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23.08.1996 - 

"Computerworld" veröffentlicht Umfrage

Amerikanische IT-Experten kritisieren Management

Einen Mangel an Strategien und technischer Kontinuität beklagen viele der 553 befragten IS-Manager in den USA. Die Geschäftsleitung habe kein Verständnis für das IT-Management und effektive Problemlösungen. Sue Winsett, eine Daten-Management- Analystin bei Teledye Brown Engineering in Huntsville, Alabama, sieht im Re-Engineering eine Wurzel des Übels: "Ständig gibt es neue Vorgaben, die wir erfüllen müssen." Zwar seien die Schöpfer der Re-Engineering-Idee nicht verantwortlich für das Chaos, das US-amerikanische Firmen geradezu überrolle - ihre Anweisungen seien indes schwierig umzusetzen. "Viele Unternehmen haben das Re- Engineering nicht richtig gehandhabt", urteilt Michael Green, Manager bei Treacy & Co., Boston. So sei unter anderem zuwenig nach der Kundenzufriedenheit gefragt worden.

Quinn Spitzer, Chief Executive Officer (CEO) bei Kepner-Tregoe in Princeton, New Jersey, kritisiert verbreitete Mängel beim Führungsstil: "Die Unternehmen, die auf der Liste der beliebtesten Arbeitgeber ganz oben stehen, sind auch die, die ein klares und konstantes Unternehmens-Management haben." Auch diejenigen Befragten, die ihren Job als "sehr befriedigend" oder "ziemlich zufriedenstellend" einstufen, sehnen sich nach kontinuierlichen Richtlinien.

Einer von ihnen, Charles Hughes, Vice-President und MIS Audit Manager bei der Rochester Community Services Bank in Rochester, New York, ist zufrieden mit seiner Arbeit, seinen Kollegen und seinen Vorgesetzten. Er wünscht sich aber, daß letztere besser wüßten, was sie mit Technologien erreichen wollten. Die obere Führungsebene müsse Visionen haben und das Selbstbewußtsein für klare Entscheidungen.

So wurden bei seiner Bank zwei Projekte für größere Geschäftseinheiten entwickelt. "Obwohl diese Vorhaben gleichzeitig zu realisieren waren", klagt Hughes, "wurden dafür verschiedene Technologien und Ansätze verwendet - mit dem Ergebnis, daß der Informationsaustausch zwischen diesen Einheiten kaum funktionierte." Die Entscheidung für die Entwicklungen sei von den Abteilungen gekommen, eine strategische Vorgabe der Unternehmensleitung habe gefehlt.

Eine wachsende Unübersichtlichkeit beunruhigt derzeit sowohl die IT-Experten als auch die Mitarbeiter der Fachabteilungen. Während Unternehmen ihre Geschäftsprozesse ändern, erzeugen sie eine Atmosphäre von Unsicherheit.

"Dies bedeutet eine große Belastung für das mittlere Management", so Neil Chernoff, Vice-President bei CSC Index in San Franzisko: "Das oberste Management hat zwar ein grundlegendes Ziel. Allerdings beziehen viele Führungskräfte ihre Genugtuung daraus, auf Technologien herumzuhacken. Ihnen reicht die Überzeugung, die richtige Entscheidung getroffen zu haben." Die Mitarbeiter hätten dabei die erdrückende Aufgabe, die Dinge zum Laufen zu bringen.

Laut der Umfrage fühlen sich viele IT-Profis machtlos und deshalb unzufrieden. "Keine Entscheidungsbefugnis", beklagt ein unzufriedener IT-Spezialist, und "Zuviel wird von zu wenigen erwartet." "Nicht genügend Zeit, um gute Arbeit zu leisten", schreibt ein anderer, der unrealistische Abschlußtermine als Streßursache sieht. Das Gefühl von Hilflosigkeit scheint sich zu verstärken, wenn Unternehmen Verträge mit Außenstehenden über IT- Projekte abschließen. "Die unteren Ränge fühlen sich ohne Befugnisse und nicht richtig geführt, weil Outsourcer die Anweisungen geben", so Tracy & Co.-Mitarbeiter Green.

IT-Professionals sind besonders zufrieden, wenn sie mit fortschrittlichen Technologien arbeiten dürfen. Hier besteht jedoch die Paradoxie, daß die Unternehmen zwar interessante Projekte rund um Client-Server, World Wide Web und beschleunigten Informationszugriff starten, aber nur ein kleiner Teil des IT- Teams tatsächlich mit den neuen Produkten arbeitet.

"Wahrscheinlich 20 bis 25 Prozent einer IT-Abteilung kommen mit diesen neuen Technologien in Kontakt, die restlichen 75 Prozent müssen die Altlasten in Gang halten, damit das Geschäft weiterläuft", so Gene Raphaelian von der Gartner Group in Santa Clara, Kalifornien. Jim Bair, ebenfalls von Gartner, sieht neue Chancen für interessante Arbeit vor allem im Umfeld des World Wide Web: "Dieses Phänomen breitet sich viel zu schnell aus, als daß man einen Vertrag mit einem Systemintegrator oder einem Berater aufsetzen könnte."

JOB-Zufriedenheit

wachsend gleichbleibend abnehmend

IT-Topmanagement: 30 38 32

Mittleres IT-Management: 23 37 40

Fachkräfte: 27 34 39

Das mittlere Management und die Fachkräfte sind weniger zufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen als die Beschäftigten aus der obersten Hierarchiestufe.

Angaben in Prozent, Quelle: Computerworld.