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11.01.1991 - 

Department of Commerce prognostiziert weiteres Wachstum

Amerikanische DV-Branche wird nicht unter Rezession leiden

WASHNGTON (IDG) - Ungeachtet der heraufziehenden Wirtschaftskrise werden sich die meisten Unternehmen der US-Computerindustrie in diesem Jahr eines kräftigen Wachstums erfreuen können. Zu diesem Schluß zumindest kommt das amerikanische Wirtschaftsministerium (Department of Commerce) in seiner jährlichen Analyse von 350 Industriezweigen. Das gesamtwirtschaftliche US-Wachstum schätzen die Experten des Ministeriums mit einem Plus von real nur einem Prozent gleichwohl vorsichtiger ein.

Die Vorhersage will offenbar allen in der Computerbranche Mut machen: Den US-Hardwareherstellern sagt sie immerhin einen Anstieg ihrer Verkäufe um 5,9 Prozent voraus, Halbleiterproduzenten sollen ihren Absatz um 8,9 Prozent erhöhen können und der Softwarebranche wird sogar eine Umsatzsteigerung von 20 Prozent in Aussicht gestellt. Alle Bereiche aber könnten, so der Report weiter, mit einem starken Übersee-Geschäft rechnen.

Der technischen Industrie wird ein schnelleres Wachstum als 1990 prophezeit, was dem Direktor der Finanz-, Industrie- und Handels-Informationsabteilung, Jonathan C. Menes, zufolge auf zwei wichtige Trends hinweise: Verstärkte Automatisierung, um die Produktivität zu erhöhen, und der Wunsch nach mehr elektronischen Informationsdiensten. Die Analyse des Wirtschaftsministeriums unterstützt diese Argumentation. Sie sagt dem Bereich Datenverarbeitung und Netzwerkdienste ein Wachstum von 16 Prozent auf 36 Milliarden Dollar voraus. Dieser Bereich profitiere vom Trend zum "Outsourcing" und dem immer wichtiger werdenden elektronischen Datenaustausch (EDI = Electronic Data Interchange).

Die elektronischen Informationsdienste sollen nach Darstellung des Departments um 20 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar Umsatz in diesem Jahr kommen. Die Einnahmen der Computerservice- und Software-Anbieter werden sich um 17,3 Prozent auf 52,2 Milliarden Dollar erhöhen.

Dabei, so schätzt das Ministerium, werde der Trend zu Paketlösungen dazu führen, daß das kundenindividuelle Programmieten zurückgehe; dafür erwarten die Analysten aber einen Aufschwung in den Sektoren Training, Dokumentation, Softwarepflege und -wartung.

Der Verkauf von Softwarepaketen werde wie bisher um 20 Prozent pro Jahr wachsen, er soll 1991 einen Umsatz von 35 Milliarden Dollar generieren. Der Weltmarkt werde in diesem Jahr ein Volumen von 50 Milliarden erreichen und bis 1995 über 100 Milliarden Dollar schwer sein.

Bei schwacher Nachfrage und intensivem Preiskampf auf dem heimischen Markt stieg der Wert der ausgelieferten Rechner und Peripheriegeräte 1990 lediglich um vier Prozent auf 71 Milliarden Dollar.

In dieser Zeit seien die Exporte allerdings um 15 Prozent auf 24,7 Milliarden Dollar angewachsen. Zwar würden die Exporte - so die Analyse - weiterhin schnell steigen, aber nicht stark genug, um die in die Höhe schnellenden Importe von Bauteilen und Peripherie auffangen zu können.

Das Wirtschaftsministerium legte zwar keine nach Computertypen aufgeschlüsselte Wachstumsprognose für 1991 vor, machte aber folgende Aussagen:

- Der Weltmarkt für Supercomputer wächst um 13 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar.

- Die Auslieferungen von US-Mainframes steigen nur um drei Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar.

- Der weltweite Verkauf von US-Midrange-Systemen wird zwischen null und vier Prozent ansteigen.

- Workstations bleiben auch in diesem Jahr der Wachstumsmotor. 1991 sollen 30 Prozent mehr ausgeliefert werden als im vergangenen Jahr und ihren Herstellern einen Umsatz von 11 Milliarden Dollar bescheren.

- Zwischen sechs und neun Prozent mehr PCs (inklusive tragbarer Rechner) werden 1991 auf dem US-Markt verkauft werden und einen Umsatz von 31,8 Milliarden Dollar erbringen. Dabei verzeichnet das Segment der Portablen mit 48 Prozent das stärkste Wachstum.

- Last, but not least soll der Weltmarkt für LAN-Hardware in diesem Jahr ein Volumen von 8,1 Milliarden Dollar erreichen

- also um 27 Prozent größer werden.

"Allgemein gesprochen sind die Voraussagen des Wirtschaftsministeriums sehr gut, aber es können immer unvorhergesehene Dinge geschehen", kommentierte Helga Sayadan, eine Vertreterin der "Computer and Business Equipment Manufacturers Association" (CBEMA), die Prognose vorsichtig. Außerdem, so Sayadan weiter, stimmten die Zahlen des Ministeriums weitgehend mit denen der CBEMA überein, wenn auch das gesamtwirtschaftliche Wachstum von ihrem Verband schlechter eingeschätzt werde.