Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

22.02.1991 - 

Nippons Programmierer arbeiten produktiver

Amerikanische DV-Industie fürchtet Japans SW-Fabriken

TOKIO (IDG/vwd) - Seit Jahren reagiert die amerikanische DV-Branche allergisch, wenn vom japanischen Mitbewerb die Rede ist. Stein des Anstoßes sind derzeit die japanischen "Softwarefabriken": Unternehmen wie Hitachi, Toshiba, NEC oder Fujitsu entwickeln nicht nur produktiver als ihre US-Konkurrenten, sie liefern auch die weniger fehlerhaften Produkte aus.

In einem Bericht des "Asian Wall Street Journals" ist von einer revolutionären Entwicklung die Rede: Wie japanische Hersteller die Automobilindustrie revolutioniert hätten, so könne auch die Softwarewelt auf den Kopf gestellt werden. "Information-Systems"-Fabriken, gegründet von einem Dutzend der größten DV-Unternehmen Japans, seien der erste Schritt in diese Richtung.

Marktforschungs-Ergebnisse von Michael Cusumano, Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT), lassen diese Sorgen berechtigt erscheinen. Eine Untersuchung der 40 größten japanischen und amerikanischen Software-Unternehmen habe ergeben, daß die Japaner durchschnittlich eine um 50 bis 70 Prozent höhere Produktivität pro Anwendungsentwickler erreichen als die US-Anbieter. Die Fehlerquote sei bei fernöstlichen Programmierern mindestens um ein Drittel, zum Teil sogar um die Hälfte kleiner.

Den durchschnittlichen Softwareverbrauchern bleibt die japanische Aufholjagd am Softwaremarkt zunächst noch verborgen. US-Unternehmen wie Microsoft der Lotus, so scheint es, beherrschen die Branche unangefochten .

De facto dürfte die Software aus Nippon den Markt aber schon bald durchdringen. Dabei handelt es sich eher um unspektakuläre, aber umsatzträchtige Produkte, wie Software für den Bankensektor, Reservierungssysteme für Hotels oder Produkte für Kopierer und Videorecorder.

Das Erfolgsgeheimnis der Japaner liegt in der "Factory"-Produktion. Hitachi, Fujitsu, NEC oder Toshiba ziehen einen kategorischen Trennstrich zwischen der Softwarekonzeption und der eigentlichen Produktion von Programmen.

Bei Hitachi zum Beispiel werden die Ideen für eine Software in einem Forschungs- und Entwicklungszentrum erarbeitet, das etwa 15 Kilometer von der Fabrik in Kawasakio entfernt liegt. Den Angaben des MIT-professors zufolge sind japanische Programmierer wesentlich besser organisiert und produktiver als ihre amerikanischen Kollegen. Es gebe überhaupt keinen Zweifel daran, daß die Software-Experten aus dem Lande der aufgehenden Sonne schon bald über den US-Markt herfallen würden - eine Befürchtung, die allerdings nicht alle US-Marktbeobachter uneingeschränkt teilen.