einen Obolus abführen.

Ob und wann es auch hierzulande einen gebührenfreien Zugangsdienst nach dem Vorbild von Netscape Online geben wird, ließ AOL offen. "Wir sind auch in Deutschland in der Lage, das Marktsegment der kostenlosen Internet-Services zu besetzen", ließ Andreas Schmidt, Chef von AOL Europe, verlauten.